Hardware

DAW & Outboard

Das wir heute mit derart hochwertigem Equipment arbeiten können, empfinde ich als einen grossen sozialen Schritt: während früher höchste Qualität nur bei Institutionen, in Studios oder bei Millionären verfügbar war - man musste also Klinken putzen, Tests bestehen und sich durchaus verbiegen - ist es nun zugänglicher geworden. Ausserdem ist es in wenigen Kisten untergebracht - und nicht auf mehreren Etagen.

img Meine Hardware muss viele verschiedene Aufgaben erfüllen: sie ist elektronisches Instrument, gleichzeitig Live-Mixer und Aufnahme-Equipment, auch für beteiligte, akustische Instrumente. Für den Alltag optimiert (immer noch Stereo), als Produktions-Studio, bis hin zum Mastering in audiophiler Qualität. Geringe Grösse und Gewicht, sowie simpler Auf-und Abbau sollen die Mobilität gewährleisten.

Mit der beschriebenen, ziemlich exklusiven, aber durchaus reduzierten Hardware, lässt sich mit bis zu 32 Kanälen I/O, technisch in einer audiophilen Referenz-Klasse arbeiten.

Die von mir bevorzugte Frequenz zum Arbeiten ist 96kHz/24Bit. Der entscheidende Unterschied zu 44,1 kHz vollzieht sich bei ca. 90kHz, der Unterschied von 96- zu 192kHz ist nicht so deutlich.

Audio-Interface


Metric Halo ULN-8 und Metric Halo LIO-8 sind Audio-Interfaces der Extraklasse und das Herz meiner DAW. Es sind Alleskönner: phantastische Mikrofon-Vorverstärker können softwareseitig img durch "Characters" berühmter Preamps gefärbt werden und die AD/DA Wandlung sucht ihresgleichen. Die interne 80 Bit Verarbeitung der eigenen PlugIns geschieht mit eigenen Prozessoren und der Kopfhörerverstärker lässt selbst High-End-Hifi-Freaks jubulieren. Hard- und Software sind hervorragend konzipiert und stabil. Auch die zwei integrierten DI-Eingänge sind besser als üblich - diese Geräte scheinen beim ersten Blick gross und teuer, doch bei genauer Betrachtung sind sie klein und extrem preiswert! Sie ersetzen Hardware, die - in vergleichbarer Qualität - mehr als 10x teurer ist und in riesigen und schweren Flightcases transportiert werden muss.

Im Gegensatz zur voll ausgestatteten ULN-8 kommt die LIO-8 ohne Mic-Pre's und DSP-Lizenz, kann aber nachträglich voll aufgerüstet werden, bis sie identisch mit der ULN-8 ist. Die Aufrüstungs-Schritte sind Mic-Pre 1-4 und 5-8, sowie die +DSP Lizenz. Bei kaskadierten Interfaces reicht es, wenn nur 1 Gerät die +DSP-Lizenz hat. Das wichtigste PlugIn, der ChannelStrip, funktioniert auch ohne die +DSP Lizenz.

Die zu den Metric Halo Audio-Interfaces gehörende Software "Console 5" kann mit Hilfe dieser PlugIns als Mischpult konfiguriert werden, imgdas sich auf den wichtigsten Positionen in Echtzeit regeln lässt. Mit Console V5 lassen sich über 100 Spuren gleichzeitig mitschneiden. Eine DAW Host-Software wird also erst beim Editing benötigt.

Monitor, MS, Summing oder beliebige Buss-Strukturen sind möglich und werden im Software-Mixer eingerichtet. Kaskadierte Interfaces werden als ein Mixer dargestellt.

Die +DSP Lizenz beinhaltet eine Fülle feinster PlugIns (EQ, Compressor, Limiter, Gate, Delay, Reverb, Transient-Designer etc.), teilweise samt guter Presets. Live-, Editing- oder Mastering-Setups lassen sich einfach speichern und abrufen.

Besondere Ideen lassen sich auf der "Graph-Ebene" umsetzen: ganze Studioprozessoren lassen sich mit den "Building-Blocks" bauen.

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Diese Audio-Interfaces sind wirklich ein Geniestreich!


Auch gibt es ein Studio PlugIn-Bundle von Metric Halo, welches ohne die Interfaces (nativ) läuft. AAX, VST, AU, OsX oder Windows - die Hürden fallen! img Eine Besonderheit im Vergleich mit den +DSP-PlugIns der Audio-Interfaces ist, dass einige Funktionen von SpectraFoo eingearbeitet sind und somit ein einzigartiges (optisches) Monitoring bieten. Die Bedienung ist auch intuitiv gut zu bewerkstelligen und die PlugIns sind erste Sahne! Bei den Characters lässt sich der Drive regeln. Mit der V2 der PlugIns ist auch der iLok-Dongle Zwang vorbei, warum ich sie nun auch empfehlen kann.


Mit SpectraFoo bietet Metric Halo auch eine phantastische Analyse-Software an, die selbst für Tontechniker zur ersten Wahl gehört. Für die meisten dürfte die Standard-Version der Software genügen - hiermit ist wirklich perfektes Metering möglich! Die Complete-Version ermöglicht sogar, Säle einzumessen, Bit-Ströme zu überpfüfen oder... bei mir sind keine Wünsche mehr offen. Ein phantastisches Tool-Set - und im Verhältnis zur Konkurrenz ein Schnäppchen.

Ich benutze einen kleinen Lenovo ThinkVision LT1421 USB-Monitor, der für SpectraFoo reserviert ist und bin sehr zufrieden mit der Lösung. Ein so umfangreiches Metering erzeugt eine bessere Übersicht und viel grössere, innere Ruhe während der Arbeit!



Weil ULN-8 und LIO-8 mit je 40 IO's ausgestattet sind, sind diese als D-Sub25 Verbindungen ausgeführt. Das heisst, es werden Multicores oder Stageboxes benötigt:

die Mamba XDB ist extra für die ULN-8 konstruiert worden. Sie bietet 16 analoge Ein- und 8 Ausgänge, sowie 8 AES-EBU IN/OUT, die auf der Rückseite in vier D-Sub25 Buchsen anliegen. Durch ihre geringe Tiefe (Bauweise) erzeugt die Mamba im Case Platz für die Netzteile der anderen Geräte oder lässt sich rückseitig einbauen. img Für mich waren das die Gründe für die Anschaffung, denn, audiophil betrachtet, sind eigentlich zu viele Stecker im Spiel. Jedoch ist die Mamba bei der täglichen Arbeit und beim Transport phantastisch: vier D-Sub25 Stecker, die nicht jedesmal abgezogen werden müssen! (D-Sub25 Stecker sind nicht für häufigen Wechsel vorgesehen.)

Gerade weil die Mamba für die ULN-8 entwickelt wurde, finde ich es unverständlich, daß auf den ersten 8 Eingängen Combostecker verbaut werden. Das ist eine echte Gefahrenquelle, denn Phantomspeisung und Klinkenstecker gehören einfach nicht zusammen! XLR wäre die bessere Wahl. Leider wird diese Modifikation nicht angeboten.


img Da ich in der LIO-8 auch vier Mic-Pre's habe, benutze ich für die Mikrofon-Eingänge beider Interfaces eine 12er Stagebox. Die Box hat Neutrik Buchsen und Stecker, ein 12 kanaliges Mogami Multicore W2933 und am Ende ein Y-Stück mit zwei D-Sub25 Steckern, die an die Audio-Interfaces angeschlossen werden: 1-8 an ULN-8 und 9-12 an LIO-8 (in meiner LIO-8 sind nur 4 Preamps).

Es lohnt sich, angepasste Lösungen mit den favorisierten Kabeln und Steckern selber anzufertigen, da Grösse, Form und verwendetes Material so den "Workflow" besser fördern können. Neben einigen "Exoten" (Vovox, Isoda u.a.) habe ich einige weitere 4-12-kanalige Mogami Snakes. Meine Patchkabel sind Mogami W2549. Die XLR-Stecker sind von Neutrik (NC3FX/NC3MX).



Konsole


Eine historische STUDER 961, die kleinste Variante der 960er Serie, ist das Juwel des Studios. Studer 96x-Konsolen gehören zweifellos auch heute noch zu den bestklingendsten Konsolen der Welt (!).

img Mir dient die 961 vor allem als analoger Summierungs-Mixer (mit Inserts und Auxes). Durch die Bauweise (mit Übertragern) lässt sich analog "tracken" und eine analoge Ausprägung des Materials erreichen. Auch wird die Problematik der doppelten Latenz behoben, die durch die zweite ADDA Wandlung bei analogem Tracking, nur mit Audio-Interfaces, entsteht.

Meine 961 ist als 10/2 IO konfiguriert, die Masterfader sind ausgebaut und die Ausgänge kalibriert.

Eine weitere, willkommene Veränderung, die durch die separate Bearbeitung einzelner Tracks oder Stems entsteht, ist das Durchbrechen der reinen Summen-Bearbeitung im analogen Weg (Daisy-Chaining).

Wenn auch die 961 eigene Preamps, Equalizer und Compressor/Limiter hat - durch externe Preamps, Equalizers, Compressoren, FX etc. in den Inserts oder Aux I/O's können Tracks oder Sub-Gruppen gesondert bearbeitet werden, bevor es in die Summe geht. Die Summe der Studer 961 läuft dann (bei mir), zur finalen Bearbeitung, in die Transferkonsole (Mastering-Chain).

Meines Erachtens sind die 10 Eingangs-Kanäle für die Arbeit mit modernem Equipment ziemlich ideal und ich habe keinerlei Sehnsucht nach mehr Kanälen.


Transfer-Konsole


Eine Transfer-Konsole ist der "Hub" für externe Prozessoren, wie EQ, Compressor und Limiter und ist besonders für's Mastering ausgerichtet. Es gibt nur einen Stereo-Ein- und Ausgang mit Insert-Punkten. Die Masterbay S von SPL ist vielleicht die minimierteste Transferkonsole auf dem Markt. Sie ist absolut transparent/unhörbar und lässt sich entweder direkt mit dem Audio-Interface oder dem analogen Summierer verbinden. Sie kann auch zwischen die Mix-Buss Patch-Points einer Konsole geschaltet werden und verleiht dann diesem Buss ihre Architektur.

img Alle hilfreichen "Kleinigkeiten": Input- und Insert-Trimmer, Swap-Funktion für die Inserts 2&3, Masterfader, Lautstärke-Kompensation, Daw-Return und einen Bypass, der in eine Intervall-Schaltung versetzt werden kann. Für die Inserts 1-3 gibt es eine Parallel-Mix Blende, Insert 4 liegt dahinter (z.B. für Brickwall-Limiting). Alle Funktionen können über Relais-Schaltungen ge-bypassed werden. Der Rec-Out ist durch den Monitor-Out gedoppelt und es gibt einen extra Ausgang für's Metering. Dieses Gerät verbessert den "Workflow" maßgeblich und hilft mir, 95% aller typischen Nickeligkeiten bei der Verkettung von Outboard zu lösen.

img Die Besonderheiten der Swap-Inserts und des Parallel-Mix an der Masterbay S werden oft falsch kommuniziert und in der Folge als Schwäche diskutiert. Es betrifft den Umstand, dass Insert 1-3 immer zusammen in den Parallel-Mix laufen. Richtig ist, dass bei aktivierter Swap-Funktion der Insert 2 aus dem Parallel-Mix herausgenommen wird.


Das bedeutet, dass die Bezeichnung Swap etwas ungenau ist - man bekommt eher ein "diagonal" umgeschaltetes und daher "anderes" Gerät! img Für mich ist es perfekt, denn der MBP-Compressor (s.u.) ist durch seinen eigenen Parallel-Buss ideal für den Insert2 der Masterbay geeignet. Durch Swap hinter Insert1+3 und dem Parallel-Mix liegend, erzeugt er im Setup einen zweiten parallelen Buss, über den die parallele Compression mit anderen Anteilen, als der parallele Mix der EQ's, gemixt werden kann. Wer also einen "normalen" Compressor hat, könnte sich bei der MasterBay S evtl. die Anschaffung einer zusätzlichen Parallel-Blende überlegen (z.B. TK-Mini Blender oder Aveson Blend), um diese Funktionsbreite zu bekommen - finanziell wäre es immer noch weit weg von der Konkurrenz.

Das, was der Masterbay S im Vergleich zu grossen Transfer-Konsolen fehlt, sind eine Mid/Side Funktion und Width/Depth-Regler mit Filtern. Die Width/Depth-Regler mit Filtern habe ich aber im RND Mastering Buss (s.u.) und M/S-Operationen kann ich über die ULN-8 realisieren.

img Da die SPL Masterbay eigene Meter-Ausgänge anbietet, habe ich ein historisches, analoges Peakmeter angeschlossen. Es ist ein RTW1108 in einem 1120ER Gehäuse und es bewirkt eine deutliche Verbesserung des Setups, da ich die Loudness-Compensation jetzt genau einstellen kann. Die Trimmer-Kalibrierungs-Routinen habe ich für den Fall der Fälle in einem Max-Patch zusammengefasst.

Leider gibt es nur wenig Infos im Netz. Hier ist das RTW-Archiv und ein PDF des Nachfolge-Modells.


Monitoring/analog Summing


Als sehr hochwertiges und praktisches Backend hat sich die Dangerous D-Box bewährt. Sie bietet neben analoger Summierung genau die Dinge, die als Erweiterung eines Audio-Interfaces sinnvoll sind: img Summentrimmer und Volumen, Kanal 7/8 des Busses sind mit Panorama ausgestattet, eine Speaker A/B- und Mono-Schaltung sowie ein Talkback Mikrofon. Ein analoger und zwei digitale Eingänge mit sehr gutem Wandler lassen sich für weitere Abhörpunkte nutzen. Zwei individuell regulierbare, sehr gute Kopfhörerausgänge runden das Gerät ab. Technisch und klanglich bewegt sich die D-Box bereits in einer schwer zu übertreffenden Qualität - sie stellt eine Art Zusammenfassung des phantastischen Dangerous Music Equipments dar und für mich war sie die Einstiegsdroge.

Die D-Box zu bauen war eine wirklich gute Idee!

Nach der Einführung der MIO ULN-8 und der Software "Console 5" war die D-Box bei mir vorübergehend im Ruhestand und ist erst mit der analogen Mastering-Kette wieder zurückgekehrt. Sie dient vor allem dem Monitoring, die Summierung setze ich eher als Alternative ein.

img Rechts ist die passive Little Red Cue Box zu sehen - ein praktisches Zubehör für die D-Box. Sie macht aus einem Kopfhörer-Ausgang der D-Box vier Kopfhörer-Anschlüsse mit individueller Lautstärkeregelung. Sehr praktisch auch, dass sie auf einen Mikrofonständer geschraubt werden kann.


Die 2-kanalige Summe der D-Box (Sum-Out) wird für die analoge Summenbearbeitung (EQ, Compressor, Limiter, Stereo-Width) genutzt, bevor sie dann (als Pre-Master) wieder aufgenommen wird.


EQ


Der Weiss EQ1-DYN-LP ist wohl der, in Masteringstudios weltweit, am häufigsten anzutreffende Equalizer. Viele Mastering-Ingenieure betrachten ihn als eine Art "Maß der Dinge" und schwören regelrecht auf dieses Präzisionswerkzeug. img Sein Ruf ist legendär, wie auch der Ruf der Firma Weiss insgesamt.

Dieser digitale Equalizer ist siebenbändig ausgelegt und besitzt keine Wandler - daher hat er auch im Setup einen besonderen Platz (in der virtuellen Konsole). Meine Version dieses Equalizers ist die seltenere DYN-LP Version - das ist die maximale Ausbaustufe und bedeutet, dass er in verschiedenen Modi gestartet werden kann: als dynamischer Equalizer (im Verhalten einem Compressor nicht unähnlich) oder im Linear Phase Mode - insbesondere bei chirurgischen Eingriffen in dieser Disziplin wohl unübertroffen. Im LP-Mode verdoppelt sich die maximale Flankensteilheit der Cut-Filter auf 24dB.

img Zu den Superlativen dieses Prozessors wird auch sein gutes Benutzer-Interface gezählt - dank seiner digitalen Natur bietet er viele, die Effizienz betreffende Vorzüge. Trotzdem habe ich mir zum Kennenlernen einen kleinen Editor programmiert, mit dem deutlich schneller eingegeben werden kann (kein "Steppen" und weniger Drehen der MIDI-Encoder am Gerät) - schliesslich versteht der EQ1 MIDI. Rechts ist ein iPad-Screenshot meines Editors zu sehen.

Es ist verbal schwer zu vermitteln, aber im Gegensatz zu analogen Equalizern (IIR/Infinite Impulse Response) kommt dieser EQ ohne Phaseshifting aus. Dies und die extremen Q-Werte ermöglichen es, das Material präzise vorzubereiten oder zu reparieren (z.B. mit haarfeinen Notches). Der Weiss EQ1 ist einfach so unaufgeregt und souverän - es gibt nicht dieses "Aufschaukeln" der Kurven (auch im Cut).
Mit diesem Equalizer ist es, als ob man das Universum aufräumen und neu ordnen könnte! Sogar in Nullstellung könnte sich das Ergebnis verbessern, da der Weiss EQ1 intern mit up- und downsampling arbeitet. Beim Überspielen alter DAT-Cassetten fiel mir, im Verhältnis zu den direkt in die ULN-8 überspielten Aufnahmen, der deutlich bessere Klang auf. Alles in Weiss-Ordnung!



Der MAQ-2NV von Great River Electronics ist eine Modifikation des beliebten EQ-2NV, die unter dem Label des (leider geschlossenen) Händlers "Mercenary Audio" in Boston umgesetzt wurde. Die Änderungen basierten auf dem Wunsch vieler Ton-Ingenieure, den EQ-2NV auch beim Mastering einzusetzen. imgDeshalb wurden Input-Gain, "gerasterte Potis" (=Switches), eine Link-Funktion für einen vereinfachten Stereo-Betrieb, veränderte, bzw. erweiterte Eckfrequenzen, niedrigere Boost-/Cut-Werte und Übertrager mit weniger Färbung ausgewählt. Aufgrund der niedrigen Boost- und Cut-Werte ist der Equalizer nicht für chirurgische (surgical) Eingriffe ausgelegt. Auffällige Besonderheit sind seine zusätzlichen, unsymmetrischen Ausgänge und Patch I/O Buchsen, über die z.B. ein Compressor eingeschleift werden kann.

Der MAQ-2NV ist ein äusserst vielseitiger EQ, dessen Stärken im Mitten- und Höhenbereich und besonders im allgemeinen Klangbild liegen - er klingt gross und gut. Ein unauffälliger Riese, der anders klingt, als er aussieht. Seine Vielseitigkeit zeigt sich darin, mit wievielen musikalischen Genres dieser EQ konfrontiert werden kann, ohne zu fremdeln. Technisch ist er ein Nachkomme des legendären Neve 1081 EQ.

Ist der MAQ-2NV mit 2HE auch doppelt so gross wie das Ausgangs-Modell - sein bescheidenes Aussehen scheint mir der Grund dafür zu sein, dass es so wenig Hype um diesen EQ gibt. In der "Mastering-Szene" sind 4- oder 5HE Geräte mit extra grossen Knöpfen einfach beliebter - so blöd das klingt (und sicher auch ist). Es sind kaum Besprechungen, Tests oder Berichte vom MAQ-2NV zu finden. Die aber, die etwas sagen, sprechen in den höchsten Tönen von diesem EQ. Das Verständnis dieser Sachlage wird zusätzlich durch den Umstand erschwert, dass der MAQ-2NV mindestens 1/3 günstiger ist, als seine, aus meiner Sicht, direkten Konkurrenten.


Der Mini Massive EQ von Langevin/Manley (produziert 2006-2011) img ist der kleine Bruder des grossen Massive Passive und hat die gleichen Übertrager und Preamps, jedoch keine Röhren, nur 2 statt 4 Bänder und keine Filter. Klanglich ist er ganz anders, als der grosse Bruder.

Dieser EQ bringt einige Besonderheiten: zuerst einmal lassen sich die Ausgänge von +4dB/sym. auf +4dB/unsym. oder -10dB/unsym. umschalten. Zudem gibt es die Möglichkeit, die "Iron" Übertrager auf "Vintage" zu schalten, wobei eine andere Wicklung und andere Stromstärken ein rauheres Klangbild (z.B. gut für E-Gitarre) erzeugen. Zuletzt können die Übertrager auch durch "Bypass" umgangen werden. Dadurch werden die harmonischen Verzerrungen minimiert und der Frequenzbereich erweitert sich von 1Hz-100kHz. Dieser EQ ist VIEL grösser, als er scheint.

Wichtig ist bei diesem EQ, dass die Rückseite jederzeit erreichbar ist, denn die Schalter für dB und Übertrager machen das Gerät ja so vielseitig! Ob in Mono, durch Daisy-Chaining zum 4 Band EQ mutiert und mit extra Roll-Off (vintage), als Buss EQ, evtl. durch "The Pullet" um Mitten-Bänder erweitert oder als Übertragerloser Mastering-EQ - es ist ein enorm vielseitiger Prozessor.

Klanglich für's Mastering geeignet, ist er aber wegen der nicht gerasterten Bandwidth- und Level-Regler, die leider extrem leichtgängig sind, nicht jedermanns Sache. Wären diese Regler gerastert (also Switches), glaube ich, dass er heute noch gebaut würde.


Der Bax EQ ist kaum zu hören, aber alles klingt besser. Bei mir ist es in der Regel das letzte Gerät in der Mastering-Kette. Die Tiefen sind mächtig, klar, sauber und ganz ohne Wummern, die Höhen schlicht phantastisch!img Er räumt unten - und macht oben auf, verleiht Körper, Raum und "teure" Transparenz - auch das Stereobild wirkt erkennbar aufgeräumter. Ganz besonders bemerkt man diesen EQ in dem Moment, in dem "Bypass" aktiviert wird. Dieser EQ scheint eher ein virtuoser HiFi-Loudness-Knopf, als ein EQ zu sein.
Er hat zwei "Baxandall"-Kuhschwanz-Kurven, sowie Low- und High-Cut Filter. Über diesen EQ lässt sich ähnlich wenig sagen, wie er Parameter hat. Aber nach dem Hören bleiben keine Fragen offen und es wird klar, warum der Bax in so vielen Mastering Studios anzutreffen ist.

Will man hauptsächlich ITB arbeiten und nur einen "Sweetener" im analogen Master-Buss, könnte der Bax-EQ eine der besten verfügbaren (und bezahlbaren) Lösungen sein.


Eine perfekte Erweiterung zum Bax ist der Mitten-EQ The Pullet von Thermionic Culture. Er ist im "klassisches Pultec Design" imgund dieser EQ ist wegen seiner passiven Bauweise (kein Stromanschluss, keine Aufholverstärkung) in dieser Gattung ein Schnäppchen - es wird aber ein freier Stereo-Mic-Preamp benötigt, um die Ausgangs-Signale wieder um ca. 35dB zu verstärken.

Während der Klang mit dem Bax-EQ nicht zu zerstören ist, ist The Pullet deutlich gefährlicher. Er macht es einem aber einfach, wenn man seinen Ohren folgt. Wunderbar, wie sich Dinge mit diesem EQ revitalisieren lassen, aber ein paralleler Buss kann hilfreich sein. Auch ist The Pullet, gerade zusammen mit dem Bax EQ, sogar für's Mastering geeignet (und verleiht dem Bax die Mitten-Regelung). Diese Combo war er mein erster analoger "Mastering-EQ". Diese EQ's ergänzen sich hervorragend! Am Pullet sollte man allerdings dann den Highshelf neutral lassen, da er zu stark greift - das ist aber in der Kombination von Bax und Pullet ohnehin Sache des Bax.

Als Aufhol-Verstärker nehme ich meistens meine Telefunken V672 Preamps.



Compressor


Meine beiden Compressoren für's Tracking sind beide von Stam Audio Engeneering aus Chile. Ich habe sie angeschafft, um beim Summieren analoge Prozessoren für die Inserts der Studer-Konsole zu haben.

img Der SA-2A zeigt offen die Referenz (Teletronix La-2A), es ist aber kein 1:1 Clone, sondern eine Replikation mit einigen modernen Bauteilen. Ein guter Opto-Compressor im Setup ist eine "Hausnummer" - er erzeugt auch bei extremer Level-Reduktion keine zusätzlichen harmonischen Obertöne - dem Klang wird nur Grösse und Wärme verliehen. Im SA-2A sind Röhren und eigens gefertigte Cinemag Übertrager verbaut.

Optische Kompressoren sind vor allem gut für Einzel- und weniger komplexe Signale.


img Der andere Compressor ist ein Remake des legendären SSL G Comp und trägt den Namen SA4000. Es ist ein Stereo VCA Compressor ohne Übertrager, ideal für den Drum-Buss. Das Original hat einen Platz in der Geschichte.

Beide Compressoren erweitern meine Möglichkeiten bei der Arbeit mit der Studer-Konsole ungemein. Der Preis für die Geräte von Stam Audio ist geradezu unglaublich günstig!

Mir gefällt die Idee, grossartige Geräte der Vergangenheit mit modernen Mitteln zu einem Bruchteil des Preises eines Originals zu bauen. Die Messtechnik ist heute sehr fortgeschritten und solche Unternehmungen sind keine "Blindflüge" mehr. Die Geräte können dann von vornherein für heute gebräuchliche, grössere Bandbreiten ausgerichtet werden. Auch "Seitenerscheinungen" aus der "Steinzeit der Elektronik" können heute besser gelöst oder beseitigt werden (Noise).



Master-Buss-Prozessor


Der Portico II Master Buss Processor von Rupert Neve Designs ist Compressor, Limiter, Stereo-Width & Depth Editor inkl. "EQ" (Filter), MS, Parallel-Processing und Sättigungs-Blenden, eingebunden in einen Buss - mit vier LED-Meters für Compression und Volumen.

img Der MBP bietet extra hohe Ströme (72V/±36V) und "riesige" Übertrager sorgen für hervorragende Dynamik und Impulswiedergabe. Auch Sidechain I/O's sind vorhanden. Der Stereo-Field-Editor ist der wirkungsvollste, den ich je verwendet habe.


Dieser Prozessor allein kann bereits als komplette "Mastering-Kette" (ohne EQ) dienen, denn er bietet die entscheidenden Tools und gibt einen sehr soliden, analogen Fingerabdruck - vielleicht genau die Art "Konsolensound", den so viele in der Summierung gesucht hatten. Der integrierte Compressor ist schlicht beeindruckend: man hört ihn nicht arbeiten. Ein Compressor mit eigener Parallel-Blende ist zudem eine super Idee!

Der Stereo-Field Editor hat eine Längs- und eine Querachse, jeweils mit zuschaltbaren EQ (4 Bänder), damit Phasenprobleme vermieden werden können. Nicht zu vergessen ist der sehr gute Limiter. Wirklich erstaunlich - und es gibt nur einen Regler!

Für mich ist dieser Prozessor ein Glücksgriff. Rupert Neve hat immer noch ein Händchen für Compressoren. Phantastisch!


Primary Source Enhancer


Der Portico 5045 von Rupert Neve Designs bietet innerhalb einer Live-Sound-Umgebung die Möglichkeit, ein Mikrofonsignal vor der Rückkopplung um bis zu 20dB anzuheben, imagohne dabei negative Auswirkungen auf den Klang des Quellsignals hervorzurufen. Dieser Prozessor erkennt, wenn jemand in das Mikrofon spricht oder singt und lässt das Signal passieren, bzw. verringert die Lautstärke, wenn die Person aufgehört hat zu sprechen oder singen. Bemerkenswert ist, dass der 5045 für diese Aufgabe gänzlich auf Filter und/oder Digitaltechnik verzichtet.

Enthalten sind auch Rupert Neve´s hervorragende Übertrager, die das Quellsignal vollständig und unversehrt wiedergeben (und auch für ein erstaunlich hohes Gewicht trotz kleiner Ausmaße sorgen). Tatsächlich kann der Klang durch die Übertrager sogar veredelt werden, wenn sie mit ausreichendem Pegel angefahren werden. Das Entscheidende aber ist, dass Feedback-Probleme hiermit der Vergangenheit angehören.

In der Live-Elektronik gibt es so viele ungewollte Begegnungen mit Feedback, dass sich der 5045 wie ein Trumpf im Ärmel anfühlt. Besonders hilfreich ist dieser Prozessor bei Kirchen-Akustik und ähnlich schwierigen Verhältnissen - und natürlich auch perfekt beim Gebrauch von Head-Sets.



"Vintage" Mikrofon-Vorverstärker


Zwei "gerackte" Telefunken V672 (meine sind Baujahr 1970) bilden wahlweise ein "Vintage" Front- oder Backend mit bis zu +70dB Gain. img Trotz hohen Gewichts sind diese alten Radiostudio-Verstärker nachwievor eine Hausnummer und für manche Dinge/Klänge eine hervorragende Lösung. Mir gefiel dieser cleane Preamp schon in Verbindung mit dem passiven Folcrom Summenbus - inszwischen ist er, wieder als Aufholverstärker, mit dem Pullet EQ verbunden. Ganz besonders gefiel er mir auch als Mic-Pre mit meinen historischen Gefell Röhren-Mikrofonen.

Die drei in der Mitte liegenden Schalter (48v/Pad/Phase), der Lautstärke-Regler, DI-Eingang und das Netzteil waren Bausätze von JLM-Audio. Zum Go Between Kit (48v, Pad, Phase) möchte ich aber anmerken, dass der Pad Schalter vor dem Übertrager liegt und daher nicht zu empfehlen ist (er wirkt sich auch negativ auf das Rauschverhalten aus). Mein 19' V672 hat deshalb die aussenliegenden Extra-Schalter (auch Pad, aber hinter dem Übertrager!).

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Die gediegene Qualität des Telefunken V672 war für mich wirklich überraschend! So ein diskret aufgebauter Verstärker bildet eine ganz andere Art "Körper" aus, als man es von modernen IC-Bauweisen oder gar digitalen Verstärkern gewohnt ist. Von einer Färbung kann man beim Telefunken V672 aber nicht sprechen - der Amp ist sehr clean und klingt voll. Schliesslich war der Telefunken V672 1958 beim NWDR in Bremen auch für das Radiostudio entwickelt worden.

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Was der Spass kostet? Die V672 Cassetten habe ich für ca. €100.- das Stück (günstig) erworben. Das Gehäuse, die JLM-Bauteile (plus Porto und Zoll), die Drehregler und die Neutrik Einbau-Buchsen haben zusammen ca. €500.- gekostet. Kommt noch die Arbeit hinzu.



Effekte


Der Quantec YardStick 2496 ist kein Hall sondern ein Raumsimulator. Der Lieblingshall vieler Hall-Hasser. Ein einzigartiges Gerät - gerade da, wo es keinen Hall braucht oder er nicht gut tut, aber der Raum nicht stimmt. img Quantec verfolgt einen anderen Weg als "die Anderen" und ist durch sein Konzept allein auf weiter Flur.


imgDer YardStick 2496 hat einen AES- (Stereo) Ein- und 3 AES-Ausgänge (Surround) - er besitzt keine Wandler und nur einen Algorithmus. Seit der Firmware 3.x lässt sich der YardStick über den Webbrowser editieren und verwalten. imgDie Entscheidung für den YardStick fiel, weil Reverb sehr viel Rechenleistung verbraucht und modulierte Early Reflections (FX-Reverb) bei der Studioarbeit grosse Zerstörer der Transparenz sind. Insbesondere bei Produktionen mit akustischen Instrumenten ohne Effekte ist Quantec schon seit über 20 Jahren eine Hausnummer und lehrt uns, zwischen moduliertem Hall (Reverb) und phasenneutraler Raumsimulation zu unterscheiden!

Nach einigen Jahren mit dem YardStick möchte ich hinzufügen, dass ich in bestimmten Fällen keinem anderen Gerät mehr Vertrauen entgegen bringe!


Für FX-Reverbs und die Emulation anderer Studioprozessoren habe ich die UAD-2 (siehe auch PlugIns). Sie ist mittlerweile ein zentraler Posten im Farbzentrum meines Setups geworden!

img Gerade die letzten Entwicklungen Emt-250, Empirial Labs Fatso, Manley Massive Passive, SSL G Series Buss Compressor, Lexicon224 und Ampex ATR-102 sind schlicht excellent!

Leider werden die PlugIns immer teurer und man muss aufpassen, es nicht zu einem Geld-Grab werden zu lassen. Hardware Updates wurden bisher nicht unterstützt - neue Hardware muss zum vollen Preis gekauft werden.

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Ärgerlich ist, dass man nicht einzelne PlugIns wieder verkaufen kann. Entweder alle oder keines. Eine harte Lösung für die Kundschaft. Beim Umstieg von UAD1 auf UAD2 und von Solo/Laptop auf Satellite war deswegen der Übertrag der Karte (mit bzw. ohne Lizenzen und Demos) nie so, wie ich es mir wünschte. Etwas mühsam...

Trotzdem: man bekommt herrausragende PlugIns - an so etwas war früher nicht zu denken! Der hohe Preis und die vielen nichtgenutzten, früher erworbenen, nicht so guten PlugIns, sind vielleicht als Preis dafür zu sehen, dass das UAD-Konzept im Gegensatz zu Konkurenz-Veranstaltungen überlebt hat. Die UAD Website.



Control

Der Euphonix MC Mix (inzwischen Avid) ist ein hervorragender und erschwinglicher Controller mit Motorfaders und dem schnellen Eucon-Protocol. Bei gleichzeitigem Gebrauch des Controllers mit verschiedener Software springen die Regler jeweils auf die Positionen der aktiven Software. img Wer einmal mit hochwertigen Maschinen gearbeitet hat, kann mit einer MIDI-Steuerung nicht mehr zufrieden sein: mangelhafte Geschwindigkeit und nur 128 Stufen. Das Eucon-Protokoll bietet 1024 Stufen und die Ethernet-Verbindung ist 250 x schneller als MIDI! Die Verbesserung in der Übertragung von Slider-Bewegungen ist vergleichbar mit der klanglichen Verbesserung beim Schritt von 44.1 zu 96 kHz.

Bei Applikationen, die nicht mit dem Eucon-Protocol arbeiten können, besteht die Möglichkeit, die Faderbank mit dem MackieControl-Protocol einzubinden - das ist zwar MIDI, aber es fühlt sich immer noch viel besser an, als andere (MIDI-) Controller. Das iPad lauert aber, ist die einfachere und auch sehr elegante, vielleicht auch modernere Lösung für die Steuerung - vielleicht aber nicht für Haptiker und andere Taktile.


Das iPad ist eigentlich ein grösseres Thema: MIRA erlaubt die Spiegelung bestimmter Max-Objects, was für Max-Programmierer eine grosse Vereinfachung der Arbeit bedeutet und TouchOsc imag ermöglicht es, individuelle Controller-Oberflächen für Jeden zu gestalten, denn es kostet nur ca. € 4.-. Besonders gefällt mir, dass Werte-Positionen vom Rechner upgedated werden können und somit XY-Felder Fader, Potis oder Buttons immer auf der richtigen Position sind. Ein Setup in TouchOsc kann mehrere Oberflächen haben, die über Tabs oder vom Rechner einfach umzuschalten sind - sehr paraktisch! Auch eine Beschriftung ist möglich und trotz Virtualität "fühlt" sich das iPad als Controller sehr gut an.



Mikrofone

imgBesonders erwähnenswert sind sicherlich die DPA 4021 (3521) und die Brauner Phantheras, Mikrofone der absoluten Spitzenklasse! Meine längsten treuen Begleiter aber sind die AKG C414 B-ULS, auf deren Fähigkeiten ich mich immer verlassen konnte und die ich aufgrund ihrer Sachlichkeit sehr liebe. Besonders bei den Mikrofonen ist mir im Laufe der Zeit immer deutlicher geworden, daß es keine "genauso gut wie..." Mikrofone gibt, sondern nur gute und weniger gute! Und einfache und weniger einfache! Ich gebrauche verschiedene dynamische- (für laute Quellen) und Kondensator-Mikrofone (Phantomspeisung benötigt). Bis heute besitze ich keine Ribbon-(Bändchen-) Mikrofone - sie sind die anspruchvollsten, was die Vorverstärkung angeht, sind aber in Europa wesentlich seltener im Einsatz, als in den USA. Zum Vertiefen in die Mikrofonierung habe ich einige Links zusammengestellt - die meisten grossen Firmen (DPA, Schoeps, Neumann etc.) bieten recht informative PDF's frei als Download an.

Eine Anekdote zur Mikrofonierung, die sich 1995 bei einem Konzert des Experimentalstudios des SWF mit Rudi Strauss zugetragen hat: Rudi Strauss dürfte Einigen als Mitarbeiter an Luigi Nono's elektronischem Werk bekannt sein - in Nono's Partituren steht hie und da "Rudi fragen" oder "Rudi hat die Werte". Dieser Rudi befestigte also gerade einige Mikros an von der Decke hängenden Kabeln und mir fiel auf, das es Shure SM57 Mikros waren: dynamische Mikrofone, die in der Rockmusik gerne für Snare oder Verstärkerabnahme genutzt werden. Gute, aber einfache und sehr günstige Mikros, die ich in der wohlausgestatteten Umgebung des Südwestfunks in Zusammenhang mit Streichinstrumenten einfach nicht erwartet hatte.

Es ging um leichte Verstärkung des Streichtrios für eine bessere Balance zum elektronischen Part des Stückes. Rudi erklärte mir, dass die vermeindlich schlechten SM57 optimal für Streichinstrumente seien, weil sie genau den Anteil aufnehmen, der für eine unauffällige Verstärkung benötigt wird und dass sie keine Schärfen erzeugen. Als dynamische Mikrofone haben sie nur eine geringe "Hörweite" und neigen dadurch nicht zu Rückkopplungen oder zur Aufnahme "fremder" Klänge.
Und tatsächlich: das Trio war viel deutlicher zu hören und es klang doch wie unverstärkt. Nur der "Körper" des gesamten Trios war vergrössert worden - nicht die Instrumente. Ich fand es sehr eindrucksvoll.

Diese Situation machte mir deutlich, dass Leistungsbeschränkungen bei Mikrofonen nicht schlechtere Qualität bedeuten - hier werden die Schwächen des Mikros zu Stärken bei der Bewältigung der akustischen Anforderungen. Auch Bernard Parmeggiani hat anscheinend einige seiner charakteristischen Sounds gehend, mit einem offenen Mikrofon in einer Tasche gemacht. Da spart man sich eine Menge Nachbearbeitung! ;-)



PA /Bühnenverstärkung


img Nexo PS8 - diese Kleinst-PA ist eine Freude! Ihre Leistung (Abstrahlungsweite) und ihr Klangbild stehen den ganz grossen Namen dieser Branche - wie MeyerSound oder D&B - in Nichts nach. Mit der wirklich kleinen PS 8 ist Nexo ein grosser Wurf gelungen! Die PS 8 hat sehr klare Höhen und kann ein musikalisches, ausgewogenes und stabiles Klangbild abgeben! Der Subwoofer ist sehr schnell und früh genug zu hören - dies war ein kleiner Schwachpunkt der PS 10 (der alten Bauweise). Diese PA ist hervorragend für "instrumental" verstärkte Live-Elektronik im Kammermusik-Ensemble geeignet. Trotz der geringen Grösse leistet sie unglaubliche 1750 Watt. Das Beste: für 4-kanalige oder extra "fette" 2-kanalige Aufführungen habe ich zwei dieser PA's!

Inzwischen wird auch die PS10 gebaut, wie die PS8 - damit dürfte die PS10 wieder interessant sein. Sie ist allerdings für den PKW Transport schon deutlich grösser. Die abgebildete Nexo Endstufe - mit integriertem Controller - gibt es nicht mehr. Die neue Lösung besteht aus Controller und Verstärker, ist noch etwas grösser, schwerer und auch teurer.


img Für´s Fender Rhodes fiel meine Wahl auf den in Europa nur wenig verbreiteten Combo-Amp Traynor K4. Durchsetzungsfähigkeit und Klang sind beeindruckend. Dieser Amp ist eine kleine PA in einem Combo! 2 Equalizer, 3 Verstärker, 4 Kanäle, 5 Lautsprecher und sehr laute 300W (200W Low und 2x 50W High). Seine „Ausstrahlung“ auf der Bühne ist souverän, ausgewogen, kompakt und kräftig.

Auch als Bühnenverstärkung von Live Elektronik mag ich den Traynor sehr! Sehr plastisch und "physisch"!


Studiomonitore


img Seit Anfang 2014 arbeite ich mit Neumann KH310A und empfinde sie als sehr hilfreich. Diese Monitore verdienen als Adelung den Oberbegriff "Werkzeug". Erstaunlich, wie unaufgeregt alles zu hören ist! Sie bieten ein phantastisches Stereobild und ermöglichen ein unangestrengtes Hören! Durch die geschlossene Bauweise sind sie sehr unkompliziert zu handhaben. Vorher hatte ich die K+H O98 (Vorläufer), die ich leider aufgeben musste, weil es keine Ersatzteile mehr gab. Durch die 3 Wege und 34Hz Untergrenze ist die KH310A auch ohne Subwoofer sehr gut zum Mixen geeignet und wirklich ein Spitzen-Monitor!
Der Einsatz von Subs macht Phasenabweichungen sehr wahrscheinlich, daher ist das Mixen ohne Subwoofer meistens einfacher/effizienter und weniger ermüdend - jedenfalls, wenn es die Lautsprecher erlauben.

img Zur vollen (oder "schönen") Abbildung ist der Subwoofer Neumann KH810 die ideale Ergänzung zu den KH310A. Beim Anklicken des Bildes wird die unglaublich umfangreich bestückte Rückseite dieses nicht so kleinen Monstrums offenbart. Der KH 810 bietet einen 7.1 High Definition Bass Manager™, welcher allen Studio-Anforderungen von Mono bis zu den neuesten 7.1-HD-Formaten gerecht wird. Die Form mit 65 cm Tiefe verlangt Platz!


imgFür eine Art "Real-World-Speakers" hatte ich mich auf ein Experiment mit den Tannoy Reveal 402 eingelassen. Ein zweites, gutes Paar Monitore war mir schlicht zu teuer (und vielleicht auch nicht nötig), aber ein Paar Utility-Speakers für unter €200.- musste ich probieren!

Die Reveal 402 liegen irgendwo zwischen HiFi-Box, Studio-Monitor und Computer-Anlage und versetzen in Erstaunen: diese kleinen Speakers sind wirklich in der Lage, die ganze Musik abzubilden!

Natürlich ist aufgrund der kompakten Grösse sowohl Tiefenstaffelung als auch Räumlichkeit unvollkommener, als bei den grossen und sehr schweren KH310A - wäre ja auch bedenklich, wenn nicht - aber mit diesen Boxen lässt sich tatsächlich arbeiten und sie taugen sogar als B-Speakers!

Die Bässe sind etwas überbetont (Real World), aber, bezogen auf aktuelle Hörgewohnheiten, ist das sicher realistisch. Die Höhen bieten sogar fast eine Art mikroskopierende Ansicht (ohne dabei schmerzhaft zu sein). Natürlich ist alles etwas direkter, weil kompakter. Trotz der vorhandenen Gummierung würde ich (diese) Speakers aber auf keinen Fall auf den Tisch stellen, sondern auf (entkoppelte) Monitor-Ständer.

Zum "Resetten" des Gehörgangs und für eine bessere Vorstellung, wie es auf "normalen" Anlagen klingen mag, empfinde ich diese Lösung als durchaus gut geeignet.

Als Utility-Boxes taugen diese Speakers, weil auf der Rückseite neben symmetrischen und unsymmetrischen Mono-Eingängen auch ein Stereo-Miniklinken-Eingang und und ein Monitor-Link Ausgang (Miniklinke) sind. Kabel wird mitgeliefert. Nur nochmal zum Unterstreichen: die Reveal402 kosten nicht einmal 5% der KH310A. Verrückte Welt!


Für grosses und lautes A/B-Hören leistet natürlich auch die NEXO PS-8 sehr gute Dienste.