Synthesizer

Plug and Play

Analoge Oszillatoren und Filter erzeugen tatsächlich Töne, bzw. legen Verhaltensweisen an den Tag, während digitale Klänge immer Reproduktionen von Klängen oder Verhaltensweisen sind. Üben auch nach wie vor einige Stage-Synth-Klassiker eine starke Faszination auf mich aus, widme ich mich heute doch eher den modularen Systemen.

Diese bieten einen universalen und offenen Ansatz. Sie vertiefen und konkretisieren immer das Bewusstsein für klangliche Prozesse. Ein modulares System bietet alle Möglichkeiten für die Interpretation bestehender elektronischer Werke. Schaltungen können umgesetzt und inzwischen auch an beliebigen Punkten mit digitalen Prozessen verwoben werden.

Bei Modular-Synthesizern wird zwischen Betriebs- und Steuerspannung unterschieden. Während die Betriebsspannung bei verschiedenen Formaten variiert - in der Regel zwischen 12-, 15- und 18 V, ist die Steuerspannung (CV) bei den meisten Systemen 10V pp (pp=peak to peak) und Volt/Oktave (also 10 Oktaven). So können auch verschiedene Formate "gepatched" werden und miteinander ein Instrument bilden - sie brauchen nur verschiedene Netzteile.

Mein Hybrid-Synthesizer Projekt

und einige technische Details
  • Ein hybrides (analoges und digitales) Instrument, wie es mir vorschwebt, bedingt zur Steuerung der Parameter, analoge Module mit Control-Voltage Eingängen. Die CV-Spannungen sollen vom Computer erzeugt und empfangen werden.

    Ein Überblick, was "hybrid" in diesem Fall bedeutet und wie, mit welchen Mitteln, Schnittstellen und Geräten ich versuche, das umzusetzen. Das untere Bild zeigt einige "digitale Module" in Max/MSP.

    Nicht wenige Hardware-Module hatte ich angeschafft, um sie zu studieren und eventuell durch etwas Vergleichbares (in Max/MSP programmiert) zu ersetzen. Es gibt aber eine Kostenscheide - z.B. ein Noise Modul ist zwar durch Software zu ersetzen, kann aber so wenig kosten, dass ein Audiokanal des Interfaces (für Noise) plus ein Kanal Random-CV (über Audio-to-CV) deutlich teurer wären als das Modul. Der Preis ist natürlich trotzdem kein maßgebender Faktor.



    Hybrid-Synth

Analoge Modular-Synthesizer

Buchla, MOTM und Eurorack

    Das Eurorack-Format bietet die grösste Modul-Auswahl und die günstigste Form eines Modular-Synths. Aufgrund der hohen Verbreitung existiert auch ein reger Gebrauchtmarkt. Durch die grosse Auswahl an Modulen und ein einziges Design-Chaos ist es ein eher "unruhiges" Format. Mir sind die Module und Regler zu klein - einige Module habe ich aber immer noch.


    Besonders die einfache Transportabilität ist natürlich ein schlagendes Argument. Dieser Koffer ist nur ca. 28 x 28 x 48 cm gross, 10 kg schwer und kann komplett verkabelt - auch im Flugzeug - transportiert werden. Die Module sind 3HE gross, der Koffer 19 Zoll.



    Eine edlere Angelegenheit ist das 5HE MOTM-Format. Musikalische und technische Maxime bestimmen eine konsequente Form, die, durch Erfahrungen und Analyse der Schwächen historischer modularer Systeme, gestärkt erscheint. MOTM-Module werden sowohl in (DIY) Einzelteilen als auch betriebsfertig angeboten. Vor allem ist die hohe Qualität der verwendeten Teile zu erwähnen, die auch zu hervorragender Audio-Qualität führt. Ein, im Verhältnis zum Eurorack-, deutlich grösseres Format, das auch ein ganz anderes Spielgefühl erzeugt.

    Mein "Haupt"-Format ist mittlerweile die Buchla 200 Series (im Bild schräg links oben) - die "Electric Music Box".

    Mehr über die modularen Formate:



    Buchla

    MOTM

    Eurorack

Historische Bühnen-Synthesizer

als die Synthesizer laufen lernten
  • Meine Instrumente im Laufe der Zeit

    Wie es der Zufall wollte, fiel die Etablierung der Synthesizer als Instrument genau in meine Jugend und die Digitalisierung etwa an das Ende meiner Studienzeit. Als Pianist mit Hang zur Elektronik war ich dem Spannungsfeld der Entwicklungen zwar immer voll ausgesetzt, hatte jedoch nur wenige im Fokus - meistens waren sie zunächst unbezahlbar (1$ war 3 bis 4DM).

    Trotzdem waren es einige Synths (und Sampler), mit denen ich im Laufe der Zeit zu tun hatte. Manche Instrumente und deren Steuerung sind eng mit der Musik verbunden, die ich gemacht habe und manchen Instrumenten trauere ich ein wenig nach, bin aber trotzdem froh, sie heute nicht mehr zu gebrauchen.

    Die, die einen tieferen Eindruck hinterlassen haben, sind hier zu sehen: Minimoog Model D, EDP Wasp Deluxe, Yamaha TX816, Yamaha TG77 und der AKAI 1000 Sampler - von den 70ern in die 90er Jahre. Nur die Instrumente von ARP habe ich ausgelassen - die haben eine eigene Seite (siehe rechts).



    Weiterlesen -hören


    ARP

    Die Instrumente von ARP nehmen in meinem Leben einen besonderen Platz ein: meine ersten beiden Synthesizer waren ein Rhodes Chroma und der ARP 2600 - zwei echte Schlachtschiffe, die mich geprägt haben. Von 2006-10 gab es eine zweite ARP-Welle in meinem Leben, denn einige ARP Odyssey und -Axxe Modelle standen am Anfang meiner Hybrid-Synth Unternehmung. Tolle Instrumente, die unkompliziert zu warten, leicht zu transportieren und auch gut zu erweitern sind.

    ARP baute wunderbare Synthesizer, deren klangliche Vielfalt, Komplexität (auch technisch) und der starke Charakter auch heute noch überzeugen. Vor allem in der letzten Phase habe ich sehr viel über ARP gelernt, weil ich Eric van Baaren (Saint Eric) getroffen hatte, der mir die Instrumente regelrecht anpasste.

    Daher haben die ARPs bei mir eine Extra-Seite mit besonders viel Odyssey.


    Mein ARP Archiv