Joachim Bohnes

Musiker (Piano, Live-Elektronik, Perkussion), Studio-Operator


Vorlieben sind Improvisation und elektro-akustische Musik.

Forschung und die Vertiefung ins "neue Medium" Computer haben die letzten dreissig Jahre geprägt. Neben der allgemeinen Digitalisierung spielten Interaktivität, Bio-Feedback, künstliche Intelligenz, akustische Täuschungen, Algorithmen und die Chaos-Theorie genauso eine Rolle, wie Architektur, Psychologie, Soziologie oder die Einbeziehung von Licht. Interface-Gestaltung ist das grosse Thema. Das aktuelle Interesse gilt dem Aufbau eines hybriden, elektronischen Instruments.


Musizieren kann ein spirituelles Erlebnis sein.




Konzerte/Festivals/Personen

Musik der Jahrhunderte, Stuttgart/D; Musikwoche der Akademie der Künste, Berlin/D; RamTamTam, Köln/D; New Jazz Festival, Moers/D; Electromonty, Antwerpen/B; Klangart, Osnabrück/D; Drei Tage Musik, Bern/CH; Sampling Rage, Berlin/D; VCF-Festival, Köln/D; VorEcho, Freiburg/D; Unforeseen, München/D; Muzik3, San Diego/USA und weitere Festivals für Neue Musik in Amsterdam/NL, Paris/F, Wien/A, Basel/CH, Zürich/CH, Rümligen/CH, Luzern/CH, Berlin/D, Köln/D, Stuttgart/D, Saarbrücken/D, Dresden/D, Giessen/D, Freiburg/D...

u.a. mit Umberto Arlati, Adrian Brendel, Hayden Chisholm, Robert Dick, Axel Dörner, Bill Douglass, David Elias, Karlheinz Essl, Muneer Abdul Fatah, Christian Fennesz, Domenico Ferrari, Hardy Fischötter, Gunnar Geisse, Vinko Globokar, Frank Gratkowski, Doug Hammond, Jonas Hellborg, Anna Lindblom, Lars Lindvall, Gareth Lubbe, Delia Mayer, JoJo Mayer, Bob Moses, Sylvia Nopper, Eric Peter, Dave Peterson, Norbert Pfammatter, Michel Poffet, James Reynolds, Jochen Rückert, Conrad Steinmann, John Voirol, Tim Wells, Nils Wogram, Jimmy Woode, Alfred Zimmerlin, dem Trio Accanto, dem Arosa String Quartet, der Basel Sinfonietta (Leitung: Arturo Tamayo) und dem Symphonieorchester des Saarländischen Rundfunks (Leitung: Diego Masson).

Software-Entwickung für Peter Ablinger, Luciano Berio, Thomas Kessler, Rolf Riehm, Karlheinz Stockhausen, Giorgio Tedde, Jacques Wildberger u.a..

Klangtechnik für Electric Phoenix/Ltg.: Terry Edwards und für Alvin Curran.

Verpflichtungen an Hochschulen in Deutschland, der Schweiz und den USA.

Workshops und Vorträge in Basel, Berlin, Bern, Köln, Luzern, Osnabrück, München, San Diego, Stuttgart, Zürich.

Radio-Produktionen eigener Musik für die BBC, Radio Suisse Romande, DRS, WDR, SWF, SDR und Andere.





Bio

* 1959

Klassischer Klavier-, Flöten- und Trommel-Unterricht ab dem 5. Lebensjahr.

Internate (Hermann Lietz Schulen) - 1969-72, Buchenau, Hessen, 1972-75, Spiekeroog, Niedersachsen.

1975: Schulabbruch. Eigene Wohnung in Bremen. Fender Rhodes Piano.

Bremen 1975-77: Kurzzeitig Roadie der Frank Zappa Band. Klassischer Klavierunterricht (vorbereitende Kurse) am Konservatorium Hamburg bei Gabriele Wulff. Studium indischer Musik und Tabla-Bayan Unterricht. Anti-Atomkraft Bewegung - dort sind auch der Atomphysiker Jens Scheer und der spätere "DJ Dosenpfand" (Jürgen Trittin) aktiv.

Jazz Unterricht bei Ed Kröger, Sigi Busch, Uli Beckerhoff und Heinz Wendel. Mitglied der MIB (Musiker Initiative Bremen) und Arbeit als Kassierer im Jazzclub.

1977: bestandene Aufnahmeprüfung für den Studiengang "Malerei und Plastik" an der Kunsthochschule Lerchenfeld (heute HFBK) in Hamburg. Studium nicht angetreten wegen eines politischen Prozesses am Landgericht Hannover ("Deutscher Herbst").

1978: Finnland-Aufenthalt (EFTA) infolge der Kriminalisierung in Deutschland. Aufnahmeprüfung an der Swiss Jazz School in Bern/CH.

1979-86: Bern/CH. Musikstudium (Konzertdiplom Klavier, Nebeninstrumente Posaune, Kontrabass) an der Swiss Jazz School bei Fritz Pauer, Joe Haider, Axel Jungbluth, Mladen Gutesha, Umberto Arlati und Billy Brooks. Weitere Kurse bei Paul Motian, Joe Zawinul, Roland Hanna, Joanne Brackeen und Anderen. Geprägt ist diese Zeit durch sehr viele Jazz-Gigs und das persönliche Verhältnis zu den Klavierlehrern (und Direktoren der SJS), zuerst Fritz Pauer und später besonders Joe Haider.

Aktiv in vielen Bands und noch mehr Stilen: Bebop, Straight Ahead, Bigband (auch als Posaunist), Salsa, Tango, Free-Jazz und verschiedene Percussion-Bands.

1983: Erster eigener Synthesizer: Rhodes Chroma (ARP).

1984: Erste Band unter eigener Leitung und mit Synthesizer/Elektronik:
Axolotl - Lars Rudolph-tp, Joachim Bohnes-syn, Michel Poffet-b und David Elias-dr.

1985-86: Sehr aktiv mit dem eigenem Trio, gelegentlich Quartet. Mitwirkung als Saxophonist (in der textlosen Rolle des Verflossenen der Hauptdarstellerin Claude-Inga Barbey) im Kinofilm "Noah und der Cowboy" von Felix Tissi. Hauptrollen: Yves Progin, Frank Demenga. Abschluss der Swiss Jazz School mit Diplom.

1987-89: Köln. Auseinandersetzung mit zeitgenössischer Musik und Computer/Elektronik in der Neuen Musik in Köln. Konzerte als Pianist mit Computer und Band - gelegentlich tumult-begleitet. Aus der Zusammenarbeit mit Frank Gratkowski entsteht C.A.M.R. (Computer Aided Musical Research) für Experimente mit computergesteuerten-, elektronischen- und akustischen Instrumenten. Live-Sampling. Musik mit Antonis Artissegos, Jan von Klewitz, Axel Dorner, Axel Dörner, Hardy Fischötter, Tim Wells, Norbert Scholly, Achim Kaufmann, Matthias Schubert, Simon Nabatov u.a..

1989: Freiburg im Breisgau. Anstellung als Piano-Lehrer am Konservatorium Biel/CH. Erste Unterweisung in Max, ein, auf der Computersprache C basierendes, grafisches Programmier-Environment, bei Bruno Spoerri (Schweizerisches Zentrum für Computermusik).

Einzige CD-Veröffentlichung als Pianist unter eigenem Namen (rec @ Radio Suisse Romande, Lausanne 1989) - Norbert Scholly-git, Thomas Dürst-b und Norbert Pfammatter-dr.

1990: Staufen im Breisgau. Arbeiten mit dem MIDI-Programming-Environment Max (IRCAM). Vorstellung von Max in Deutschland (mit Apple). Lehrtätigkeiten in der Schweiz (Jazz-Piano). Zweiter Wohnsitz in Berlin. Arbeit in der "freien Szene" - Konzerte mit Axel Dörner, Rudi Mahall, Antonis Artissegos, Wolfgang Fuchs, Paul Lovens u.a.. Regelmässige Treffen im alten DDR- "Studio der Akademie der Künste" in der Luisenstrasse (Georg Katzer, Andreas Krieger, Hans Tutschku u.a.).

1991/92: Zweit-Wohnsitz in Amsterdam/NL. Freie Szene und Kontakte zu den elektronischen Studios im Swelling Conservatorium Amsterdam, sowie ind Utrecht und Den Haag.

1993-95 Studien bei Thomas Kessler im "Studio für Elektronische Musik der Akademie für Musik", Basel/CH und am im Biozentrum der Universität Basel (C-Programmierung). Regelmässige Zusammenarbeit mit dem elektronischen Studio bis 1999.

Arbeiten mit digitaler Musikelektronik in Verbindung mit M.A.R.S. (Musical Audio Research Station) und dem Studio IRIS in Paliano (Rom). Begegnungen und Zusammenarbeit mit vielen Komponisten durch die sehr aktiven Studios in Basel und Freiburg (SWF). Software- Programmierung und Teilnahme (Klangtechnik, Klangregie, Computer-Instrument) an verschiedenen Aufführungen Neuer Musik mit den Komponisten Thomas Kessler, Jacques Wildberger, Luciano Berio, Karlheinz Stockhausen, Andrè Richard, Rolf Riehm, Alvin Curran u.a..

Gründung des "European Powerbook Ensemble" und des "World Powerbook Orchestra" zusammen mit Wolfgang Heiniger (an einer zweiten M.A.R.S.) und den Solisten Günter Heinz (tb) bzw. Robert Dick (fl). Aufnahme der CD "Trombone On M.A.R.S." mit dem European Powerbook Ensemble und Günter Heinz.

Gelegentliche Arbeiten für das "Experimentalstudio des SWF" (Strobel-Stiftung) unter André Richard - auch für das Festival in Donaueschingen. André Richard und Rudi Strauss sind neben Thomas Kessler und Wolfgang Heiniger die prägenden Persönlichkeiten während der 90er-Jahre.

1995-2001 Aufenthalt hauptsächlich in Berlin, London, Rom und Staufen/Breisgau. Theatermusik-Produktion für das Deutsche Schauspielhaus in Hamburg. Arbeit als "externer Experte" bei Abschlussprüfungen u.a. in der Hochschule für Musik in Luzern/CH. Live-Elektronik-Konzerte auf vielen Festivals, in verschiedenen Besetzungen und Solo.

1997: "Artist in Residence" beim Moers Festival. Konzerte mit Simon Nabatov, Nils Wogram, Hayden Chisholm, Jochen Rückert u.a.. Danach Hayden Chisholm-WDR-Live-Projekt "Stanzas of Dzyan", mit grösserem Ensemble und der Mezzo-Sopranistin Liesel Babette Jürgens.

1998: WDR-Live-Mitschnitt des Stückes "Massenbach", später als "NGC 2997" auf der gleichnamigen, ersten Subultra CD veröffentlicht.

1999-2001: London/GB. Verschiedene Kontakte in der Club-Szene. Broken Beats und freie Improvisation.

1999: Subultra - mit Hayden Chisholm und Gareth Lubbe. Aufeinandertreffen von Hayden Chisholm/Joachim Bohnes und Jonas Hellborg/Bob Moses in San Diego/USA.

2001: Während eines Aufenthaltes in La Jolla/San Diego/USA entsteht die Aufnahme mit Hayden Chisholm, die als "Hill" auf der zweiten CD des Subultra Duos veröffentlicht wird.

2003: England Aufenthalt des Subultra Ensembles in Plush Manor, bei Adrian Brendel, dem Cellisten des Ensembles. Mit Jonas Hellborg, Jochen Rückert, Nils Wogram, Daniel Schröteler u.a..

Insgesamt entstehen mit Subultra zwei CDs und vier Live-Mitschnitte - das sind, ein, im BBC Studio 1 in London mitgeschnittenes Studio-Konzert im Quartett mit dem Cellisten Adrian Brendel und dem Violinisten Gareth Lubbe und drei Konzerte für den WDR, und Düsseldorf - zwei davon in grossen Besetzungen im Sendesaal Köln und eines in Düsseldorf - im Trio mit Gareth Lubbe - Violine und Pipa.

2003: Basel/CH Einstandskonzert zur Rückkehr in die Schweiz: Remixed-Decomposed-Recomposed. Basierend auf einer Radioshow aus dem Umfeld der Gruppe Negativland. Es geht um Rechte, Bewusstsein, Drogen und Humanismus (als Gruss an die Hoffmann-Roche Familie in Basel). Rückzug aus den Universitäten.

2004: Zusammenarbeit mit der Death-Metal Band Umount.

2005: Leitung eines Recording-Studios in Basel. Recording, Editing und Mastering für verschiedene Künstler, hauptsächlich aus dem Bereich des Jazz. Live-Visualisierungen für TechHouse Veranstaltungen (DJ´s Goran-N, Manon, Pascal Feos). Eigene Arbeiten mit dem selbst entwickelten Live-Video-Synthesizer CLUTI (Computer Licht- und Toninstrument).

2006: Umzug nach Norddeutschland. Beginn der Arbeit an der Entwicklung eines hybriden, elektronischen Instruments.

Gelegentliche Solo-Konzerte in kleinem Rahmen in Holland und Deutschland mit historischen ARP-Synthesizers und Max/MSP-Erweiterung.


2007 Beginn des technischen Aufbaus für ein eigenes Studio. Vertiefte Auseinandersetzung mit Studiotechnik und historischem Studio-Equipment. Die verwendeten Telefunken Verstärker-Kassetten V672 waren 1958 in Bremen, 35km entfernt, entwickelt worden.

Seit 2010: Arbeiten als mobiler Ton-Ingenieur für Beschallung und Live-Mitschnitte (2012 auch im historischen Sendesaal Bremen).
Aufbau eines Modular-Synthesizers (MOTM) auf Empfehlung und mit Modulen von Jürgen Haible.

2012: Umstieg von historischen ARP und Moog Synthesizers auf aktuelle Modular-Synthesizer (MOTM/Eurorack). Erneute Vertiefung in die Entwicklung des Synthesizer-Hybriden.

2015: Instrument mit Clones der Buchla Series 200, MOTM und Max (Cycling74). Trennung von den historischen Synths.
Volle Funktions-Fähigkeit des Studios.