Stompboxes

    Die FX-Schleife

    aktualisiert: 5/2021

    Auch mit Synthesizers sind Stompboxes beliebt, jedoch eher in kleineren Mengen, als bei Gitarristen, da Synthesizer ja bereits Filter, Waveshaper, etc. haben. Mit den Effekt-Kistchen lassen sich aber aufregende Farben und eine deutliche Individualisierung des Instrumental-Sounds erreichen.

    Für die Pedale habe ich mir ein Pedalboard gebaut - das schalte ich allerdings nicht mit dem Fuss, sondern in erster Linie über MIDI oder mit der Hand. Die Stompboxes ermöglichen eine deutlich bessere und facettenreichere Ausformung der Synthesizer-Klänge.

    Das Pedalboard liegt bei mir im "Aux-Weg" des Synthesizers, z.B. beim Buchla als Insert im Matrix Mixer oder beim 2600 zwischen Filter und VCA. Die Klänge laufen also zuerst zurück in den Synthesizer - haben daher noch einen VCA oder LPG vor sich, bevor sie an Amp und Speaker abgegeben werden. Das Board hat Boost, Overdrive, Fuzz, Compressor, EQ, 2x Delay (analog und digital) und Reverb. Die Effekte sind in zwei Loops organisiert und sind Mono. Den Stereo-Phaser (rechts oben) benutze ich nur am 2600 Gray Meanie (hinter dem Stereo Out), denn im MOTM und Buchla habe ich bereits Phaser Module.

    Mit der Ankunft des 2600 Gray Meanie (März 2021) ist das Pedalboard bei mir wieder stärker in den Fokus gerückt, weil der Gray Meanie (eine Neu-Interpretation des ARP 2600 "Gray Meanie" von 1971) nicht in der Weise in mein Computer-Synth-Setup integriert werden soll, wie MOTM und Buchla, sondern eher Richtung "standalone" und als komplett eigenständiges Instrument (ohne Computer). Ich habe deshalb mein Stompbox-Setup erweitert und ein etwas grösseres Pedalboard mit besserem Netzteil gebaut. Ich konnte feststellen, dass sich auch bei den Pedalen in den letzten 10 Jahren viel getan hat!



    Looper

    Lehle D.Loop SGoS

    Es ist kein "Audio-Looper" (Sampler). Als "Loop" werden auch Send/Return Wege bezeichnet. Der D.Loop hat zwei Loops (A+B) und einen Buffer, der mit einem Booster (bis max. +12dB) versehen ist. Zudem ist der D.Loop mit MIDI ausgestattet, so dass das Umschalten gesendet werden, oder - für mich ein Segen - die acht möglichen Schaltzustände (Presets) über MIDI abgerufen werden können. Für die grossen Switches lassen sich drei Schalt-Kombinationen (Buffer und Looper A/B An/Aus) festlegen (speichern). Über die kleinen Knöpfe neben den LEDs können Buffer und Loops einzeln manuell aktiviert oder deaktiviert werden. "SGoS" steht für "Second Generation of Switching".

    Der D.Loop wird über Relais geschaltet und, damit alles sauber und knackfrei verläuft, wird das Signal beim Umschalten im Ms-Bereich gemuted (was nicht zu hören ist), bevor es in der neuen Konfiguration wieder ausgegeben wird. Ich habe es mal gemessen: damit keine MIDI-Messages verschluckt werden, sollten 75ms zwischen den MIDI PGM-Change Befehlen liegen. Für mich ist es allemal schnell genug!

    Lehle Boxes sind kleine Meisterwerke! Man kann das sofort spüren. Das ganze - modulare - Konzept macht schnell deutlich dass hier alles zuende gedacht wurde und die Umsetzung kompromisslos war. Die Box akzeptiert Mono (symm./unsymm.) oder Stereo-Signale (TRS) - selbst CV Signale können gerouted werden, was den D.Loop auch für Modular-Synthesizer interessant macht. Auch bei der Stromversorgung zeigt sich der D.Loop variabel: 9 bis 20 Volt DC können angeschlossen werden.

    Presets können am D-Loop einfach gespeichert werden - die Bedienung ist denkbar einfach und intuitiv gehalten. Am Gerät selbst lassen sich 3 Presets abrufen (3 Switches). Bis zu 3 Lehle Boxes können verbunden- und so alle Switches als Programm-Taster eingesetzt werden. Bei zwei dieser Boxes sind dann also 6, bei drei Boxes, 9 Presets über die Switches abrufbar. Die Switches können entweder Pgm 11-13, 14-16 oder 17-19 senden. Über MIDI lassen sich aber auch mit einer Box alle 8 möglichen Schaltzustände speichern und abrufen. Wenn sie z.B. als Pgm 1-8 gespeichert werden, lassen sich in den Boxes eigene Konfigurationen (Pgm 11-19) speichern.

    Um die bidirektionale MIDI-Kommunikation über ein TRS-Klinkenkabel zu ermöglichen, bedient sich Lehle eines Kniffs: Lehle-Boxes sind immer im "Empfangs-Modus". Nur durch Drücken eines Switches wird ein "PGM-Send" ausgelöst. Um diese Bidirektionalität auf meine Max-Patches auszuweiten, habe ich mir ein "gefährlich aussehendes" (und nur für diese Anwendung zu gebrauchendes) Kabel gebastelt, so dass das Menue in Max (mit allen 8 Schalt-Positionen) über dieses Kabel auf die aktuelle Position upgedated wird, falls ein Switch auf der D.Loop Box gedrückt wird.

    Da das, von Lehle gebaute MIDI-Kabel (links im Bild) mit meinem D.Loop mitkam (Gebrauchtkauf) und D.Loop sowohl Program Change empfängt, als auch sendet - je nachdem, ob der (DIN) MIDI Stecker in einer In- oder Out-MIDI-Buchse steckt - und weil ich mir mit Max die MIDI-Vorgänge genau ansehen kann, habe ich mir ein TRS-Klinke zu 2x MIDI gebaut. Dazu sind die drei benötigten Adern beider DIN-Stecker einfach zusammengelgt, also identisch. Zusammen mit dem MidiLink Mini-Interface funktioniert es - ich habe aber auch ein billiges USB zu MIDI Interface Kabel, mit dem es nicht geht. Mit dem MidiLink kann ich sowohl die drei Switches am D.Loop drücken und Max empfängt die aktuelle Position, oder, ich kann von Max aus alle acht möglichen Positionen des D.Loop aufrufen.



Das Schalten der Relais ist übrigens deutlich akustisch hörbar/wahrnehmbar. Technik-affine Menschen werden das mögen, weil es ein Hinweis auf das gute Innenleben der Box ist, aber für leise Kammermusik, z.B. Violine und Live Elektronik, wäre es vielleicht hinderlich. Allerdings kommen bei so leiser Musik i.d.R. auch keine Verzerrer zum Einsatz und daher ist dieses Problem eher "sehr relativ".

Im Video ist der Buchla zu hören. Der Lehle D.Loop wird über MIDI geschaltet. Wenn man gut hinhört, ist zu Beginn auch das leichte Verzerren des Boosters (Teil des D.Loop) zu erkennen.

    Booster

    Lehle D.Loop

    Ein Buffer dürfte bei Synths eher selten benötigt werden, jedoch ist der Buffer des Lehle D.Loop-SGoS auch als Booster zu gebrauchen - und das macht sehr feine, harmonische Verzerrungen möglich. Gerade vor den zwar guten, aber doch "etwas leblosen" digitalen Delay- oder Reverb-Boxes macht das den Unterschied! Auf einmal klingen diese Teilchen wie 1965 und bekommen Charakter! Aber total kontrolliert - nicht durch Zufall und auch ganz ohne Rauschen! Das bringt eine massive Aufwertung, jedenfalls nach meinem Ermessen.

    Da die Booster-Position in den meisten Fällen feineingestellt fixiert wird, ist der flach ausgelegte Poti-Knopf ideal, denn er verstellt sich beim Transport nicht so leicht, wie eine Poti-Kappe - er ist eher wie ein Trimmer, der mit der Hand (statt eines Schraubenziehers) verstellt werden kann.

    So ein (guter) Booster scheint das geeignete Mittel zu sein, digitale Delays und Reverbs in die eigene Klangvorstellung zu bewegen. Die +12dB Boost sind für mich viel zu viel, da das Signal ja schon verhältnismässig laut ankommt - maximal booste ich etwa 3-5 dB.

    Seit ich den Lehle D.Loop habe, bin ich auch richtig glücklich mit meinen TC Electronic Boxes, weil ich jetzt das Signal boosten und etwas anzerren kann. Auf einmal klingen sie in meinen Ohren "richtiger". Vorher hatte ich sie direkt im Synth und war zwar zufrieden, aber längst nicht glücklich. Es war einfach zu sauber (clean) und etwas langweilig. Mit dem Lehle-Booster bekommt der Klang eine eigene (wunderbare) Färbung und kontrastiert so viel besser im gesamten Klangbild! Ich sehe, gerade bei Stompboxes, keinen Grund, in extrem teure Geräte zu investieren, die ja in grosser Anzahl zur Verfügung stehen. Trotzdem aber soll mein Pedalboard brennen! Der D.Loop macht's (für mich) möglich!


    Lehle Website




    EQ

    Source Audio SA 270 - One Series EQ2

    Dieser EQ ist wirklich spektakulär! Er ist in Stereo ausgelegt, die beiden Kurven können aber auch parallel oder in Serie benutzt werden. Mit ±18 dB (auf jedem Band kann er etwas mehr zupacken, als man es erwartet. Er hat einen Switch-, bzw. Pedal-Anschluss, vereinigt die Übersichtlichkeit eines grafischen- mit den Vorzügen eines parametrischen EQ - inkl. variabler Resonanz! Auch die EQ-Band-Frequenzen für die Slider lassen sich, wie Q Factor, frei bestimmen oder über Pedal oder MIDI bewegen. Zusätzlich sind Noise Gate, Limiter, ein zusätzlicher regelbarer +12 dB Clean Boost und sogar ein Stimmgerät im EQ2. Der EQ2 hat vier Preset Buttons, hat aber über MIDI oder USB 128 Presets. Über USB lässt sich ein Editor anschliessen (Mac, Windows, iOs und Android) und es gibt - sehr lehrreich - Presets zum Download. Meine Aufzählung ist unvollständig - der EQ2 ist wirklich eindrucksvoll!

    Ein EQ auf dem Synth-Pedalboard ist wirklich Gold wert - erst recht, wenn er soviel kann, wie der EQ2. Es ist wohl das "einflussreichste" Pedal auf meinem Board! Dem Synthesizer kann eine Art Frequenz-Korsett angelegt werden, wodurch ganz neue Klangfarben möglich sind. Der Charakter des Synths kann völlig verändert werden, die "Ausleuchtung" macht alles viel detailierter. Die Verwüstungen des Fuzz können besser zur Geltung gebracht werden oder der Eingang des Overdrive kann mit einem abgestimmten Frequenz-Paket versorgt werden, um die gewünschten Klangfarben zu erhalten. So erinnern die Klänge oft mehr an Instrumente, als an den Synth - der "Sound" des Instruments wird wesentlich nuancierter und individueller. Auf meinem Board sitzt der eine Mono-Block deswegen zwischen Fuzz und Overdrive und der zweite zwischen dem Ausgang des D.Loop und dem Reverb, bevor das Signal zum VCA des Synths zurückgeschickt wird.

    Der EQ2 erinnert mich an ein Max-Patch, das ich für meinen Buchla gemacht hatte (Input mit parametrischem EQ) bevor ich das "Model 227e" (System-Interface /Mixer) hatte - und für mich ist der EQ2 ein bißchen, wie ein Max Patch in einer Box, und das ist gut, denn so geht es auch ohne Computer. Die Klang-Charakteristik des Synthesizers kann mit dem EQ2 viel besser auf den Punkt gebracht werden!


    Ein Blick auf den Editor: sehr klar und übersichtlich zeigt er etwas deutlicher, was im EQ2 steckt. Die Kurven lassen sich "swappen" oder durch ein Pedal hin- und her blenden - auf jedem Preset liegen ja zwei Kurven! Für die Pedal-Steuerung können maximal 4 Parameter ausgewählt und gemeinsam bewegt werden. Das ermöglicht z.B. eine sehr präzise Wah-Einstellung. Durch die ±18 dB, Resonanz, Booster und Limiter kann das Wah auf Wunsch auch etwas aggressiver ausfallen. Die Steuerung kann anstelle des analogen Pedals auch via MIDI ausgeführt werden.

    Weil mir der EQ2 so gut gefiel, hatte ich auch den Switch und das Pedal von Source Audio bestellt. Das Pedal hat einen kurzen Regelweg, was mir für ein Wah besser gefällt, als der lange Weg des Yamaha FC-7, aber es gab dann doch sehr viele negative Punkte, die mich zweifeln liessen: die ganze Bauweise, mit Zahnriehmen (!), wirkt eher, wie aus den 60er Jahren. Fragwürdig erscheint mir der "armselige" Poti an der Seite des Pedals. Nicht gefallen hat mir auch die Verwendung des 3,5mm Mini-Kabels (TRRS) am Pedal, sowie die Qualität der Stecker, Kabel und Buchsen - das mitgelieferte 6,3mm TRS Kabel sitzt so locker, dass man Angst hat, es könne "herausfallen". Das nicht aufhörende Quietschen des Pedals gibt mir eigentlich den Rest.

    Dennoch habe ich das "Source Audio Dual Expression Pedal" (vorläufig) behalten, weil es "aggressiver" regelt - das ist willkommen beim Wah-Einsatz. Der alternative 6,3mm TRS-Ausgang regelt leider in die falsche Richtung, wie auch alle anderen Expr.-Pedale, die ich versucht habe. Ich befürchte, es ein Bug im EQ2, weil TRS so ja keine "Alternative" zum TRRS ist - ich muss das noch mit der Firma klären. Natürlich lässt sich das Wah auch mit MIDI-Pedal regeln - das geht sehr gut, ist aber nicht so aggressiv ausführbar, wie über ein analoges 50k Pedal (das vom EQ2 in 10bit Auflösung verarbeitet wird). Wird statt Wah "nur eine Frequenz geregelt" (auch mit Q und Vol., aber eben nicht als Wah-Effekt), ist das über Pedale mit grösserem Regelweg besser auszuführen - auch über MIDI. Es fühlt sich etwas indirekter an - ähnlich wie bei einer MIDI Tastatur.


    Die Source Audio Pedale sind wohl vor allem für Gitarristen/Bassisten interessant, denn Keyboarder haben ja meistens bereits "genug" Pedale zu bedienen und ausserdem MIDI im Instrument. Ich benötige vor allem Presets, Bypass und Tuning - das ist über MIDI unkompliziert zu schalten. Nur die "Wah"-Steuerung, die mir auch sehr wichtig ist, möchte ich lieber mit einem analogen 50 kΩ Pedal steuern.

    Der Source Audio Switch ist mit € 45.- auch sehr teuer, aber äusserlich eine vollendete Erscheinung - und er ist ohne "Klick"-Geräusch zu betätigen. Im Editor lässt sich einstellen, wie er sich verhalten soll ("Momentary" oder "Latching"). Der Switch bleibt bei mir, allerdings als Portamento-Switch für den 2600 Gray Meanie. Mein bisher verwendetes, € 6.- Mini-Sustain-Pedal rutschte immer weg, lag plötzlich verkehrt herum und machte beim Bedienen Lärm durch das resonierende Plastikgehäuse. Der Source Audio Switch ist deutlich kleiner, deutlich schwerer, rutscht nicht so leicht weg und macht keine Geräusche, wenn man ihn betätigt. Ich werde ihn durch einen Lehle Switch BTN sogar noch etwas aufwerten. Der Lehle-Switch ist noch leichtgängiger und hat einen breiteren und runderen Kopf, der sich nicht so in den Fuss bohrt, wenn man ihn als Sustain Pedal betätigt.


    Ein Wort zur MIDI Steuerung des EQ2: die Auflösung ist im Vergleich zu einem 50 kΩ Pedal natürlich deutlich eingeschränkt (7bit=128 Steps). Während die App und die 50 kΩ Steuerung bei den "EQ-Band-Levels" 0.2dB Schritte machen, hat die MIDI-Steuerung hier nur 36 Steps, d.h., bei ±18dB sind das genau 1dB pro Step, also nur ein Fünftel der 50 kΩ Auflösung. Es ist zwar nicht zu hören und scheint durch ein "Slew" verhindert zu werden, aber ich denke, es ist gut, das zu wissen. Beim Q sind stehen 95 Steps (von 0.5 bis 10.0) zur Verfügung und bei der Frequenz alle 128 Steps für den Bereich 20-20.000 Hz. Man arbeitet aber ja mit dem Pedal über ein vorher festgelegtes Spektrum, z.B. von 300 - 2000 Hz, und da relativiert sich schon wieder alles mit der Auflösung.

    Die Software ist gut gedacht, wirkt aber noch unfertig und offenbart "schräge" Bugs. Will man zum Beispiel die MIDI Adresse "Source Audio EQ2" aufrufen, wird sie nicht erkannt. Der Grund: hinter dem Namen sind noch elf Leerstellen, die man nicht sieht, die aber unbedingt da sein müssen. Das wirkt nicht sehr souverrän. Auch beim Firmware Update von 1.14 auf 1.15 klappte es erst beim achten Versuch. Vorher wurde es durch eine "upgrade failed" Meldung abgebrochen. Als 1.15 endlich installiert war, kam die Meldung: "Bitte die aktuelle Firmware 1.14 installieren. Man braucht Nerven.

    Die Eckwerte und Funktionalität des EQ2 sind jedoch "erhaben:

    • Maximum Input Level: +6.54 dBV = 8.76 dBu = 2.12 V RMS = 6.0 V pp
    • Full Scale Output Level: +6.54 dBV = 8.76 dBu = 2.12 V RMS = 6.0 V pp
    • Input Impedance: 1 Mega Ohm (1 MΩ)
    • Output Impedance: 600 Ohm (600 Ω)
    • 110 dB DNR Audio Path
    • 24-bit Audio Conversion
    • 56-bit Digital Data Path
    • Universal Bypass (relay-based true bypass or analog buffered bypass)

    Die Sampling Frequenz muss ich noch erfragen.


    Das neun Anschlüsse ziemlich viel für eine Stompbox sind, lässt sich auf dem Bild schnell erkennen.

    Fazit:
    der EQ2 ist ein echter Knaller!
    Die Software sollte noch verbessert werden.
    Die Pedale müssen nicht unbedingt von Source Audio sein.

    Der EQ2 kann eine echte "Geheimwaffe" sein!

    Die Bezeichnung "EQ" ist eine maßlose Untertreibung.





    Delay (analog)

    MXR Carbon Copy Mini

    Das ist ein richtig gut klingendes Delay! Und es klingt gross! Das möchte ich nicht mehr aus der Hand geben. Gerade bei kurzen Delayzeiten wirken die meisten Digital-Delays etwas metallisch, kalt und eher unangenehm. Hier punktet die alte, analoge Eimerketten Schaltung - oder neudeutsch: das Bucket Brigade Delay. Auch das Zeitverdrehen und Feedback fühlt sich "richtig" an. Das tut gut.

    Der grösste Unterschied zu digitalen Delays ist, ausser dem Klang, sicherlich die deutlich kürzere Delay-Zeit: beim Carbon Copy Cloner sind das maximal 600 ms - also ein Zehntel der Maximal-Zeit des Flashback Mini (Digital Delay).

    Das grössere, klanglich gleiche "MXR Carbon Copy" hat sich innerhalb kürzester Zeit verbreitet und ist regelrecht zum "Standard" geworden. Das neuere "Carbon Copy Mini" hat noch einen Miniatur Schalter an der Seite, mit dem es in den höhenbetonteren "Bright-Mode" versetzt werden kann.

    Ich bin nicht sicher, ob ich dafür Verwendung finde, denn das Umschalten ist fummelig und geht nur mit einem kleinen Werkzeug. Gerade auf den eng bebauten Pedalboards liegt der Schalter zudem ziemlich unzugänglich. Klanglich verorte ich den Bedarf des Bright Mode auch eher in der Rockabilly Scene.

    Das Pedal hat im "normalen" Modus einen ausgesprochen warmen und natürlich organischen Klang. Die Modulation, die manuell aktiviert werden kann, arbeitet dezent und lässt das Delay nicht "eiern". Wer das lieber mag, hat aber die Möglichkeit, im Inneren des Pedals die Depth und Speed der Modulation zu verändern. Die kleine blaue LED unter dem Switch ist brutal - wenn man sie nicht abklebt, wird man wohl erblinden.


    Das Pedal hat im "normalen" Modus einen ausgesprochen warmen und natürlich organischen Klang. Die Modulation, die manuell aktiviert werden kann, arbeitet dezent und lässt das Delay nicht "eiern". Wer das lieber mag, hat aber die Möglichkeit, im Inneren des Pedals die Depth und Speed der Modulation zu verändern. Die kleine blaue LED unter dem Switch ist brutal - wenn man sie nicht abklebt, wird man wohl erblinden.


    Gerade, wenn man dem Klang nur etwas Raum geben will - was ein Synthesizer ja grundsätzlich nicht hat - ist ein gutes Bucket Brigade Delay viel hilfreicher und belebender als ein Reverb. Ich wusste schon beim ersten Hören, dass ich dieses Delay nicht mehr zurückschicken werde. Ein wohlklingendes Bucket Brigade Delay, das auch noch als Mini Pedal existiert - was will man mehr?!



    MXR Carbon Copy Mini Website


    Delay (digital)

    tc electronic Flashback 2 Mini

    Auslöser für die Rückkehr von Pedalen war vor Jahren das Flashback Mini von TC Electronic - ich wollte gerne ein Reverse-Delay im Synth, also, bevor der Klang ins Audio-Interface geht.

    Diese kleinen TC Electronic "Mini" Kistchen sind schon extrem verblüffend. Qualitativ ohne Abstriche gegenüber den grösseren Varianten desselben Herstellers, sind sie auf der Höhe der Zeit. Auf der Seite befindet sich ein Mini-USB Eingang und die Geräte lassen wirklich eine Menge an Einstellungen über den dazugehörigen Editor zu! Die verschiedenen Einstellungen lassen sich dann als Presets speichern und eines lässt sich über USB ins Gerät dumpen.

    Das schränkt zwar die Experimentierfreude etwas ein - zum "Basteln" braucht man also ein iPad oder Computer mit USB Verbindung zum Pedal. Der Editor ist aber sehr einfach zu bedienen und die Parameter- und Algorithmen-Fülle ist üppiger, als man erwartet. Zum Spielen benutze ich eigentlich immer dieselben vier oder fünf Presets.

    Inzwischen bin ich zum Flashback 2 Mini gewechselt. Es hat 2 neue Algorithmen und neu ist auch die "Mash"-Funktion - die ich allerdings nicht nutze.

    Wegen seiner Variabilität und der maximalen Delay-Zeit von 6 Sekunden ist dieses Delay wirklich brauchbar.


    tc electronic Flashback 2 Mini Website


    Reverb

    tc electronic Hall Of Fame 2 Mini

    Was wären all die Effekte ohne Reverb?! Nach dem positiven Einstieg mit dem Flashback-Mini bestellte ich mir auch das HOF (Hall Of Fame) Reverb, damals noch mkI. Auch verblüffend gut! Ohne Booster-Aufrauhung vielleicht ein wenig langweilig - zu clean. Für mich war die Entdeckung der Wirkung des Boost im Lehle D.Loop auf das "HOF" erlösend: da war der "alte" Hall-Sound, den ich gesucht hatte.


    Zum Editieren wird wieder der "TonePrint"-Editor benötigt: Hier sind alle Parameter des angeschlossenen Pedals zu sehen - und es sind eine Menge! Sehr gut ist, dass auch Mehrfachbelegungungen für die Hardware Potis einzurichten sind - z.B. "Kill Dry" für die Max. Position des Reglers - toll gedacht und wirklich praxisnah!


    Inzwischen habe ich das Nachfolge-Modell "Hall Of Fame 2" (Bild). Das HOF mkII ist deutlich besser, schon allein, weil es statt einem nun drei Regler hat. Die neue "Mash"-Funktion der neuen TC Generation nutze ich allerdings nicht: einen ganzen Arm aus dem Verkehr zu ziehen, um einen Knopf für einen bestimmten Effekt zu drücken, das wäre zuviel - ich bediene die Teile ja nicht mit dem Fuss... Die drei Regler "Decay", "Tone" und "Level" waren ausschlaggebend für den Kauf - und die Ablösung des alten "HOF".


    Bei mir sitzt das HOF2 Reverb hinter dem Ausgang des D.Loop, ist also nicht in einem Loop, sondern hinter beiden Loops. Es "verklebt" die sehr verschiedenen Sounds der beiden Loops (A: Zerre, B: Delay) beim raschen Umschalten besser. Für "Live" ist es allemal ausreichend und im Studio kann ich den "True Bypass" des Pedals nutzen, um ein besseres Reverb zu verwenden.

    Seitdem ich das Carbon Copy Delay habe, kommen beide TC Minis (Delay und Reverb) bei mir deutlich seltener zum Einsatz.


    tc electronic Hall Of Fame 2 Website





Overdrive

Zvex Channel 2

Endlich ein Overdrive-Pedal, das mir (sehr gut für Synths) gefällt. Der Channel 2 von ZVEX erzeugt eine eher "warme" Übersteuerung, die auch mit leisen Lautstärken funktioniert - und nicht "anspringt", wie ein Fuzz oder zu sehr nach E-Gitarre klingt. Mit dem davor geschalteten Volumenpedal lässt sich ein Holzbläsern ähnliches Klangverhalten erzeugen: je lauter es wird, desto stärker treten die harmonischen Obertöne auf. Ideal, wenn zwischen Volumenpedal und Overdrive noch ein EQ sitzt. Dudk, Oboe, Fagott oder (Bass-) Klarinette kommen einem in den Sinn.

Der wohlige Sound des Overdrive hat ein leicht geschmälertes Frequenz-Spektrum und eine Mitten-Anhebung. Mit dem Synth ist er bei voller Lautstärke schon etwas böse. Auch hier ist ein vorgeschalteter EQ wie Würze. Auch ein Compressor (noch vor dem EQ) ist interessant. Der Channel 2 ermöglicht phantastische Klangfarben.

Früher hatte ich den Channel 2 auch gern vor dem Fuzz - nicht, um zu Übersteuern, sondern um eventuell das Volumen zu senken! Fuzz und Overdrive habe ich im selben FX-Loop, weil ich sie fast nie gleichzeitig zum Verzerren brauche. Der Channel 2 begegnete dem "Fuzz-Lautstärke-Problem", indem das Volumen fast komplett geschlossen wurde. Eigentlich hatte ich auch ohne den Channel 2 keine Probleme mit dem Fuzz, aber durch extremes Herunterregeln des Volumens lässt sich noch "mehr" (kaputterer Sound) aus dem Fuzz herausholen - sprich: mehr Zerstörung. Perfekt. Heute nehme ich wieder mein Yamaha FC9 (Volumen- und CV-Pedal) als Volumenpedal - da ist der Channel 2 nicht mehr nötig und es ist ja soviel angenehmer, die Lautstärke mit dem Fuss zu steuern!

Beim Channel 2 steht der halbe Regelweg (7-12Uhr) des Volume-Reglers zur Verfügung, um das Signal abzuschwächen. Sind Volumen und Gain auf "0" gestellt, kommt auch kein Signal mehr durch den "Channel 2". Es ist also wirklich ein richtiger "Channel".



Fuzz

Zvex Fuzzolo

Mit dieser Verzerrergattung ist der wohl sensibelste Punkt erreicht, denn es gibt klangliche Überschneidungen mit dem Synth (Waveshaping / Rectifying) und es gibt wohl weit mehr Fuzz-Pedale, als mögliche Fuzz-Geschmäcker. Alles basiert auf zwei charakteristischen Fuzz Grund-Typen: Germanium und, seit Ende der 60er Jahre, Silicon. Dieses ist ein Silicon Fuzz.

Es ist vom Fuzz-Mega-Spezialisten ZVEX und heisst Fuzzolo. Nicht nur, dass es von der Grösse perfekt zu meinem Mini Pedalboard passt - auch der Klang entspricht dem, was ich vom Fuzz erwarte.

Ein Fuzz verwandelt den eingehenden Klang in Rechteck-Wellenformen, aber nicht so gediegen, wie ein Waveshaper, sondern eher brutal. Der Fuzz Effekt wurde dem Klang eines kaputt gegangenen Mischpultkanals nachempfunden. Neben dem Volume verfügt das Fuzzolo nur über einen Pulse Width Regler (rechts), einen Modulator, mit dem die Pulse-Wave Länge verändert werden kann, so dass der positive und negative Anteil des Klanges ("oben und unten") nicht mehr gleich lang sind. Bei maximaler Einstellung kann das bis in die Phasenauslöschung gehen, die dann wie ein Gate wirkt. Der Ton stirbt ab, zerbricht oder wird abgerissen. Eine sehr schöne Zerstörung!

Das das Fuzzolo besser mit dem Synth funktioniert, als andere Fuzz-Pedale, liegt auch daran, dass im Inneren des Pedals ein Jumper sitzt, der umgesetzt werden kann, um mit den Werten aktiver Pickups zu arbeiten, was auch dem Synthesizer sehr entgegen kommt.

Das häufigste Problem zwischen Synth und Fuzz ist die Eingangs-Impedanz des Fuzz, die meistens auf passive Pickups eingestellt ist. Der eingehende Pegel vom Synth ist dann viel zu hoch.


Fuzz ist gut am Anfang einer Geräte-Kette - er klingt besonders gut (zerstörerisch), wenn der Strom "nicht ganz ausreicht" (ca. 7V) oder/und auch das Signal möglichst schwach ist. Gitarristen drehen gern den Fuzz über den Volumenregler am Instrument hinein. Das ist mit Synths nicht ganz so gut machbar - mit dem Channel 2 (s.o.) lässt sich das Volumen aber zusätzlich anpassen.

Ich hatte schon viele Fuzz-Pedale (Fender Fuzz-Wah, EHX Graphic Fuzz, Flying Tomato Fuzz, Spaghetti Western Fuzz, ...). Viele, mit Gitarren phantastisch klingende Pedale, waren aber, sowohl mit E-Piano, als auch mit Synth, absolut unbefriedigend! Ausserdem dominierten die Nebengeräusche. Fuzz am Piano oder Synth ist eine komplett andere Baustelle und gute/berühmte Fuzzes klingen nicht unbedingt gut am Synth. Während Fuzz an der Gitarre eher "böse" ist, ist er am Synth eher "kaputt".




Phaser

tc electronic Helix

Wegen der Toneprint Editor Einstellungen, die das Zusammenarbeiten von Synth und Effektbox erheblich erleichtern, hatte ich auch bei der Suche nach einem Phaser den "Helix" von TC Electronics schnell im Blick. Der Auslöser für den Kauf war aber der Feedback Regler - der nur an ganz wenigen Stompboxes zu finden ist und deutlich mehr "Live-Elektronik" Sound erlaubt. Auch der Helix erfüllt meine Wünsche und ist sehr vielseitig.

Ich hätte damals den Helix Phaser auch als Mini-Gerät genommen (dann in Mono, wie alle TC-Minis) - das gab es aber nicht. Es war zu meinem Glück, denn inzwischen benutze ich den Helix nicht mehr im Mono-FX-Loop (im, oder am Lehle D.Loop), sondern er liegt nun direkt hinter dem Stereo-Ausgang des Gray Meanie - und nun natürlich im Stereo-Mode. Und hier (in Stereo) zeigt Helix nicht nur besser, was er kann, sondern auch bei der Positionierung (hinter Synth, Effekten und Reverb) ist er mir viel lieber, denn die "Fahnen" sind das beste Futter für einen Phaser!

Es ist wirklich erstaunlich, wie toll die TC Effekt-Pedale gebaut sind - sehr "wertig", ohne irgendetwas Negatives - auch das Konzept hinter den TonePrint Pedalen wirkt gut überlegt. Nur das "Design" - die optische Erscheinung - finde ich bei TC-Electronic grundsätzlich grässlich. Aber das hört man ja nicht.

Das ich trotz meiner Phaser-Module (im MOTM und Buchla) auch eine Phaser-Box habe, liegt daran, dass ich ich 2015/16 mit dem Eurorack Format experimentiert hatte und der Phaser zusammen mit Overdrive und Fuzz einzigartige Fähigkeiten zeigt. Metal Gitarristen arbeiten auch gern mit dieser Kombination. Nach meiner "Trennung" vom Eurorack lag der Helix lange herum und ist nun, durch den 2600 Gray Meanie, zu seinem ersten, echten Leben erwacht.





Compressor

Mini Ego Wampler

Mit Compressoren ist es, wie mit Rosinen, Avocados und Oliven: die einen hassen- und die anderen lieben sie. Ein Compressor kann sehr hilfreich sein, macht aber alles deutlich komplizierter.

Auf meinem Board sitzt er vor dem D.Loop, das ist die einfachste Position - für manche Vorhaben haben muss er aber ausgeschaltet sein. Insbesondere ist er vor dem Fuzz das reinste Gift, weil der Fuzz mit dem Volumenpedal kaum noch hereinzuregeln ist und der Fuzz dan "anspringt". Gut ist er hinter dem Fuzz - aber es ist ein Spiel mit dem Feuer, da es bei Spielpausen zu extremen Nebengeräuschen führt - aber genau das fördert auch die "dreckige Athmosphäre" des Fuzz.

Auch ist der Compressor "gefährlich" bei sehr dynamischen Lautstärken. Hier zerstört er schnell die Ausdrucksfähigkeit. ganz vorne in der Kette ist er daher am variabelsten einzusetzen. Wäre der Fuzz nicht in einem FX-Loop, würde ich nur den Fuzz noch vor den Compressor setzen.

Phantastisch ist ein Compressor sowohl vor, als auch hinter dem Overdrive (für verschiedene Zwecke). Da das Overdrive nicht mit Gates arbeitet, wie ein Fuzz, sondern nur über die steigende Lautstärke hereingefahren und gesteigert wird, sorgt der Compressor für mehr Obertöne, was den Overdrive besser herausstellt.

Gerade bei Solos im oberen dynamischen Bereich erleichtert der Compressor das Spielen ungemein, weil alles straffer daherkommt - es ist, wie eine bessere Ausleuchtung. Die Lautstärken der eingehenden Frequenzen werden angeglichen, wodurch ein "volleres" Klangbild erreicht wird. In schnellen Läufen setzen sich die einzelnen Töne voneinander ab.

Der "Mini Ego Wampler" war der einzige Compressor, den ich ausprobiert habe. In den Videos fiel mir auf, dass er - im Gegensatz zu seinen Konkurrenten - eher für Synths eingesetzt werden kann, weil er besser mit tieferen Frequenzen umgehen kann. Ursprünglich wollte ich den "TC Electronic Hypergravity Mini" probieren, den es zum halben Preis des Wampler gibt, aber der Wampler hatte mich schon - auch weil er analog ist.



    Power

    Cioks DC 7

    Nachdem Anfang 2021 der 2600 Gray Meanie da war, wurde das Pedalboard plötzlich wieder deutlich relevanter, denn der 2600 mag etwas (Mono-) FX zwischen Filter und VCA - und ich möchte, weil ich vor 40 Jahren einen ARP 2600 hatte, mein "bewährtes" Setup, nun mit moderneren Mitteln, wieder herstellen. Ich habe deshalb endlich mein Pedalboard umgebaut, das seit mehreren Jahren überfüllt war. Zuerst habe ich deshalb das Hauptproblem behoben und das Netzteil ausgetauscht. Das Cioks DC7 erscheint mir für mein Vorhaben die einzige, geradezu perfekte Lösung zu sein, auch wenn es zunächst etwas "overpowered" und eben auch nicht gerade günstig ist. Zuerst hatte ich das 70 Euro günstigere Cioks DC8 probiert, aber sofort festgestellt, dass es sich nicht für modernere Geräte mit höherem mA Bedarf eignet. Am DC 7 sind alle sieben Ausgänge individuell einstellbar (9V/660mA, 12V/500mA, 15V/400mA, 18V/330mA) und voneinander isoliert. Es lassen sich auch mehrere Geräte im DaisyChain Verfahren pro Eingang anschliessen.

    Das ist aber längst nicht alles! Das Cioks DC 7 kommt mit 12 Kabeln, darunter auch ein Doppel-, ein 3er-Kabel (Daisy-Chain), eines mit umgekehrter Polarität und mehrere, mit anderen Steckern als die üblichen 2,1 Hohlstecker. Ich habe auch noch Kabel dazu gekauft, eines zum Verlängern, ein weiteres 3er-Kabel und eines, um zwei Ausgänge zu kombinieren und die Volt-Zahl zu verdoppeln - also, um 24V aus dem Netzteil zu bekommen (das wollte der MXR 10 Band EQ). Es gibt auch ein Verdopplungskabel, das die Voltzahl beibehält und nur die mA verdoppelt. Am DC 7 ist ausserdem noch ein USB Lade-Ausgang mit 5V/1A - das ist wirklich realitätsnah und praktisch. Bei mir versorgt er das iPad mit Strom. Für die 24V Ausgangsbuchse, die mit weiteren 2A belastet werden kann, gibt es zwei "Expander" von Cioks - den Cioks 4 und den Cioks 8.


    Rechts ist der Zustand der aktuellen Umgestaltung zu sehen. Die Basis ist ein ausgedienter "Laptop-Halter" (36 x 24 cm) von einem Keyboard-Tisch. Ich habe ein paar Löcher hineingebohrt, um die Füsse, den Lehle D.Loop und das CIOKS DC7 zu verschrauben. Sollte etwas mal nicht funktionieren, wird der erste Griff sein, das Board an der rechten Seite anzuheben und zu schauen, ob alle Kontrollleuchten korrekt leuchten.

    Bei dieser Belegung könnten alle Stompboxes auf dem Board - ausser dem D.Loop, der mit 18V läuft - an einem DC 7 Ausgang betrieben werden! Sie sind nur wegen der vorhandenen Kabel und dem begrenzeten Strombedarf so "grosszügig" angeschlossen - es lässt sich also wesentlich mehr anschliessen. Die 9V Geräte brauchen zusammen nur 538 mA (3x TC = 4 x 100 mA, 2x Zvex, 10 und 15 mA, Carbon Copy 26 mA, Wampler 22mA und der EQ2 165 mA) von den 660 mA am 9V Ausgang des CIOKS DC7. Das Volumen-Pedal braucht 12V - aber nur 5 von den 500 mA mit 12V. Der einzige Ausgang, der mit über 50% belastet ist, ist der 18V Ausgang - der D.Loop braucht 195 von den verfügbaren 330 mA.

    Weil es mich interessierte, habe ich auch versuchsweise mein Eurorack-Rest-Case (mit TipTop Stromversorgung) angeschlossen. Alles hat funktioniert!

    Das ist wirklich ein tolles Netzteil! Und sollten mir wider Erwarten doch die Ausgänge oder mA einmal ausgehen, brauche ich kein neues Netzteil, sondern nur einen oder beide Expander: Cioks4 und Cioks8 - zusammen also 12 weitere, gleich starke Ausgänge, wie am Cioks DC 7!


    Cioks DC 7 Website



    Expression Pedal

    LEHLE DUAL EXPRESSION

    Expression Pedale waren immer problematisch - nun hat Lehle (endlich!) eines herausgebracht - und es könnte die "eierlegende Wollmilchsau" unter den Expression-Pedalen sein.

    Schon beim Lesen des Manuals wird klar, dass auch beim Pedal die Ingenieurskunst des Burkhard Lehle deutlich hervorsticht und den Unterschied macht: "Die beiden Ausgänge können nahezu alle gängigen Geräte mit Eingängen von 5k bis 100k steuern, egal ob TS, TRS oder RTS - die Polung der Ausgänge lässt sich per Softtaster einstellen und abspeichern. Der 10k-Ausgang arbeitet auch wahlweise als Taster oder Schalter, um bei durchgedrücktem Pedal in Zehenposition bspw. den Kanal eines Verstärkers zu schalten oder, verbunden über den Schalteingang eines digitalen Multieffekts, eine beliebige Funktion zu steuern. Über die USB Buchse kannst du MIDI Daten an einen Computer senden, um damit Midi-kompatible Software zu steuern."

    Ja, es hat tatsächlich auch einen USB-Output - leider (zunächst?) nur MIDI CC 11 (7bit/128steps). Mir wäre Pitchbend natürlich lieber gewesen, weil das auch in 14bit (16384 steps) Auflösung zur Verfügung steht. Es bleibt die Hoffnung auf ein Firmware Upgrade, das auch die Umstellung auf Pitchbend ermöglicht. Das "Kalibrieren" des Pedals ist auch phantastisch gelöst - es ist (mit den Mini-Drucktastern) nur ziemlich fummelig, da man die Taster mit der Hand drückt und dann innerhalb von 5 Sekunden die Minimal- und Maximal-Position des Pedals einstellen soll. Das wäre viel zielgerichteter über eine Software auszuführen, so dass das Pedal die ganze Zeit am Fuss bleiben kann. Ausserdem könnte man dann evtl. "ideale" Kalibrierungen speichern und für verschiedene Anwendungen, als SysEx Message, ans Pedal senden. Man müsste es nicht jedes mal wieder neu kalibrieren - und jedesmal eine andere Annäherung an das Optimum haben. Für "Volumen" will man z.B. einen maximalen Regelweg, für "Wah" einen möglichst kurzen. Auch wäre es schön, eine Kurve hinter den (linearen) Verlauf des Regelwegs legen zu können (in "Max" ist das natürlich schon möglich), um das Pedal an den zu regelnden Effekt anzupassen. Trotzdem: schon jetzt ist es das beste Expression-Pedal, das ich je gesehen habe!


    Die Bauweise ist sehr "modern". Es ist für ein Schweller-Pedal ziemlich klein (20x9x4,7 cm), ziemlich leicht (766 g), und es ist aus Metall - und quasi verschleissfrei. Es kann Signale bis 10V verarbeiten - auch CV. Es produziert beim Regeln absolut NULL mechanische Nebengeräusche (!!!). Netzteile können zwischen 9V und 15V haben, die Polung ist egal und wird vom Pedal erkannt. Und noch eine Nachricht für "Gross-Füsser": selbst mit einer Schuhgrösse knapp unter 50 ist es phantastisch zu regeln!! Ich bin begeistert - und schon seit dem D.Loop bekennender "Lehle-ianer". Das Foto zeigt den Grössenvergleich mit dem Yamaha FC-9.

    Ich hatte es als Pedal-Alternative für den Source Audio EQ2 bestellt - es kann und wird natürlich auch andere Aufgaben problemlos meistern.

    Der Begriff "Polarisierung" bezieht sich nur auf das Erkennen des stromführenden Leiters am Stecker, nicht auf die Umkehrung der Min./Max.-Werte (also der "Regel-Richtung").


    Lehle Website



    Volumen Pedal

    Yamaha FC-9

    Nach langer Pause als Volumen Pedal, habe ich eines meiner, fast 30 jährigen, Yamaha FC-9 für diese Aufgabe reaktiviert - die letzten Jahre war es ausschliesslich (stromlos) als CV-Pedal im Einsatz - und es ist (klingt) viel besser, als ich befürchtete. Bevor das Audiosignal vom 2600 ins Pedalboard geht, muss es hier durch. Es wird auch vom Cioks DC 7 mit Strom versorgt (12V) und ich (Gross-Fuss) habe es immer gern gehabt.

    Neben der CV-Fähigkeit hat es einen weiteren guten Parameter: über den Poti an der Seite lässt sich die Minimal-Lautstärke einstellen. Damit eignet es sich hervorragend für ein Pedalboard und kann als Volumen-Expression Pedal eingesetzt werden, mit dem nur die Sättigungsgrade durchfahren werden. Sehr gut!

    Leider wird das FC-9 nicht mehr gebaut. Behringer wird zum Sommer 2021 ein ähnlich aussehendes "FC100 MkII" für ein Drittel des Preises anbieten, das auch in der Polarität umgeschaltet werden kann. Der VCA des Vorgänger-Modells war aber grottenschlecht. Als CV-Pedal ist es (zu dem Preis) aber schon jetzt willkommen, das ging auch beim Vorgänger schon gut.



    Lehle Mono Volume 90

    Auch bei den Volumen-Pedalen hatte ich schon länger ein Auge auf die Lehle Pedale geworfen, aber nie eines ausprobiert, weil ich keine Verwendung für VCA am Fuss hatte. Ich bin ziemlich sicher, dass es die besten Volumen-Pedale sind, die es gibt. Die Volumen-Pedale von Lehle sind aber doppelt so schwer, wie das bereits besprochene Lehle Dual Expression Pedal - und 35% grösser. Mein Favorit für diese Aufgabe ist der "Lehle Mono Volume 90", weil er zwei zusätzliche Potis hat, das "Minimal Volume" und ein +12dB "Gain" (Booster). Ich hätte ich allerdings lieber in der Grösse und dem Gewicht des Dual Expression Pedals!


    Lehle Volumen-Pedale

    MIDI Interface

    Miditech MIDIface II Thru

    Für das Pedalboard hatte ich schon vor Jahren ein eigenes MIDI Interface (Mini) angeschafft: das MIDIFACE II THRU 1x1. Es hat MIDI In, Out und Thru und kann mit dem Lehle I/O (MIDI-Kurzschluss-Kabel) umgehen - das können nicht alle Billig-USB-MIDI-Interfaces. Durch die Bauweise / Gehäuseform ist es gut an einem Board zu befestigen und nur ein (USB-) Kabel muss am Board angeschlossen- bzw. für den Transport abgezogen werden. Eine sehr saubere Lösung.

    Rechts ist die Unterseite meines Boards zu sehen - und das MIDI-Interface mit dem "Spezial-Kabel" (I/O) zum D.Loop. An den MIDI Thru Ausgang ist inzwischen der Source Audio EQ2 (mit einem anderen MIDI-Empfangskanal) angeschlossen und kann umfangreich gesteuert werden. Das heisst, 128 Programme, Parameter Echtzeit-Steuerung, Überblenden, Channel-Switch und vieles mehr. Die beiden MIDI-steuerbaren Geräte (D.Loop und EQ2) sind das Herz des Pedalboards. Das leichte Interface sitzt mit Velcro-Band (Klettband) bombenfest unter dem Board.

    Über den USB-Port schliesse ich das iPad oder den Rechner an. Ich bin sehr zufrieden mit diesem MIDI-Interface - von 4 "kleinen" MIDI-Interfeces, die ich besitze, ist es das einzige, bei dem es in den ganzen Jahren nicht ein Problem gegeben hat. Diese kleinen Dinge sind es, die die Freude erhalten.

    Ich habe allerdings noch keine Sysex Daten übertragen - das mögen viele "billige" Interfaces nicht, weil sie die Daten nicht buffern können. Ich werde es bei Gelegenheit ausprobieren, befürchte aber, dass es nicht gehen wird. Bei diesem Interface war für mich die Bauform des Gehäuses ausschlaggebend - und es war ursprünglich nur für MIDI Program Changes vorgesehen.




    Klinken-Patch Modul

    Temple Audio Design 4-way Jack Patch Module

    Das Temple Audio Design "4-way Jack Patch Module" macht nicht viel, aber es ist die kompakteste Lösung für eine saubere und extrem enge Verkabelung auf dem Board.

    Hier ist zu erkennen, wie sich das Patch Modul in seiner ganzen Pracht entfaltet. Die Belegung A+B= Synth Main out (L/R), C=FX In, D= FX Out.

    Ordnung ist das halbe Leben.





    Pedalboard

    DIY

    Auch Pedalboards wollen transportiert werden. Wichtig ist deshalb, dass das Pedalboard mit möglichst wenig Aufwand ver- und entpackt werden kann. Das bedeutet, dass die Geräte vorverkabelt sind, an einem Platz fixiert sind und das möglichst wenige Kabel auf unkomplizierteste Art eingesteckt werden können.

    Mein Pedalboard war ja schon zu sehen, vielleicht ist noch erwähnenswert, dass es sich um kein gekauftes Board handelt - die waren mir meistens zu gross oder, wenn nicht, so ausgelegt, dass sie meinen Anforderungen nicht nahe genug kamen. Ich hatte aber noch einige "Laptop-Halter" aus vergangenen Tagen und habe einer solchen Unterlage (36 x 24cm) kurzerhand zurück ins Leben verholfen - um als Pedalboard eine wichtigere Aufgabe zu erfüllen. Zwei meiner Stompboxes sind deutlich schwerer (D.Loop und Cioks DC7) und haben eine Vorrichtung zum Einschrauben. Dafür habe ich an den vorgesehenen Stellen Löcher in die Metallplatte gebohrt (das Bohren ging sehr einfach). Ausserdem habe ich an den Ecken jeweils ein Loch für die Füsse gebohrt. Auch da hatte ich noch etwas - die weissen Gummifüsse sind (glaube ich) von Adam Hall. Um das Board angewinkelt (und nicht waagerecht) am Boden zu haben, habe ich an den hinteren Füssen längere Schrauben genommen und den Zwischenraum mit einem anderen paar Füssen (historisch) und Unterlegscheiben ausgefüllt (siehe Rückansicht beim Klinken Patch Modul).

    Um die hintere Reihe etwas zu erhöhen, habe ich zwei Alu-Schienen (vor Jahren von einer alten Schublade vor dem Entsorgen abgeschraubt) mit Klettband (Velcro) auf der Grundplatte fixiert - dadurch entsteht auch der benötigte Kabel-Kanal unter den Stompboxes. Die Schienen sind oben komplett mit einem Klettband überzogen (ca. 0,6 cm breit), so das alle Kistchen super fest sitzen. Als Kabel-Durchführungen von unten nach oben haben die bereits vorhandenen Öffnungen ausgereicht.

    Es gibt also wenig zu sagen oder zu zeigen, ausser meiner Erkenntnis, dass das konsequent ausgeführte "Verbannen" bestimmter Geräte unter die Platte eine massive Auswirkung bei der Herstellung der Ordnung hatte. Besonders das "Alles bewältigende" Netzteil und der Temple Patchbay Block sind richtig "lebenserleichternd".


    Mit den, so extrem dicht aneinander gesetzten Minipedalen, ist es für jemanden mit einer Schuhgrösse knapp unter 50 fast unmöglich, die Pedale mit dem Fuss zu bedienen. Da ich es mit der Hand bediene, ist es mir egal - aber auf lange Sicht werde ich vielleicht noch einen Sockel suchen, um das Board auf ca. 40cm anzuheben.