Die Studio Hardware

Reverenz Equipment für's Volk!

Das wir heute mit derart hochwertigem Equipment arbeiten können, empfinde ich als einen grossen sozialen Schritt: während früher höchste Qualität nur bei Institutionen, teuren Studios oder Millionären verfügbar war - man musste also Klinken putzen, Tests bestehen und sich durchaus verbiegen - ist es heute zugänglicher geworden. Ausserdem ist es in wenigen Kisten untergebracht - und nicht auf mehreren Etagen.

Meine Hardware muss viele verschiedene Aufgaben erfüllen: sie ist elektronisches Instrument, gleichzeitig Live-Mixer und Aufnahme-Equipment, auch für beteiligte, akustische Instrumente. Für den Alltag optimiert (immer noch Stereo), als Produktions-Studio, bis hin zum Mastering in audiophiler Qualität. Geringe Grösse und Gewicht, sowie simpler Auf-und Abbau sollen die Mobilität gewährleisten.

Mit der im Folgenden beschriebenen, ziemlich exklusiven, aber durchaus reduzierten Hardware, lässt sich mit bis zu 32 Kanälen I/O, technisch in einer Referenz-Klasse arbeiten.

Die von mir bevorzugte Frequenz zum Arbeiten ist 96kHz/24Bit. Der entscheidende Unterschied zu 44,1 kHz vollzieht sich bei ca. 90kHz, der Unterschied von 96- zu 192kHz ist nicht so deutlich.

Die Übersicht ist in vier Teile gegliedert:


AudioInterfaces

Das Zentrum des Setups

  • Metric Halo ULN-8 und LIO-8 sind Audio-Interfaces der Extraklasse und das Herz meiner DAW. ULN-8 und LIO-8 sind technische Zwillinge, die LIO-8 kommt jedoch ohne Mic-Pre's, kann aber nachträglich durch zwei Platinen (2x 4 Mic-Preamps) aufgerüstet werden und ist dann identisch mit der ULN-8. Meine LIO-8 hat 4 Mic-Preamps. Die zwei Platinen können sehr einfach eingesteckt werden.

    Phantastische Mikrofon-Vorverstärker, zwei integrierte DI-Eingänge, Referenz-Klasse AD-DA Wandlung, interne 80 Bit Verarbeitung, Hard- und Software hervorragend konzipiert, stabil. Ein Kopfhörer-Verstärker, der Hifi-Freaks jubulieren lässt. Diese Geräte scheinen beim ersten Blick gross und teuer, doch, bei genauer Betrachtung, sind sie klein und extrem preiswert! Sie ersetzen Hardware, die, in vergleichbarer Qualität, mehr als 10x teurer wäre und in schweren Flightcases transportiert werden müsste.


    Die mitgelieferte Software "MIOConsole3d" ermöglicht alle erdenklichen Konfigurationen: MS Schaltung, Parallel-Mix, Summierung, beliebige Buss-Strukturen, IO oder Inserts für externe Hardware - sogar die Kaskadierung von bis zu 8 MH-Interfaces ist möglich. Die "wichtigsten" Konsolen-Parameter sind extern steuerbar.


    Die Software beinhaltet eine Fülle feiner PlugIns (EQ, Compressor, Limiter, Gate, Delay, Reverb, Transient-Designer u.m.), teilweise samt guter Presets. Live-, Editing- oder Mastering-Setups lassen sich einfach speichern und abrufen.

    Zwei ganz entscheidende Punkte: durch die "Prozessor-nahe" 80bit Verarbeitung (in Assembler) auf den eigenen Prozessoren fühlen sich die PlugIns weder an wie PlugIns, noch klingen sie so. Ich denke, dass lässt sich auf AU- oder VST-Ebene schlicht nicht erreichen. Ausserdem werden die Computer-Ressourcen deutlich geschont. Das Ganze hat eine Qualität, in der man auch ausschliesslich und dabei sehr glücklich arbeiten könnte.


    Mir erscheinen die Plugins - EQs, Compressor, Limiter, Reverb etc. - so gut, dass ich davon ausgehe, dass jede einzelne der entsprechenden Hardware Prozessor-Parallelen, teurer wäre, als LIO-8 oder ULN-8 - und das lässt sich auch über den Kopfhörer-Verstärker sagen. Bei den Band-Charakteristiken der EQs findet sich auch eine RIAA Kurve, die die Eingänge von LIO und ULN in hervorragende Phono-Eingänge verwandelt.

    Das "Session"-Window ist ein perfektes Recording-Fenster - bereits mit vielen Funktionen / Optionen. Es lassen sich über 100 Spuren gleichzeitig mitschneiden. Eine Host-Software wird also erst beim Editing nötig. Die Weiterentwicklungen der MH-Software überzeugen auf ganzer Linie.


    Einzigartig - und besonders interessant für Tontechniker und Elektronik-Musiker ist die "Graph-Ebene": hier lassen sich ganze Studioprozessoren mit den "Building-Blocks" bauen. Building-Blocks sind z.B. Summierer, Addierer, Delays, LFOs, Filter... Die grauen Kästen lassen sich durch Doppelclick öffnen und sind dann wie ein PlugIn-Fenster - hier lassen sich die Parameter des Building-Blocks einstellen.. Ein unglaublicher Werkzeugkasten! Diese Interfaces sind ein komplettes Studio - inklusive Summierung und Monitor-Controller. Metric Halo baut nicht einfach "Audiointerfaces". Klanglich gibt es keine Kritik, nur ein nicht endendes Erstaunen.



    Auch die Hardware fällt durch Besonderheiten auf: Um die vielen Anschlüsse von ULN-8 und LIO-8 auf einer HE zu platzieren, sind die meisten Audio IO's als D-Sub25 Verbindungen ausgeführt. Das heisst, es werden Multicores, Breakout-Kabel, Patchbays oder Stageboxes benötigt.


    Die ULN-8 kommt mit 34 analogen-Ein- oder Ausgängen (plus Headphones, DIs und ch 1-2 TRS Out) und 8 AES I/O. Mic-In und Line in haben eigene Eingänge - ob Mic oder Line auf dem Kanal (aktiv) sein soll, lässt sich in der Console Software einstellen. Neben den Inputs ist ein "Balanced Send" Ausgang, der für Signal-Splitting genutzt werden kann - z.B. für einen Live-/Bühnen-Mix. Hier werden die Signale hinter dem Preamp - noch vor der AD Wandlung - latenzfrei ausgegeben. Der Clou ist aber, dass es auch einen "Mic S/R" Mode gibt (S/R=Send/Return) - also einen analogen Insert. Bei dieser Einstellung dient der "Mic In" als Input, der "Balanced Send" als "Send" und der "Line In" als Return.

    Eine weitere Besonderheit ist der "Edge Buss" - der die "EdgeCards" aufnimmt. Die Anzahl der digitalen IOs kann über eine "EdgeCard" (mit SPDIF, AES oder Dante) noch deutlich erweitert werden. Eine EdgeCard bietet auch 1x SPDIF und 1x MIDI I/O. Diese Karten erhöhen noch einmal die Flexibilität, besonders unterwegs. EdgeCards lassen sich ohne Werkzeug einfach austauschen.

    Das wirklich Verrückte an dieser Firma ist, dass sie die technischen Fortschritte - auch die Umstellung von Firewire auf Ethernet - nicht in neuen Audio-Interfaces veröffentlichen, sondern als Upgrade (in Platinen-Form), das selbst ausgeführt werden kann - und das für alle jemals gebauten Metric Halo Interfaces verfügbar ist - auch für das 20 Jahre alte MIO 2882!


    Wie sich die Flexibilität der Interfaces im Alltag zeigt, versuche ich mit diesem Bild zu verdeutlichen. Während das Interface im Studio komplett (auf allen Ein- und Ausgängen) verkabelt ist, brauche ich "live" eine andere Verkabelung - ich nehme ja auch nicht alle Geräte mit. Ich löse also beim Herausnhemen des Interfaces einfach alle Stecker - und schliesse sie wieder an, wenn ich zurück bin. Fast wie bei einem Dock.

    Gehe ich mit dem Buchla spielen, brauche ich nur 2x Output zum Amp - dafür nutze ich die beiden TRS Outs. Die Line-Signale kommen über ein Sub-d Kabel und, falls ich auch Mikrofone brauche, habe ich auch dafür ein Breakout-Kabel.

    Um 40x CV (über SPDIF) zum Buchla zu senden, habe ich die EdgeCard, und zwar die mit SPDIF und MIDI. Der MIDI Out Port erlaubt mir, ohne MIDI Interface zu reisen und trotzdem meinen D-Loop oder Yamaha TX81z (oder beide) zu steuern. Ich bin in den letzten Jahren etwas faul geworden. Dieses Interface verhindert, dass das von Anderen bemerkt wird.

    Um klar zu machen, dass sich der Gebraucht-Kauf einer 2d MIO in den meisten Fällen, wegen der 600.- für's Upgrade, nicht lohnt, habe ich meinen Upgrade-Bericht von 2018 dagelassen, den den Unterschied zwischen 2d und 3d herausstellt:


    Metric Halo 3d Upgrade (August 2018)

    Metric Halo hat es wieder getan! Das 3d Upgrade ist endlich da:
    Verbesserte Clock (deutlich transparenterer Klang) und deutlich mehr DSP-Leistung. Bis zu 8 (acht) Interfaces können über den MH-Link (Ethernet) zu einem (!) Interface verbunden werden (128 channels @192k bidirektional). Das Upgrade kommt deshalb mit neuer Rückwand, jetzt ohne Firewire, aber mit Audio über Ethernet und USB-c. Die maximale, zusätzliche Latenz beträgt bei 8 zusammengeschlossenen Interfaces 16 Mikrosekunden, das sind 0,16 ms! Neu sind auch die EdgeCards (ganz rechts) und der EdgeBus. Hier lassen sich die Interfaces erweitern, wahlweise mit SPDIF, ADAT, AES, MADI (Copper oder Optisch) oder MIDI. Bei Metric Halo muss man nicht alle paar Jahre ein neues Gerät kaufen, sondern man bekommt verhältnismässig günstig ein "paar Platinen", eine neue Rückwand, etc. und plötzlich hat man alle neuen Errungenschaften und das Interface ist up-to-date! Es gibt z.B. immer noch das erste, 20 Jahre alte Interface - natürlich mit neuester Technik! Absolut einzigartig!

    Bei mir erzeugt das Upgrade - links sind die zwei Upgrade-Tüten für meine ULN-8 und LIO-8 zu sehen - eine enorme Gewichtsreduktion des Recording-Setups, denn, anstelle der schweren Stagebox mit 30m Kabel (ca. 40kg), kann jetzt das Audio-Interface (quasi als Stagebox) auf der Bühne stehen bleiben und nur ein max. 100m langes Ethernet Cat5e Kabel (ca. 3kg) führt noch zum Rechner (z.B. im Regie-Raum oder im Publikum bei der Klangregie). Eine geradezu irre Veränderung - waren doch die Multicores nicht nur extrem schwer und sperrig, sondern auch teuer und mit viel Arbeit verbunden (Verlegen und Anschliessen). Auch beim kleinen, mobilen Synth-Setup (siehe oberes Bild) wird es einfacher, weil die "neue Ordnung" (Thunderbolt3, Ethernet) auch hier einige Kabel einspart. Die Trennung von Firewire ist mir höchst willkommen!


    Sowohl für maximierte als auch minimierte Setups sind die, aus dem Upgrade resultierenden Hardware-Einsparungen wirklich signifikant. Die Verbesserung des Klanges beim TB3 zu Ethernet (nicht über USB) ist enorm! Wirklich sofort erkennbar! Der Klang "liegt" besser - wie bei einer grossen (analogen) Konsole. Die, optisch stark veränderte, neue Console-Software - jetzt in JUCE programmiert und passend zum Mojave Dark Mode - ist noch im Beta-Stadium, aber bereits funktionabel.

    W A H N S I N N. Immer mehr Hardware muss sich mit diesem Interface messen.


    Andere Hersteller bringen neue Interfaces heraus - Metric Halo pflegt die Kundschaft mit Hardware-Upgrades! Phantastisch! Chapeau!

    Meine Erfahrungen mit dieser Firma und ihren Produkten (ich gehörte vor über 20 Jahren zu den ersten Kunden) ist ohne Vergleich! Metric Halo ist inzwischen auch schon einige Jahre in Deutschland hervorragend durch Anne Goerth und Stefan Bahr vertreten - und diese Audio-Interfaces sind und bleiben wirklich ein Geniestreich!


    Metric Halo Deutschland - mhlabs.de


    Analyse Software

    Mit SpectraFoo bietet Metric Halo auch eine Analyse-Software an, die diese Geräte auch für Tontechniker zur ersten Wahl machen. Spectra Foo dient der Analyse in den Bereichen Mixing, Mastering, akustische Analyse, Live-Audio und Elektronik. Für die meisten dürfte die Standard-Version der Software genügen - es gibt auch eine Complete-Version, mit der sich auch Säle einmessen lassen und vieles mehr.

    SpectraFoo Complete verfügt über einen hochauflösenden Multiton-, Multirausch-, Sweep- und Burst-Signalgenerator, der in Echtzeit läuft und das Signal in ein Capture oder in eine AIFF- oder SDII-Datei schreiben kann. Die Schnittstelle zum Signalgenerator ist numerisch, was ihn sehr präzise macht.


    - hochauflösende, verzerrungsfreie 24-Bit-Signalerzeugung
    - Bis zu 9 gleichzeitige Sinus-Sweeps
    - Erzeugung von rosa und weißem Rauschen
    - Burst-Erzeugung
    - FFT-synchronisierte Sinus-Generierung
    - Direkte Generierung zu Audio-I/O, Captures und Dateien


    Spectra Foo



    Symmetrierer - Desymmetrierer

    Oft reichen DI-Boxes, aber oft eben auch nicht. Insbesondere mit Modular-Synthesizers liefern DI-Boxes (oder das einfache Einstecken des unsymmetrischen Steckers in die symmetrische Buchse) unbefriedigende Ergebnisse. Das liegt an den eher ungewöhnlichen Outputs von z.B. +12dB (unbalanced) oder Impedanzen von 1kΩ (1000 Ohm). Nachdem ich alles Mögliche mit verschiedenen Synthesizern probiert hatte, darunter auch teure Output-Module mit Übertragern, waren die Sonifex Geräte so deutlich überlegen, dass ich mir mit der Zeit mehrere davon angeschafft habe. Begonnen hatte ich mit den kleinen (2-4 Kanal) Geräten, inzwischen bin ich auf die grossen Versionen (19 Zoll, 8 Kanäle) umgestiegen.

    Abgebildet sind das Sonifex RB-BL4 (oben), ein bi-direktionaler Wandler (4x bal. IN nach unbal. OUT und 4x unbal. IN nach bal. OUT) und das Sonifex RB-UL4 (unten), ein 8-facher (4xStereo) Symmetrierer (8x unbal. IN nach bal. OUT). Beide Geräte zusammen geben mir 12x Symmetrierung und 4x De-Symmetrierung - genug für meine Modular-Synthesizer. Um die IO's aussen liegen zu haben, werden leider die teuren Rackohren benötigt, die man extra kaufen muss.

    Nicht nur, dass diese Geräte bis zu +28dB Input verarbeiten können - der Klang wird elektronisch umgewandelt und mit unter 50 Ohm ausgegeben. Die Wandler im Audio-Interface freuen sich, da sie sonst gegen den "unendlichen Widerstand" arbeiten müssten. Die Output-Lautstärken werden über Madenschrauben getrimmt - also 1x Einstellen und vergessen.
    Ach ja - Sonifex ist "Broadcast Quality".

Patchbay

... für ULN-8 und LIO-8

    Mamba

    Die Mamba XDB ist extra für die ULN-8 und LIO-8 (mit D-Sub25 Anschlüssen) konstruiert worden und ist ziemlich ideal für ein Alltags- Setup im 19' Format.

    Sie bietet 16 analoge Ein- und 8 analoge Ausgänge, sowie 8 AES-EBU IN/OUT, die auf der Rückseite an vier D-Sub25 Buchsen anliegen. Durch ihre geringe Tiefe (Bauweise) erzeugt die Mamba im Case Platz für Netzteile anderer Geräte oder lässt sich rückseitig einbauen. Für mich waren das die Anschaffungs-Gründe, denn, audiophil betrachtet, sind eigentlich zu viele Stecker im Spiel. Jedoch ist die Mamba bei der täglichen Arbeit und beim Transport phantastisch (und ich höre auch keinen Unterschied). Immerhin sind es vier D-Sub25 Stecker, die nun nicht jedesmal abgezogen werden müssen - D-Sub25 Stecker sind nicht für häufigen Wechsel vorgesehen.

    Gerade weil die Mamba für die ULN-8 entwickelt wurde, finde ich es unverständlich, daß auf den ersten acht Eingängen Combostecker verbaut werden. Das ist eine echte Gefahrenquelle, denn Phantomspeisung und Klinkenstecker gehören einfach nicht zusammen! XLR wäre die bessere Wahl. Um sicher zu sein, sollte man eventuell die Klinkenbuchsen der Combostecker mit Gummistopfen versehen - eine einfache und sichere Lösung.

    Networksound - networksound.com

Stageboxes

für Bühne und Recording
  • Stageboxes

    Da ich im LIO-8 vier- und in der ULN-8 acht Mic-Pre's habe, habe ich eine 12er Stagebox mit 3m Kabel für die Mikrofon-Eingänge beider Interfaces. Die Box hat ein 12 kanaliges Mogami Multicore und am Ende ein Y-Stück mit zwei D-Sub25 Steckern, die an die Audio-Interfaces angeschlossen werden. Beim zweiten D-Sub25 sind natürlich nur die ersten 4 Kanäle belegt: 1-8 ULN-8 und 9-12 LIO-8.

    So speziell konfigurierte Stageboxes kann man natürlich nicht fertig kaufen. Das kann aber durchaus als Vorteil gesehen werden, denn das Innere der konfigurierten Stageboxes, die ich (auch von namhaften Herstellern) gekauft hatte, entsprach qualitativ nicht dem, was ich erwartet hatte. Die Stagebox ist daher Aufgabe für eine gute Manufaktur!



    Für Situationen, in denen ich nur aufnehme (und verstärke), brauchte ich früher eine grosse Stagebox mit 30m Kabel (40kg). Das war grosses Gepäck. Seit August 2018 (Metric Halo 3d Upgrade) brauche ich sie nicht mehr und habe sie zur "Refinanzierung" auch sogleich verkauft. Jetzt lasse ich einfach die Audiointerfaces hinter der Stagebox auf der Bühne und nur ein, bis zu 100m langes, sehr leichtes Ethernetkabel läuft zum Rechner. Je nach Anforderungen kann ich mit der Motorfader-Bank (Avid Artist Mix) und / oder selber programmierten Max Patches vom iPad das Setup mixen.



Mikrofon- und Aufholverstärker

Telefunken V672 "Vintage" Mikrofon-Vorverstärker
  • Zwei "gerackte" Telefunken V672 (Baujahr 1970) bilden wahlweise ein "Vintage" Front- oder Backend mit bis zu +70dB Gain. Trotz hohen Gewichts sind diese alten Radiostudio-Verstärker nachwievor eine Hausnummer und hervorragend klingende Lösung. Überzeugend war auch, diesen cleanen Preamp in Verbindung mit einem passiven Summenbus, als Aufholverstärker zu hören.

    Die drei in der Mitte liegenden Schalter (48v/Pad/Phase), der Lautstärke-Regler, DI-Eingang und das Netzteil waren Bausätze von JLM-Audio. Zum Go Between Kit (48v, Pad, Phase) möchte ich aber anmerken, dass der Pad Schalter vor dem Übertrager liegt und daher nicht zu empfehlen ist - er wirkt sich dort negativ auf Rauschverhalten und Klang aus. Mein 19' Stereo V672 hat deshalb die aussenliegenden Extra-Schalter (Innenseite blau / Pad, aber hinter dem Übertrager).

    Die gediegene Qualität des Telefunken V672 war für mich wirklich überraschend! So ein diskret aufgebauter Verstärker bildet eine ganz andere Art "Körper" aus, als man es von modernen IC-Bauweisen oder gar digitalen Verstärkern gewohnt ist. Von einer Färbung kann man aber nicht sprechen - der Amp ist sehr clean und klingt voll. Schliesslich war der Telefunken V672 1958 beim NWDR in Bremen auch für das Radiostudio entwickelt worden. Er ist nicht nur Mikrofon-Vorverstärker, sondern wurde so konzipiert, dass er verschiedene Funktionen übernehmen kann, was über die Verbindungs-Steckleiste geschaltet wird.

    Was der Spass kostet? Die V672 Cassetten habe ich mal für ca. 100 € das Stück (sehr günstig) erworben - diese Zeiten dürften aber vorbei sein. Die JLM-Bauteile, 2x Go Between Kit, Netzteil (plus Porto und Zoll), Gehäuse, Drehregler und Neutrik Einbau-Buchsen haben zusammen ca. 500 € gekostet. Kommt noch die Arbeit hinzu. Auf dem linken Bild ist ein fertig gebautes Go Between Kit (48v, Pad, Phase) abgebildet.



Primary Source Enhancer

Rupert Neve Designs Portico 5045
  • Der Portico 5045 von Rupert Neve Designs ist ein Feedback-Killer und kann zwei Mikrofonsignale vor Einsetzen des Feedbacks um bis zu 20dB anheben, ohne dabei das Quellsignal negativ zu beeinflussen. Dieser Prozessor "erkennt", wenn Signale ins Mikrofon kommen und lässt das Signal passieren, bzw. verringert die Lautstärke, wenn das Signal verstummt. Bemerkenswert ist, dass der 5045 für diese Aufgabe gänzlich auf Filter und/oder Digitaltechnik verzichtet. Enthalten sind aber Rupert Neve´s hervorragende Übertrager, die das Signal wiedergeben (und auch für ein erstaunlich hohes Gewicht trotz kleiner Ausmaße sorgen).

    In der Live-Elektronik gibt es so viele ungewollte Begegnungen mit Feedback, dass sich der 5045 wie ein Trumpf im Ärmel anfühlt. Hilfreich ist dieser Prozessor z.B. bei Kirchen-Akustik oder Bühnen-Monitoren. Tatsächlich erfährt der Klang durch die Übertrager sogar eine Art Veredelung. Feedback-Probleme gehören mit dem Portico 5045 der Vergangenheit an.

    Rupert Neve Designs - Portico 5045 Website

Back-End / Monitoring

Wichtig ist, was hinten rauskommt

    Dangerous Music D-Box

    Als sehr hochwertiges und praktisches Backend hat sich die Dangerous D-Box bewährt. Sie bietet ausser der analogen Summierung genau die Dinge, die als Erweiterung eines Audio-Interfaces sinnvoll sind - will man nicht die Hälfte der Ausgänge des Audio-Interfaces für´s Monitoring verbrauchen. Für Stereo-Anwendungen gibt es einen 8 Kanal Summen-Bus, Kanal 7/8 mit Panorama, eine Speaker A/B- und Mono-Schaltung sowie ein Talkback Mikrofon. Ein analoger und zwei digitale Eingänge mit sehr gutem Wandler lassen sich für weitere Abhörpunkte nutzen. Zwei individuell regulierbare, sehr gute Kopfhörerausgänge runden das Gerät ab. Technisch und klanglich bewegt sich die D-Box bereits in einer schwer zu übertreffenden Qualität - sie stellt eine Art Zusammenfassung des phantastischen Dangerous Music Equipments dar und war meine Einstiegsdroge. Die D-Box zu bauen war eine wirklich gute Idee!

    Dangerous Music


    Hier ist die passive Little Red Cue Box zu sehen. Sie macht aus einem Kopfhörer-Ausgang vier Kopfhörer-Anschlüsse mit individueller Lautstärkeregelung. Sehr praktisch, dass sie, mit einem Zwischen-Gewinde, auf Mikrofonständer geschraubt werden kann. Klanglich suboptimal.

    Redco Audio Website


    Überlegungen

    Seit der Behebung DAW-softwareseitiger Kohärenz-Probleme (ca. 2008), ist das analoge Summieren nicht mehr DER Trumpf, sofern man über Spitzen-Audio-Interfaces verfügt. Die ITB Summierung z.B. innerhalb der ULN-8 Software-Console V5 klingt "genauso" gut - vielleicht sogar noch etwas klarer (ITB = In The Box=digital). Analoges Summieren (OTB = Out The Box) ist immer ein Zusammenspiel der Komponenten, da sie eine Veränderung der Impedanzen mit sich bringt. Durch diesen Umstand ist auch keine grundsätzliche Aussage über die Qualität analogen Summierens als solches zu treffen. Es ist immer auch eine Frage des Zusammenspiels der Komponenten. Ich verwende den Summenbus eigentlich nie, kann aber den Segen der D-Box (durch die anderen Funktionen) immer noch geniessen.

    Oft wird der Terminus "Konsolensound" im Zusammenhang mit analoger Summierung gebraucht - das ist eher ein Wunsch und entspricht nicht ganz den Tatsachen. Es ist vielleicht ein Schritt in die Richtung, jedoch nicht ultimativ.


Raumsimulation

Nicht Hall: Raumsimulation!
  • Quantec Yardstick

    Der Quantec Yardstick 2496 ist kein Hall sondern ein Raumsimulator. Der Lieblingshall vieler Hall-Hasser. Ein einzigartiges Gerät - gerade da, wo es keinen Hall braucht oder er nicht gut tut, aber der Raum nicht stimmt.


    Quantec verfolgt einen anderen Weg als "die Anderen" und ist durch sein Konzept allein auf weiter Flur.

    Der Yardstick 2496 hat 2 Ein- und 6 AES-Ausgänge (Surround) - er besitzt keine Wandler und nur einen Algoríthmus. Seit der Firmware 3.x lässt sich der Yardstick über den Webbrowser editieren und verwalten.



    Die Entscheidung für den Yardstick fiel, weil mit dem Rechner erzeugtes Reverb sehr viel Rechenleistung verbraucht und modulierte Early Reflections (FX-Reverb) bei der Studioarbeit grosse Zerstörer der Transparenz sind. Ausserdem habe ich mit den MH-Audio-Interfaces ULN-8 und LIO-8 genügend freie AES I/O's und bereits die perfekten Wandler, um den Yardstick zum klingen zu bringen.

    Insbesondere bei Produktionen mit akustischen Instrumenten ohne Effekte, sind die Maschinen von Quantec schon seit über 30 Jahren eine Hausnummer und lehren uns, zwischen moduliertem Hall (Reverb) und phasenneutraler Raumsimulation zu unterscheiden!

    Auch nach Jahren täglichen Gebrauchs ist es immer wieder faszinierend - ein Gerät, das man nicht hört aber doch deutlich wahrnimmt. Positiv auffallend ist auch, wie unkompliziert perkussive Klänge in neue Räume transformiert werden können - mit "normalen" Reverbs ist das ein zerstörerisches Unternehmen!

    Diese Räume macht kein anderes Gerät. Verblüffend. Die Raumsimulation des Quantec ist immer ein beeindruckendes Kunstwerk!

    Für mich ist der Yardstick unersetzbar geworden.


    Quantec Website


Mikrofone

Feine Technik

    Meine Mikrofone

    Kondensator Grossmembran:
    AKG C414 B-ULS (2x), Brauner Phanthera (2x), Stam Audio SA-47F (U47 Replika) und United Minorities B1.

    Kondensator Kleinmembran:
    DPA 3521 (= 2x 4021 + Halterungen).

    Dynamische Mics:
    AKG D112, Electrovoice RE20, Beyerdynamik TG X 580 (2x), Shure SM-57 (2x)

    Miniatur Mikrofone:
    DPA 4065 Headband, Sony ECM44B (3x), Sony ECM-122BMP, Sony ECM-MS908C.

    Zum Vertiefen in die Mikrofon-Technik empfehle ich die Websites der grossen Hersteller (DPA, Schoeps, Neumann etc.). Sie bieten recht informative PDF's frei als Download an.



    Eine Anekdote zur Mikrofonierung, die sich 1995 bei einem Konzert des Experimentalstudios des SWF mit Rudi Strauss zugetragen hat. Rudi Strauss dürfte einigen als Mitarbeiter an Luigi Nono's elektronischem Werk bekannt sein - in Nono's Partituren steht hie und da "Rudi fragen" oder "Rudi hat die Werte" - Rudi befestigte also gerade einige Mikros an von der Decke hängenden Kabeln und mir fiel auf, das es Shure SM57 Mikros waren: dynamische Mikrofone - in der Rockmusik gern für Snare- oder Verstärkerabnahme benutzt. Gute, aber einfache und sehr günstige Mikros, die ich in der wohlausgestatteten Umgebung des Südwestfunks im Zusammenhang mit Streichinstrumenten nicht erwartet hatte.

    Es ging um eine leichte Verstärkung des Streichtrios für eine bessere Balance zum elektronischen Part. Rudi erklärte mir, dass die vermeindlich schlechten SM57 optimal für Streichinstrumente seien, weil sie genau den Anteil aufnehmen, der für eine unauffällige Verstärkung benötigt wird und keine Schärfen erzeugen. Ausserdem sind sie als dynamische Mikrophone so ausgelegt, dass sie nur eine geringe "Hörweite" haben und dadurch nicht zu Rückkopplungen oder zur Aufnahme "fremder" Klänge neigen. Und tatsächlich: das Trio war viel deutlicher zu hören und es klang doch wie unverstärkt. Nur der "Körper" des gesamten Trios war vergrössert worden - nicht die Instrumente. Ich war beeindruckt.

    Diese Situation machte mir deutlich, dass Leistungsbeschränkungen bei Mikrofonen nicht schlechtere Qualität bedeuten - hier werden die Schwächen des Mikros zu Stärken bei der Bewältigung der akustischen Anforderungen. Bernard Parmeggiani hat angeblich einige seiner charakteristischen Sounds gehend, mit einem Mikrofon in der Tasche gemacht. Da spart man sich eine Menge Nachbearbeitung! ;-)

Effekte (FX)

digitale Prozessoren
  • UAD Emulationen

    Für FX-Reverbs und die Emulation von Studioprozessoren habe ich die UAD-Satellite (Quad-Core). Sie ist mittlerweile ein zentraler Posten im Farbzentrum meines Setups geworden! Auch für Live-Beschallung sind die Reverbs Lexicon224, EMT 140 und 250, oder der AKG Federhall BX20 schlicht exzellent!



    Die PlugIns sind teuer und man muss aufpassen, es nicht zu einem Geld-Grab werden zu lassen. Hardware Updates werden nicht unterstützt - neue Hardware muss zum vollen Preis gekauft werden.

    Ärgerlich ist, dass man nicht einzelne PlugIns wieder verkaufen kann. Entweder alle oder keines. Eine harte Lösung für die Kundschaft. Beim Umstieg von UAD1 auf UAD2 und von Solo/Laptop auf Satellite war deswegen der Übertrag der Karte (mit bzw. ohne Lizenzen und Demos) nie so, wie ich es mir wünschte. Mühsam...

    Aber man bekommt herrausragende PlugIns - an so etwas war früher nicht zu denken! Der hohe Preis und die vielen, inzwischen nicht-genutzten, früher erworbenen PlugIns, sind vielleicht als Preis dafür zu sehen, dass das UAD-Konzept im Gegensatz zu den Konkurenz-Veranstaltungen überlebt hat.

    Die beiden digitalen Reverbs EMT 250 und das UAD Reverb-Flagschiff Lexicon 224 (mit Original-Algorithmen) lassen sich grundsätzlich als positiv abhaken, denn auch die Originale waren digital. In Verbindung mit guten Wandlern sind diese Hallprozessoren ein besonderes Erlebnis! Diese Geräte waren sehr teuer und sind vom Markt verschwunden. Die Rückkehr als erschwingliches PlugIn ist sehr erfreulich. Aber auch die "analogen" EMT 140 (Plattenhall) und besonders der AKG Federhall BX20 sind phantastisch.

    Die Tonband-Gruppe ist sehr interessant: mit dem Ampex ATR-102 ist UAD ein Hit gelungen, denn Bandsättigung ist eine Wissenschaft für sich und der Lernprozess ist heute nicht mehr zu bezahlen (Tonbandmaterial). Mit den PlugIns kommen gute Presets, die sehr helfen, sich zurechtzufinden und dazu zu lernen.

    Die Tonband Effekte, wie Space Echo und EP34 finde ich nicht so überzeugend, da diese Effekte davon leben, wie sie bei Randbelastung klingen - digital simulierte Grenzbelastung ist irgendwie schnöde gegen das analoge Original.



    Universal Audio/uaudio.com

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Analoge Nachbearbeitung

Tracking, Summing, Mastering
  • Bis hierher ging es um den Kern des Equipments - das, was in jedem Fall, auch Live, gebraucht wird. Es ist ausreichend für Beschallung und Aufnahme, und eigentlich reicht das bisher erwähnte Equipment auch locker, um alles von A-Z (digital) zu bearbeiten. Aber, genau wie beim Synthesizer, bereitet der Umgang mit analogen Geräten einfach mehr Freude. Im Endergebnis kann es fast ununterscheidbar sein - bei der Arbeit jedoch ist es ein himmelweiter Unterschied. Es lässt sich also über die Notwendigkeit streiten - so soll es ja Menschen geben, die bereit sind, für ein gutes Ergebnis auf jegliche Freude zu verzichten. ;-)

    Was mir an meinen Summing-Busses/-Amps (Dangerous 2-Bus LT, D-Box und RMS216 Folcrom) fehlte, war die Möglichkeit, einzelne Spuren analog nachzubearbeiten (Tracking). Auch stellte sich der angepriesene "Konsolensound" durch die Summierer nicht ein - beides kam tatsächlich erst mit der Konsole. Ich benutze die Konsole hauptsächlich für's Tracking und Summing - natürlich ist sie auch erste Wahl beim Recording, wenn die Mobilität nicht im Vordergrund steht. Selbstverständlich eignen sich die folgenden Geräte auch alle für den Live-Betrieb. Es steigert aber Grösse und Gewicht um ein Vielfaches.



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Die Konsole und das Outboard

Tracking, Summing

Studer 961
  • Eine historische STUDER 961 Konsole, die kleinste Variante der 960er Serie, ist ein ganz besonderes Juwel des Studios. Studer 96x-Konsolen gehören auch heute noch zu den bestklingendsten Konsolen der Welt!

    Mir dient die 961 in erster Linie als analoger Summierungs-Mixer. Durch die Bauweise (mit Übertragern) lässt sich beim Tracking eine analoge Ausprägung des Materials erreichen. Auch wird die Problematik der doppelten Wandlung (Latenz) behoben, die durch eine zweite ADDA Wandlung bei analogem Tracking (mit Audio-Interfaces) entstünde. Meine 961 ist als 10/2 I/O konfiguriert: die Masterfader sind ausgebaut und die Ausgänge kalibriert. Eine, durch die separate Bearbeitung einzelner Tracks oder Stems entstehende, willkommene Veränderung, ist das Durchbrechen der reinen Summen-Bearbeitung (des "Daisy-Chaining") im analogen Weg. Equalizer und Compressor/Limiter der 961 klingen zwar hervorragend, doch schon mit wenigen externen Equalizers, Kompressoren, etc. in Inserts oder Aux I/O's können Tracks oder Sub-Gruppen gesondert analog bearbeitet werden, bevor es in die Summe geht. Der Charakter der Konsole lässt sich durch Outboard sehr gut verändern!

    Für meine Projekte sind 10 Eingangs-Kanäle bei der Arbeit ziemlich ideal und ich habe weder Sehnsucht nach mehr Kanälen (Stems), noch, die dann erforderliche Quantität an Audio-Prozessoren zum Einschleifen. Ich mische allerdings auch sehr selten wirklich grosse Projekte.

    Ein wenig "zugeschnittenes" Outboard bringt eine veränderte/modifizierte Charakteristik hervor. Die ausgewählten Prozessoren erzeugen alle einen klaren, analogen Abdruck und unterscheiden sich doch recht deutlich von digitalen Emulationen.

    Das Einschleifen kann über Direct I/O (und Bantam-Steckern an der Studer 961), als AUX (zum Einschleifen) oder einer Mischung aus Beidem geschehen. Bei Rückführung über die Line Eingänge der 961 - bei mir 9/10 (blaue Faderkappen) - kann auch ein eigener Buss erzeugt werden.



    The Pullet Mini Passive Equaliser

    Der Mitten-EQ "The Pullet" von Thermionic Culture ist ein "klassisches Pultec Design" und wegen seiner passiven Bauweise (kein Stromanschluss, keine Aufholverstärkung) in dieser Gattung ein Schnäppchen - es wird aber ein freier Stereo-Mic-Preamp benötigt, um die Ausgangs-Signale wieder um ca. 35dB zu verstärken.

    Wunderbar, wie sich Dinge mit diesem EQ revitalisieren lassen, aber ein paralleler Buss kann hilfreich sein. "The Pullet" ist, z.B. zusammen mit dem Bax EQ, auch durchaus für's Mastering geeignet (und verleiht dem Bax EQ eine vitale Mitten-Regelung mit etwas herberem Charakter). Diese Combo war er mein erster analoger "Mastering-EQ" und diese EQ's ergänzen sich auf eine durchaus spezielle Art, hervorragend. Am Pullet sollte man allerdings dann den Highshelf neutral lassen, da er zu stark greift - das ist aber in der Kombination von Bax und Pullet ohnehin Sache des Bax (s.u.).

    Als Aufhol-Verstärker nehme ich meinen Stereo Telefunken V672 Preamp (s.o.), oder die Mic-Pre's der Studer-Konsole.



    Thermionic Culture Website

  • Stereo Buss Compressor SA-4000

    Dieser Compressor ist ein Remake des legendären SSL G Comp. Es ist ein Stereo VCA Compressor ohne Übertrager, ideal für den Drum-Buss. Das Original hat einen Platz in der Geschichte.

    Er hinterlässt einen deutlicheren Abdruck, als z.B. die UAD-Emulation des SSL G Comp - und das meine ich positiv. Man hört diesen Compressor arbeiten. Das Klangbild wird deutlich belebt. Inzwischen wird er mit XLR-Buchsen gebaut. Stam Audio rules.

    Stam Audio Website - SA-4000



    Leveling Amplfier SA-2A

    Auch der SA-2A zeigt offen die Referenz (Teletronix La-2A). Auch er ist kein 1:1 Clone, sondern eine Replikation mit einigen modernen Bauteilen. Dieses Gerät ist Mono. Ein guter Opto-Compressor im Setup ist eine "Hausnummer". Selbst bei extremer Level-Reduktion erzeugt er keine zusätzlichen harmonischen Obertöne - dem Klang wird nur Grösse und Wärme verliehen. Im SA-2A sind Röhren und eigens gefertigte Cinemag Übertrager verbaut.

    Optische Kompressoren sind vor allem gut für Einzel- und weniger komplexe Signale. Ich benutze den SA-2A gerne für Bass oder Stimme. Natürlich ist er auch gut mit Gitarre, Kick und vielen Mono-Signalen.



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Der Mastering Buss

als Insert im 961 2-Buss oder hinter der 961 Konsole
  • Um einen schnellen Überblick zu vermitteln, ist links die Flowchart meines Setups von 2014 abgebildet. Sie ist (noch) übersichtlich und konzentriert sich auf die Verschaltungen beim Mixen, Summieren und auf die Einbindung des Mastering-Buss.

    Oben sind die digitalen Geräte (Quantec Yardstick, Weiss EQ und Audio-Interface), in der Mitte die Konsole und rechts daneben, das, mit der Konsole verbundene Outboard - und Monitor-Sektion. Unten ist der analoge Mastering Buss, bestehend aus einer Transfer-Konsole und den, dort angeschlossenen, analogen Prozessoren. Die gestrichelten Linien stehen für optionale Verbindungen, die geschaltet werden können.

    Durch eine Transfer-Konsole wird dem Buss eine Architektur hinzugefügt - sie ist der "Hub" für externe Prozessoren. Statt im Buss der Konsole, kann sie auch hinter der Summe der Konsole oder am Stereo Ausgang des Audio-Interfaces liegen. Es geht ja immer mehr dahin, dass ITB (In The Box) gemixt wird und nur eine analoge Mastering-Kette angehängt wird.

    Im Mastering Buss (oder 2-Buss) findet ausschliesslich die finale Bearbeitung der Stereosumme statt. In der Regel sitzen hier EQ's, DeEsser, Compressoren und Limiter - die nur nach Anforderungen (und nur "sanft") eingesetzt werden. Beim Mastering wird ja nur der letzte Schliff, bzw. eine Veredelung vorgenommen. Meistens sind das EQ-Notches, um störende Frequenzen zu eliminieren oder - im Zusammenspiel mit dem Compressor oder einem dynamischen EQ - maskierte Frequenzen zu demaskieren (bei mir macht das der Weiss EQ). Einige dieser Geräte lassen auch komplexe Schaltungen zu, wie z.B. Parallel-Mix, Sidechain, M/S, Soundfield Editor - neben der finalen Lautheit werden ja auch Tiefe und Weite des Klangbildes optimiert. Das letzte Gerät in der Mastering-Kette ist meistens ein Limiter - vor allem, um Übersteuerungen zu verhindern. Bei analogen Mastering Ketten liegt auch ein Schwerpunkt auf einer leichten Färbung des Gesamtsignals durch die Übertrager in den verwendeten Prozessoren.

    Etwas, was mir schnell bei diesem Setup (von 2014) auffiel, war, dass mir, trotz Stereo-Bearbeitung, schnell die analogen Ein- und Ausgänge am Audio-Interface ausgingen. Ich betreibe ja kein Mastering-Studio, sondern das Mastern ist eine von vielen Tätigkeiten in meinem Studio. So blieb lästiges Umstöpseln nicht aus - und das störte mich sehr! Meine Arbeit fand deshalb, mit zwei Audio-Interfaces, in zwei abgeschlossenen Kreisen statt: Synths am LIO-8 und Mixen / Mastern am ULN-8. Dann kam Metric Halo mit dem 3d-Upgrade für LIO und ULN - und der Umstieg von Firewire auf "Audio over Ethernet". Ein Segen!! Nun kann ich die Interfaces verlinken und sie erscheinen im Rechner als ein Interface (Console). Jetzt lässt sich alles wie gewünscht verschalten und nun ist weder eine doppelte Wandlung, noch eine digitale Abhörverbindung beim analogen Mastering vonnöten.

    Ich halte mich an die Regel "Das beste Kabel ist kein Kabel" und habe, auch weil meine Hardware nicht so umfangreich ist, auf eine teure TT-Patchbay verzichtet. Ich habe nur zwei Switchboxes, eine für 8-kanalige und eine für Stereo Verbindungen. Über den 8-Kanal Switcher kann ich die (8) analogen Ausgänge des Interfaces auf verschiedene analoge Summenbusse schicken und mit dem Stereo-Switcher schalte ich den Weg dieser Summe in den Mastering-Buss frei. Wenn der Orbit 5057 Summierer von RND (Neve) erscheint, werde ich ihn probieren. Neben seinen besonderen Vorzügen summiert er 16 Kanäle und damit könnte ich von 8 (ULN-8 und D-Box), bzw- 10 (Studer 961) Kanälen auf 16 Kanäle erhöhen - dann müsste ich allerdings auch den 8 Ausgängen des LIO einen 8-Kanal Switcher anhängen. Auch der neue Mastering Buss Converter (MBC) von RND würde mir gefallen - aber dafür mastere ich wohl nicht genug (d.h.: zu teuer).

    Hier ist mein aktuelles Studio-Setup (2021). Links ist der "Live-Elektronik Bereich", in der Mitte die Summierung und rechts der Mastering Buss.





    Dieses Setup erlaubt mir endlich, die verschiedenen Summenbusse (ULN-8, D-Box, Studer 961 - und bald Orbit 5057) zu vergleichen. Ich kann am Synthesizer arbeiten und direkt zum Mastering wechseln (ohne umzustecken) - es wird nur eine andere Belegung der "Console-Software" geladen.

    Die beiden Switchboxes sind zwar hilfreich - sie ersparen aufwändiges Patchen und lassen (wegen der Umschalt-Geschwindigkeit) echte Vergleiche zu - aber zweifellos sind sie der Schwachpunkt unter all den teuren Prozessoren. Bisher habe ich allerdings keine negativen Auswirkungen auf den Klang wahrgenommen. Es gibt auch sehr teure Audio DB25 Switchboxes, wie das "Model 8454" von ElectroStandards (auch im Bild rechts), aber mir genügt die einfache Ausführung. Ohnehin verbinde ich, nach der Entscheidung für den Summenbuss, bzw. vor dem Mastern, die Geräte direkt (nehme also die Switchboxes heraus) - schon, um unnötige Verkabelungen auszuschliessen. Für so sensible Prozesse ist das Umstecken von 3 Kabeln (2x XLR und einmal Sub-D25) absolut ok - und eher ein Ritual, als ein Arbeitsschritt.

    Die Sub-d 25 Switchboxes gibt es in diversen Ausführungen für 10-20 Euro. Eigentlich sind sie für Drucker gedacht, funktionieren aber gut. Der passive Input Selector von Kramer ist wirklich hilfreich und zu empfehlen. Mehr dazu auf der Kramer Website - VS-4X.

Die Transfer-Konsole

im analogen 2-Buss
  • SPL Masterbay S

    Die Masterbay S von SPL ist vielleicht die minimierteste Transferkonsole auf dem Markt - bzw. eine Rumpf-Transferkonsole. Sie ist absolut transparent/unhörbar und lässt sich entweder direkt mit dem Audio-Interface oder dem analogen Summierer verbinden. Sie kann auch zwischen die Mix-Buss Patch-Points einer Konsole geschaltet werden und verleiht dann diesem Buss ihre Architektur.

    Alle hilfreichen "Kleinigkeiten": Input- und Insert-Trimmer, Swap-Funktion für die Inserts 2&3, Masterfader, Lautstärke-Kompensation, Daw-Return und einen Bypass, der in eine Intervall-Schaltung versetzt werden kann. Für die Inserts 1+2 oder 1+3 gibt es eine Parallel-Mix Blende, Insert 4 liegt dahinter (z.B. für Limiting). Alle Funktionen können über Relais-Schaltungen ge-bypassed werden. Der Rec-Out ist durch den Monitor-Out gedoppelt und es gibt einen extra Ausgang für's Metering. Dieses Gerät verbessert den "Workflow" maßgeblich und hilft mir, 95% aller typischen Nickeligkeiten bei der Verkettung von Outboard zu lösen.

    Die Besonderheiten der Swap-Inserts und des Parallel-Mix an der Masterbay S werden oft falsch kommuniziert und in der Folge als Schwäche diskutiert. Es betrifft den Umstand, dass die Inserts 1 bis 3 angeblich immer zusammen in den Parallel-Mix laufen. Richtig ist, dass bei aktivierter Swap-Funktion der Insert 2 aus dem Parallel-Mix herausgenommen wird. Das bedeutet, dass zwei der vier Inserts im Parallel-Mix sein können - neben dem ersten, entweder der zweite oder der dritte.

    Für mich ist es perfekt, denn die alles, was im Unterschied zu grossen Transfer-Konsolen fehlt, ist in meinem RND Master Buss Processor (s.u.). Er ist durch seinen eigenen Parallel-Buss geradezu ideal für den Insert2 der Masterbay geeignet. Durch Swap hinter Insert1+3 und dem Parallel-Mix liegend, erzeugt er im Setup einen zweiten parallelen Buss, über den die parallele Compression mit anderen Anteilen, als der parallele Mix der EQ's, gemixt werden kann. Wer also einen "normalen" Compressor hat, könnte sich bei der MasterBay S evtl. die Anschaffung einer zusätzlichen Parallel-Blende überlegen (z.B. TK-Mini Blender oder Aveson Blend), um diese Funktionsbreite zu bekommen - finanziell wäre es immer noch weit weg von der Konkurrenz.

    Das, was der Masterbay S im Vergleich zu grossen Transfer-Konsolen fehlt, sind eine Mid/Side Funktion und Width/Depth-Regler mit Filtern. SPL hat dafür extra Prozessoren. Ich habe im RND Mastering Buss (s.u.) einen Width/Depth-Regler mit Filtern und und M/S-Operationen kann ich über die ULN-8 realisieren.



    SPL Masterbay S Website




    Metering

    Analog und Digital

    Spätestens beim Mastering ist eine gute visualisierte Messung sehr hilfreich, wenn nicht sogar notwendig. Metering umfasst nicht nur Lautstärken (und Peaks), sondern auch Phasen-Korrelation, Mono-Kompatibilität, Feld-Verteilung und Spektral-Messung. Früher habe ich das mit PlugIns gemacht, denn Hardware Real-Time-Audio-Analyser, Vektor Anzeigen, diverse Peak-Meter etc. waren einfach viel zu teuer.

    Sind manche Analyse-PlugIns auch recht gut (wie z.B. Insight 2 von Izotope), so ist es doch ziemlich nervig, sie immer offen zu haben. Bei jeder neuen Session müssen die PlugIns erst mal platziert werden und besonders, wenn man (wie ich inzwischen) mit nur einem Monitor arbeitet, muss man ständig die Fenster herumschieben, weil sie im Weg sind oder die Waveform in den Vordergrund geholt werden muss - es ist eine elende Klickerei! Das "Todes-Argument" (für mich) ist der Computer-Resourcen-Hunger guter Analyse-PlugIns. Die aufwändige Grafik ist deutlich hungriger, als EQ- oder Compressor PlugIns. Bei Dauergebrauch führt das widerum z.B. beim MacBookPro 2018 schnell zu ungewünschter Hitze (d.h. Lüftereinsatz). Für mich sind die Qualen vorbei, denn ich habe inzwischen zwei Hardware-Meter, die alle meine Wünsche erfüllen.


    Analog

    Da die SPL Masterbay (s.o.) eigene Meter-Ausgänge (analog) hat, habe ich dort ein analoges Peakmeter angeschlossen. Es ist ein RTW1108 in einem 1120ER Gehäuse und es bewirkt eine deutliche Verbesserung des Setups, auch, weil sich die Loudness-Compensation der Masterbay dadurch sehr genau einstellen lässt und die Tranferkonsole ihre eigene Anzeige bekommt. Da es ein analoges Meter ist, muss das Gerät alle paar Jahre mal kalibriert werden. Die Trimmer-Kalibrierungs-Routinen für das RTW1108 habe ich, für den Fall der Fälle, in einem Max-Patch zusammengefasst.

    Diese (historischen) Geräte von RTW sind gelegentlich (gebraucht) für €100.- bis 200.- zu bekommen (analog oder digital). Es sind aber reine Peak-Meter mit Memory Funktion (für den höchsten Ausschlag) - und es gibt sie in verwirrend vielen Variationen! Deshalb sollte man vor dem Kauf unbedingt überprüfen, ob es auch das richtige/gewünschte Meter ist.

    Leider gibt es nur wenig Infos im Netz. Hier ist das RTW-Archiv und ein PDF des Nachfolge-Modells: Peakmeter 1108E Data-Sheet



    Digital

    Mit dem "Clarity M Stereo" von TC-Electronic gibt es endlich ein bezahlbares Anzeigegerät - und was für eins! Es kostet nur €250.- (und damit weniger, als manche PlugIn-Lösungen) und es erzeugt eher den Eindruck einer wirklich gediegenen Hardware! Das Clarity M bietet alle wichtigen Anzeigen an einem Ort, ohne Resourcen des Computers zu verbrauchen. Es ist wirklich TOP!

    Die Anzeigen im Clarity M können individuell zusammengestellt und gespeichert werden. Bei der Spektral Darstellung lassen sich die einzelnen Bänder über den Encoder "abfahren". Radar-, VektorScope und RTA (RealTimeAnalysis)-Ansichten können über Knöpfe gewechselt, das Radar gestartet/gestoppt und Peaks zurückgesetzt werden - dadurch ist das Clarity M mehr, als nur ein Monitor. Auch ist es ein weiterer Grund dafür, es nicht irgendwo im Hintergrund zu platzieren, sondern in Reichweite - der 7' Monitor ist "genau richtig": nicht gross, aber gross genug. Er steht sehr stabil und hinterlässt durch seine kleinen Gummifüsschen keine "Spuren" (Kratzer).

    Das Clarity M Stereo kann in zwei Modi arbeiten: im "Disk-Mode" mit einem digitalen Stereo-Audio-Input-Signal, und im "PlugIn-Mode" über ein VST-, AU, oder VST3 PlugIn und einer USB-Verbindung. Es kommt mit Kabelpeitsche und kann TosLink, BNC, SPDIF und AES Anschlüsse annehmen. An der Kabelpeitsche ist sogar ein Anschluss für ein Doppel-Pedal, um die "Radar"-Messungen zu starten/stoppen (Ped. A) und die Peakanzeige zurückzusetzen (Ped. B) - es sind die Funktionen der ersten beiden Knöpfe. Das Clarity M Stereo arbeitet in beiden Modi (USB/PlugIn und digital Audio) bis 96kHz!
    (Dies wird oft falsch kommuniziert! Die 48kHz Grenze gilt nur für das mehrkanalige Modell "Clarity M", nicht für das "Clarity M Stereo".)

    Ich ziehe die AES (bzw. die digitale Audio-) Arbeitsweise deutlich vor - schon, weil so keine Computerverbindung nötig ist. Wird das Clarity M im "Disk-Mode" (also, dem digital Audio Mode) über USB mit dem Computer vebunden, mounted es sich als Festplatte. Darauf sind u.a. die Presets zu finden (die hier [bei Bedarf] auch einfach umbenannt werden können). Auch lassen sie sich als Backup auf ein anderes Medium kopieren. Es gibt zahlreiche sinnvolle Presets, die zumindest als Ausgangspunkt für eigene Presets dienen können.

    Ein wirklich komplettes Gerät! Sehr, sehr hilfreich! Für meinen Workflow macht es einen Riesen-Unterschied und verbannt einen ganzen "Problem-Block" einfach aus dem Computer.

    Clarity M Stereo Website

Die Mastering-EQ's

im analogen 2-Buss
  • Great River MAQ 2-NV

    Der MAQ-2NV von Great River Electronics ist eine Modifikation des beliebten EQ-2NV, die unter dem Label des (leider geschlossenen) Händlers "Mercenary Audio" in Boston umgesetzt wurde. Die Änderungen basierten auf dem Wunsch vieler Ton-Ingenieure, den EQ-2NV auch beim Mastering einzusetzen. Deshalb wurden Input-Gain, "gerasterte Potis" (=Switches), eine Link-Funktion für einen vereinfachten Stereo-Betrieb, veränderte, bzw. erweiterte Eckfrequenzen, niedrigere Boost-/Cut-Werte und Übertrager mit weniger Färbung ausgewählt. Aufgrund der niedrigen Boost- und Cut-Werte ist der Equalizer daher nicht mehr für chirurgische (surgical) Eingriffe zu gebrauchen. Auffällige Besonderheit sind seine zusätzlichen, unsymmetrischen Ausgänge und Patch I/O Buchsen, über die z.B. ein Compressor eingeschleift werden kann. Bei hohen Eingangspegeln kann er richtig dunkel klingen. Ein starker Charakter und mein analoges EQ-Flagschiff.

    Der MAQ-2NV ist ein äusserst vielseitiger EQ, dessen Stärken im Mitten- und Höhenbereich und besonders im allgemeinen Klangbild liegen - er klingt gross und gut. Ein unauffälliger Riese, der anders klingt, als er aussieht. Seine Vielseitigkeit zeigt sich darin, mit wievielen musikalischen Genres dieser EQ konfrontiert werden kann, ohne zu fremdeln. Technisch ist er ein Nachkomme des legendären Neve 1081 EQ.

    Ist der MAQ-2NV mit 2HE auch doppelt so gross wie das Ausgangs-Modell - sein bescheidenes Aussehen scheint mir der Grund dafür zu sein, dass es so wenig Hype um diesen EQ gibt. In der "Mastering-Szene" sind 4- oder 5HE Geräte mit extra grossen Knöpfen einfach beliebter - so blöd das klingt (und sicher auch ist). Es sind kaum Besprechungen, Tests oder Berichte vom MAQ-2NV zu finden. Die aber, die etwas sagen, sprechen in den höchsten Tönen von diesem EQ. Das Verständnis dieser Sachlage wird zusätzlich durch den Umstand erschwert, dass der MAQ-2NV mindestens 1/3 günstiger ist, als seine, aus meiner Sicht, direkten Konkurrenten.

    Die Great River Website

    Langevin/Manley Mini Massive EQ

    Der Mini Massive EQ von Langevin/Manley (produziert 2006-2011) ist der kleine Bruder des grossen Manley Massive Passive und hat die gleichen Übertrager und Preamps, jedoch keine Röhren, nur 2 statt 4 Bänder und keine Filter. Klanglich ist er aber ganz anders, als der grosse Bruder.

    Bei diesem EQ lassen sich die Ausgänge von +4dB/sym. auf +4dB/unsym. oder -10dB/unsym. umschalten. Zudem gibt es die Möglichkeit, die "Iron" Übertrager auf "Vintage" zu schalten, wobei eine andere Wicklung und andere Stromstärken ein rauheres Klangbild (z.B. gut für E-Gitarre) erzeugen. Zuletzt können die Übertrager auch durch "Bypass" umgangen werden. Dadurch werden die harmonischen Verzerrungen minimiert und der Frequenzbereich erweitert sich von 1Hz-100kHz. Dieser EQ ist VIEL grösser, als er scheint.

    Wichtig ist bei diesem EQ, dass die Rückseite jederzeit erreichbar ist, denn die Schalter für dB und Übertrager machen das Gerät so vielseitig, liegen aber hinten. Ob in Mono, durch Daisy-Chaining zum 4 Band EQ mutiert und mit extra Roll-Off (vintage), als Buss EQ, evtl. durch "The Pullet" um Mitten-Bänder erweitert oder als Übertragerloser Mastering-EQ - es ist ein enorm vielseitiger Prozessor.

    Klanglich klar für's Mastering geeignet, ist er aber wegen der nicht gerasterten Bandwidth- und Level-Regler, die extrem leichtgängig sind, nicht jedermanns Sache. Wären diese Regler gerastert (also Switches), glaube ich, dass er heute noch gebaut würde. Ein zauberhafter EQ.



    Der Langevin Mini Massive Passive auf der Manley Website

  • Dangerous Music Bax EQ

    Der Bax EQ ist kaum zu hören, aber alles klingt besser. Bei mir ist es in der Regel der letzte EQ in der analogen Mastering-Kette. Die Tiefen sind mächtig, klar, sauber und ganz ohne Wummern, die Höhen schlicht phantastisch! Er räumt unten - und macht oben auf, verleiht Körper, Raum und "teure" Transparenz - auch das Stereobild wirkt erkennbar aufgeräumter.

    Ganz besonders bemerkt man diesen EQ in dem Moment, in dem der "Bypass" aktiviert wird. Dieser EQ scheint eher ein virtuoser HiFi-Loudness-Knopf, als ein EQ zu sein. Er hat zwei "Baxandall"-Kuhschwanz-Kurven, sowie Low- und High-Cut Filter. Über diesen EQ lässt sich ähnlich wenig sagen, wie er Parameter hat. Aber nach dem Hören bleiben keine Fragen offen und es wird klar, warum der Bax in so vielen Mastering Studios anzutreffen ist.

    Will man hauptsächlich ITB arbeiten und nur einen "Sweetener" im analogen Master-Buss, ist der Bax-EQ eine der besten verfügbaren (und bezahlbaren) Lösungen.

    Als Mastering EQ für ein etwas schmaleres Budget ist der Bax eine Überlegung wert - insbesondere, wenn er mit einem Mitten EQ (wie The Pullet) gekoppelt wird, lassen sich sehr überzeugende Ergebnisse erzielen.


Compressor/Limiter

im analogen 2-Buss
  • Rupert Neve Designs Portico II Master Buss Processor

    Der Portico II Master Buss Processor ist Compressor, Limiter, Stereo-Width & Depth Editor inkl. "EQ" (Filter), MS, Parallel-Processing und Sättigungs-Blenden, eingebunden in einen Buss - mit vier LED-Meters für Compression und Volumen.

    Der MBP bietet extra hohe Ströme (72V/±36V) und "riesige" Übertrager sorgen für hervorragende Dynamik und Impulswiedergabe. Auch Sidechain I/O's sind vorhanden. Der Stereo-Field-Editor ist der wirkungsvollste, den ich je verwendet habe.

    Dieser Prozessor allein kann bereits als kompletter "Master-Buss" (ohne EQ) durchgehen, denn er bietet die entscheidenden Tools und gibt einen sehr soliden, analogen Fingerabdruck - vielleicht genau die Art "Konsolensound", den so viele in der Summierung gesucht hatten. Der integrierte Compressor ist schlicht beeindruckend: man hört ihn nicht arbeiten. Ein Compressor mit eigener Parallel-Blende ist zudem eine super Idee! Bevor ich eine Konsole hatte, war der MBP der grösste Schritt in Richtung des begehrten "Konsolensounds" - technisch ist dieser Prozessor ein Koloss.

    Der Stereo-Field Editor hat eine Längs- und eine Querachse, jeweils mit zuschaltbaren EQ (2 Bänder), damit Phasenprobleme vermieden werden können. Nicht zu vergessen ist der sehr gute Limiter. Wirklich erstaunlich - und es gibt nur einen Regler! Der Master Buss Processor ist eines meiner absoluten Lieblings-Geräte!

    Für mich war dieser Prozessor ein Glücksgriff - und Rupert Neve hatte immer ein Händchen für Compressoren. Phantastisch! Dies wäre der letzte analoge Prozessor, den ich wieder herausrücken würde.

    Auf der NAMM 2021 waren zwei neue Geräte von Rupert Neve Designs zu sehen, die ich sehr interessant finde, und die auf die Veränderungen in der tontechnischen Arbeit hervorragend eingehen und die Hardware "neu definieren": der 5057 Orbit Summierer mit "Drive"-Option (in Form eines -6dB Augangs) und der Master Buss Converter - mit eigener Clock, einem analogen Limiter, sowie den Neve-typischen Übertragern und Silk-Schaltung.

    Der Master Buss Processor auf der Rupert Neve Designs Website

Der digitale 2-Buss

EQ/De-Esser/Compressor/Limiter
  • Weiss EQ1 Dyn/LP

    Der Weiss EQ1-DYN-LP ist (oder war) wohl der, in Masteringstudios weltweit, am häufigsten anzutreffende Equalizer. Viele Mastering-Ingenieure betrachten ihn als eine Art "Maß der Dinge" und schwören regelrecht auf dieses Präzisionswerkzeug. Sein Ruf ist legendär, wie auch der Ruf der Firma Weiss insgesamt.

    Der 7-bändig ausgelegte Equalizer besitzt keine Wandler und hat nur digitale IO's - daher hat er auch im Setup einen besonderen Platz (in der virtuellen Konsole). Meine Version dieses Equalizers ist die DYN-LP Version - das ist die maximale Ausbaustufe und bedeutet, dass er in verschiedenen Modi gestartet werden kann: als dynamischer Equalizer (im Verhalten einem Compressor nicht unähnlich) oder im Linear Phase Mode - insbesondere bei chirurgischen Eingriffen in dieser Disziplin wohl unübertroffen. Im LP-Mode verdoppelt sich die maximale Flankensteilheit der Cut-Filter auf 24dB.

    Zu den Vorzügen dieses Prozessors wird auch sein gutes Benutzer-Interface gezählt - dank seiner digitalen Natur bietet er viele, die Effizienz betreffende Vorzüge. Trotzdem habe ich mir zum Kennenlernen einen kleinen Editor programmiert, mit dem deutlich schneller eingegeben werden kann (kein "Steppen" und weniger Drehen der MIDI-Encoder am Gerät) - schliesslich versteht der EQ1 MIDI. Rechts ist ein iPad-Screenshot meines Editors zu sehen.

    Es ist verbal schwer zu vermitteln, aber im Gegensatz zu analogen Equalizers (IIR/Infinite Impulse Response) kommt dieser EQ ohne Phaseshifting aus. Dies und die extremen Q-Werte ermöglichen es, das Material präzise vorzubereiten oder zu reparieren (z.B. mit haarfeinen Notches). Der Weiss EQ1 ist einfach so unaufgeregt und souverän - es gibt nicht dieses "Aufschaukeln" der Kurven (auch im Cut). Mit diesem Equalizer ist es, als ob man das Universum aufräumen und neu ordnen könnte! Für's Mastering benutze ich ihn (als letztes Gerät) auch in Nullstellung, da der Weiss EQ1 intern mit up- und downsampling arbeitet. Das Ergebnis klingt eindeutig besser. Beim Überspielen alter DAT-Cassetten fiel mir, im Verhältnis zu den direkt in die ULN-8 überspielten Aufnahmen, der deutlich bessere Klang auf. Wahnsinn! Alles in Weiss-Ordnung.

    Weiss Website


    Weiss DS 1 Mk3

    Es ist zwar keine Hardware, aber das PlugIn des WEISS DS1 Mk3 verdient einen Platz unter der Hardware. Es bildet bei mir zusammen mit dem (Hardware-) EQ1 die "digitale Vergoldungsstufe" in meinem Mastering Setup (hinter dem analogen Bus). Dieses PlugIn ist eine "Line by Line" Portierung des Codes und keine Emulation der Hardware - ein digitaler De-Esser, Compressor und Limiter. Sozusagen das Gegenstück zum EQ1. Durch sein Filter kommt der DS1 auch "in die Nähe" eines EQ und er ist einzigartig darin, zu entmuffen, verschlanken, Transparenz, Glanz oder Eleganz zu verleihen. Bisher durch den Preis von über 10.000.- eher unerschwinglich, ist er nun nativ verfügbar!

    Der Weiss DS1 Mk3 bietet auch Parallel Compression, M/S Mode, Sidechain Link und erlaubt über den Monitorswitch das "Querhören", ähnlich dem Solo-Switch am Mixer - sehr hilfreich, um bei M/S und Sidechain-Operationen die optimalen Einstellungen zu finden. Das PlugIn bietet zusätzlich eine Realtime-Waveform als hilfreiche Visualisierung und zwei Limiting-Algorithmen, die die Funktionalität vor allem stilistisch erweitern. Nun ist der DS1-Mk3 auch zum Lautmachen geeignet - die neuen Algorithmen öffnen die Tore zur Popular-Musik und den heutigen Anforderungen der Bearbeitung. Beide Algorithmen pumpen nicht so schnell, wie der Original-Algorithmus und greifen tiefer/strenger/härter.

    Die Veröffentlichung des DS1 Mk3 als PlugIn ist für mich ein Markstein und der Anfang einer neuen Zeit. Phantastisch. Die beiden Weiss Werkzeuge ersetzen nicht die EQs und Kompressoren des analogen Mastering-Bus, sondern erlauben im Verbund ein letztes "Finetuning" bzw. den letzten Schliff. Sie wären aber bereits alleine eine ultimative Mastering-Kombo - so etwas "für die Insel".

    Die Software ist von der Arbeitsweise und Wirkung identisch zur Hardware und laut Daniel Weiss klingt das PlugIn gleich, wie die Hardware. Ich bezweifle aber, dass der Klang wirklich identisch ist, da die interne Verarbeitungs-Geschwindigkeit und Bit-Breite mit dem PlugIn eventuell nicht ganz erreicht werden können. Ich kenne die Eckdaten der Hardware nicht (und finde keine Angaben dazu), kenne es aber von "gut" klingender Digital-Hardware, dass diese intern mit 80bit Breite und über Assembler, einer "schnellen" Programmiersprache, die über Befehlssätze direkt auf den Prozessor zugreifen kann, diese guten Ergenbnisse erzielt. Das kann ein PlugIn in VST- oder AU-Format eher nicht leisten. Ich sage es auch, weil der Weiss EQ1, den ich habe (Hardware), eine gewisse Aura erzeugt, die dem PlugIn komplett fehlt und ich mich daran zu erinnern glaube, dass die DS1 Hardware diese Aura auch erzeugte. Leider kann ich aus Ermangelung der Hardware nicht 1zu1 vergleichen (und bin nicht mehr in der Schweiz). Trotzdem: tolles PlugIn! Mir gefällt die Anordnung und Auswahl der Parameter. Auch wenn DS1 Mk3 MIDI-steuerbar ist (7bit) - empfehlenswert ist ein Blick ins Weiss DS1 Mk3 Manual (Seiten 28-32), denn viele Parameter haben weniger, als 128 Stufen.

    Vielen Dank an Daniel Weiss und Softtube! Ein grandioser Schritt!

    Softube Website


    Die digitalen Prozessoren liegen bei mir meistens ganz am Ende, hinter dem analogem Bus, sie können natürlich auch davor gesetzt werden. Sie sind auch nicht nur zum Mastern geeignet, denn die Vielseitigkeit dieser beiden Prozessoren macht sie auch zur ersten Wahl für alle chirurgischen Operationen beim Mixing/Editing.

    Für elektronische Musik ist der DS1 eine Waffe! Insbesondere im Monitor Mode lassen sich krasse Filterungen realisieren: 24 dB Filter und max. 70 dB Knee-Range. Über M/S lassen sich Klänge durch das Filter geradezu umstülpen.

    Auch für den DS1 habe ich mir eine iPad Steuerung gebaut. Gerade beim Mastern ist es sehr angenehm, wenn man beim Regeln nicht Kopf oder Körper bewegen muss und mit dem iPad sind die erforderlichen Bewegungen minimiert.



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Die Verkabelung

im Studio
  • Besonders im Studio (und für Aufnahmen) sollte die Qualität der Kabel möglichst hochwertig sein. Die Unterschiede sind erstaunlich! Meine Kabel sind hauptsächlich von Mogami, Sommer, Vovox und Isoda. Stecker und Buchsen sind von Neutrik und Switchcraft.

    Leider (oder: zum Glück) gibt es unzählige, unterschiedliche Kabel von jedem Hersteller und nicht alle Kabel sind geeignet oder gleich gut. Die Vovox Kabel sind für "on the road" eher zu empfindlich und auch für das Konto eine (für mich zu) schwere Belastung, so dass ich sie nur für einige Mikrofone einsetze.

    Während meine Multicores grösstenteils von Mogami sind und die Auswahl nicht schwer ist, ist es bei Sommer ganz anders. Durch Zufall kam ich an ein 2m 16ch Sommer Pegasus Kabel, das ich für die Verkabelung der Transfer-Konsole nahm, weil ich die kurzen Mogami Kabel, die ich dort hatte, woanders brauchte. Die Überraschung war gross: das Pegasus Kabel klang deutlich besser!



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Beschallung

Amps + Speakers

    Studio-Monitore Neumann KH 310A und 810 Subwoofer

    Seit Anfang 2014 arbeite ich mit Neumann KH 310A und bin sehr glücklich damit. Erstaunlich, wie unaufgeregt alles zu hören ist! Sie bieten ein phantastisches Stereobild und ermöglichen unangestrengtes Hören!

    Die geschlossene Bauweise macht die Handhabung sehr unkompliziert. Durch 3-Wege und 34Hz Untergrenze sind sie auch ohne Subwoofer sehr gut zum Mixen geeignet. Wirkliche Spitzen-Monitore! (Der Einsatz eines Subs macht Phasenabweichungen wahrscheinlich, daher ist das Mixen ohne Sub einfacher, effizienter und weniger ermüdend.) Als alter Klein+Hummel "Fan" war ich zuerst mißtrauisch, ob die Übernahme durch Neumann eine gute Sache ist, aber das Mißtrauen hat sich mittlerweile aufgelöst.

    Die Neumann KH 310 - Website


    Der KH 810 Subwoofer ist die perfekte Ergänzung der KH 310A Monitore. Er bietet einen 7.1 High Definition Bass Manager™, welcher allen Anforderungen, von Mono bis zu 7.1-HD-Formaten, gerecht wird und ist 65 cm tief!

    Neumann KH 810 - Website


    Utility-Monitore Tannoy Reveal 402

    Die Reveal 402 liegen irgendwo zwischen HiFi-Box, Studio-Monitor und Computer-Anlage und versetzen in Erstaunen: diese kleinen Speakers sind wirklich in der Lage, die ganze Musik abzubilden!

    Natürlich ist aufgrund der kompakten Grösse sowohl die Tiefenstaffelung als auch die Räumlichkeit unvollkommener, als bei den grossen KH310A. Es wäre auch bedenklich, wenn nicht - aber mit diesen Boxen lässt sich arbeiten und sie taugen für mich sogar als B-Speakers.



    Die Bässe sind etwas überbetont, aber, bezogen auf aktuelle Hörgewohnheiten, ist das sicher realistisch. Die Höhen bieten sogar fast eine Art mikroskopierende Ansicht (ohne dabei schmerzhaft zu sein). Natürlich ist alles etwas direkter, weil kompakter.

    Diese Speakers sind besonders als "Utility-"Boxen zu empfehlen, weil auf der Rückseite neben symmetrischen und unsymmetrischen Mono-Eingängen auch ein Stereo-Miniklinken-Eingang und und ein Monitor-Link Ausgang (Miniklinke) sind. Das Link-Kabel wird mitgeliefert.

    Ich hatte diese Monitore für €120.- (Angebot) bekommen. Inzwischen sind sie etwas teurer (Paar: 178.-) und vielleicht nicht mehr so konkurrenzlos - aber sie erfüllen auch nach 6 Jahren noch immer ihre Aufgaben zu meiner Zufriedenheit.

    Zum "Resetten" des Gehörgangs und für eine bessere Vorstellung, wie es auf "normalen" Anlagen klingen mag, empfinde ich diese Lösung als durchaus gut geeignet.

    Tannoy Reveal 402 - Website

  • Nexo PS-8 PA

    Nexo PS8 - diese Kleinst-PA ist eine Freude! Ihre Leistung (Abstrahlungsweite) und ihr Klangbild stehen den ganz grossen Namen dieser Branche - wie MeyerSound oder D&B - in Nichts nach. Mit der wirklich kleinen PS 8 ist Nexo ein grosser Wurf gelungen! Die PS 8 hat sehr klare Höhen und kann ein stabiles, musikalisches und ausgewogenes Klangbild abgeben! Der Subwoofer ist sehr schnell und früh genug zu hören - dies war ein kleiner Schwachpunkt der PS 10 MkI (in alter Bauweise). Diese PA ist auch hervorragend für "instrumental" verstärkte Live-Elektronik im Kammermusik-Ensemble geeignet. Trotz geringer Grösse leistet sie unglaubliche 1750 Watt. Das Beste: für 4-kanalige oder extra "fette" 2-kanalige Aufführungen habe ich zwei dieser PA's!

    Die Subwoofer sind sogar für den PKW Transport geeignet - und Kofferaum-tauglich. Die abgebildete Nexo Endstufe - mit integriertem Controller - gibt es nicht mehr. Die neue Lösung besteht aus zwei 19' Geräten, Controller und Verstärker, ist noch etwas grösser, schwerer und teurer.

    Nexo Website - PS-Series





    Traynor K4 Keyboard Combo

    Für´s Fender Rhodes fiel meine Wahl auf den, in Europa nur wenig verbreiteten, Traynor K4 Combo-Amp. Durchsetzungsfähigkeit und Klang sind beeindruckend. Dieser Amp ist eine kleine PA in einem Combo. 2 Equalizer, 3 Verstärker, 4 Stereo-Kanäle, 5 Lautsprecher und sehr laute 300W (200W Low und 2x 50W High). Röhren- oder Transformator-Betrieb ist umschaltbar. Overdrive und Lead Level sind auch per Footswitch schaltbar. Auf der Rückseite ist ein, vom Master-Volume entkoppelter, symmetrischer Stereo Ausgang (2x XLR). Seine Ausstrahlung auf der Bühne ist souverän, ausgewogen, kompakt und kräftig.

    Auch als Verstärkung von Live Elektronik mag ich diesen Amp sehr! Sehr plastisch und "physisch". Alle Eingänge sind symmetrisch und Kanal 2 kann auch für ein Mikrophon genutzt werden (XLR).

    Combo-Amps für Keyboards/Synths waren immer ein Problem - nicht aber der Traynor K4. Ein Super-Amp! Ich hatte das Glück, das letzte Modell vor der RoHs Umstellung zu bekommen. Nach ca. einem Jahr tauchten zwar RoHs konforme Modelle (mit verändertem Logo auf dem Gitter) auf, aber es wurde still um den Amp. Leider wird er inzwischen nicht mehr gebaut.

      Traynor Website




      Furman AC-210 A E Power Conditioner

      Manchmal - es lässt sich nicht vermeiden - gerät man an ein unsauberes Stromnetz - und Combo-Amps reagieren darauf bekanntermassen sehr empfindlich. Für diese Fälle habe ich einen Furman AC-210 A E Power Conditioner. Der AC-210 lässt sich sogar im Combo-Amp fixieren - Klammern werden mitgeliefert. Es hat schon manchen Abend gerettet!