MODUL-VERGLEICHE

Kleine Einführung zum Lesen der Bilder

Auf dem Bild sind zwei 1:1 Vergleiche zu sehen. Oben (blau) ist ein RM Vergleich - dargestellt als Waveforms. Die obere Waveform zeigt Eurorack, die untere MOTM. Unten, im grün/violetten Teil, sind zwei White Noise Module, dargestellt als Sonogram. Die linke Hälfte ist Eurorack, die rechte ist MOTM. Gelb ist laut und violett ist leise. Es sind drei "Töne" (Hüllkurfen) zu sehen. Unten sind die tiefen Frequenzen, oben die hohen.

Was bei 1) zu erkennen ist: Obwohl die eingehenden Frequenzen für die Ringmodulation identisch sind, sind die Waveforms doch sehr unterschiedlich (wie auch der Klang). Es ist zu erkennen, dass die obere Waveform oben und unten anschlägt - d.h. sie clippt. (Oben und unten ist fast eine durchgehende, gerade, horizontale Linie zu sehen, weil die vertikalen Linien abgeschnitten werden.) Die untere Waveform ist sehr schön aufgelöst. Die Wellen schlagen nicht an und die Überlagerung der Wellen sieht in der Mitte schon fast aus, wie 3D.

Wenn auch bei 2) beide Modelle White Noise versprechen - White Noise ist eine gleichmässige Verteilung aller Frequenzen - es ist aber deutlich zu sehen, dass sich nur im rechten Fenster die Frequenzverteilung (grün) über das ganze Spektrum erstreckt, während im linken Fenster hauptsächlich tiefe Frequenzen abgebildet sind. Tatsächlich sind die ganz tiefen Frequenzen sogar so laut, dass ein gelber Streifen zu sehen ist.

Hier sind ein paar Gegenüberstellungen:


RM I RM II Noise I Noise II Sinus I LFO I

_______________________________________________________________________________________________________________________________________________________________________



RM-VERGLEICH I

Doepfer A-114 vs Oakley RM 4014

Ein 1:1-Vergleich. Die paarweise getesteten und aufgenommenen Module bekommen identische Signale, d.h. eine X-Frequenz - in diesem Fall etwa 391 Hz vom Plan B M15 - und eine Y-Frequenz, die von 3 Hz an aufwärts durchs gesamte Spektrum verläuft, erzeugt vom Intellijel Rubicon und mit der Hand gedreht. Ich wollte nur den Verlauf hören (und sehen). Die Ergebnisse waren eindeutig und hilfreich für mich. Ich habe die Aufnahmen extra leiser ausgesteuert, um die Ränder (Peaks) besser sehen zu können.

Doepfer A-114

Oakley Sound RM 4014


Auf den Screenshots ist im oberen, hellen Teil, die gesamte Audiodatei zu sehen. Der untere Teil zeigt einen vergrösserten Ausschnitt, welcher oben durch den weissen Rahmen gekenzeichnet ist. Links ist Doepfer, rechts Oakley.



1.1 Bild: Träger-Frequenz-Bereich von 3 - 8 Hz

An der vertikalen Ausdehnung ist (links) zu erkennen, dass das A-114 keinen Pegel aufbaut. Beim Hören fällt auf, dass, sobald sich der Pegel aufbaut (bei ca. 20 Sek.), der A-114 keine tiefen Frequenzen liefert, obwohl der Rubicon VCO im LFO-Bereich beginnt. Es ist ein hohes Schnarren oder Raspeln zu hören, was konstant erhalten bleibt.

Der Oakley RM (rechts) ist weicher, runder, genauer und erzeugt Frequenzen, die wir nicht nur mit den Ohren, sondern auch körperlich, vom Solar-Plexus an abwärts wahrnehmen können. (ca. ab Sekunde 24). Ziemlich genau da, wo beim Doepfer das Raspeln voll einsetzt.


1.2 Bild: Träger-Frequenz-Bereich von 40 - 110 Hz

Hier fällt auf, dass die A-114 Waveform viel heller ist und das die Frequenzen oben und unten quasi eine gerade Linie ergeben. Die Helligkeit/Dichte weist beim A-114 auf höhere Frequenzen hin (ca. 200Hz) und die "geraden" Grenzlinien oben und unten zeigen das Schrabbeln. Oakley zeigt eine wesentlich bessere Auflösung bzw. Staffelung der Frequenzen. Da, wo der Doepfer anfängt zu kratzen, ist auch die Stelle, an der Oakley deutlich wahrnehmbar tiefe Töne erzeugt: 40 - 110 Hz. Dafür, dass der Rubicon diese Frequenzen deutlich erzeugen kann, ist die linke Wellenform (A-114) deutlich zu hell.


1.3 Bild: Träger-Frequenz-Bereich über 200 Hz

Noch deutlicher ist es im dritten Screenshot zu sehen. Hier ist auch das Oakley heller, weil beide Eingangsfrequenzen bereits über 200 Hz sind. Dies ist (leider) der hauptsächlich wiedergegebene Frequenzbereich des A-114 über das ganze Spektrum (auch zu erkennen an der gleichmässig hell verlaufenden Wellenform) - zusammen mit dem Raspeln.

Als "Sound"-Modul mag das A-114 ok sein, wenn man es denn will - als Ringmodulator ist es völlig unbefriedigend.



_______________________________________________________________________________________________________________________________________________________________________

RM-Vergleich II

Makenoise ModDemix vs Oakley RM 4014
  • 1:1-Vergleich

    Die paarweise getesteten und aufgenommenen Module bekommen identische Signale, d.h. eine X-Frequenz - in diesem Fall etwa 391 Hz vom Plan B M15 - und eine Y-Frequenz, die von 3 Hz an aufwärts durchs gesamte Spektrum verläuft, erzeugt vom Intellijel Rubicon und mit der Hand gedreht. Ich wollte nur den Verlauf hören (und sehen). Die Ergebnisse waren eindeutig und hilfreich für mich. Ich habe die Aufnahmen extra leiser ausgesteuert, um die Ränder (Peaks) besser sehen zu können.

Die maximale Lautstärke ist in diesem Beispiel -3.1 dB. Oszillatoren: Intellijel Rubicon und Plan B M15 - beide Sinus, Plan B VCO bei ca. 500 Hz), Rubicon von tief nach hoch durch das gesamte Spektrum.


Makenoise ModDemix

Oakley Sound RM 4014


Hier fällt mir beim Hören auf, dass die Unterschiede nicht so gross sind, wie im ersten Beispiel, dass aber das Makenoise ModDemix einen etwas hohleren und höhenbetonteren Gesamtklang hat.




2.1 Bild: Träger-Frequenz-Bereich von 3 - 20 Hz

Schon beim ersten Blick fällt auf, dass die Wellenformen unterschiedlich sind: während links hochkant abgebildete Rugbybälle zu sehen sind, ist rechts eine Abfolge - oben unten oben etc. - zu erkennen. Dies zeigt die unterschiedliche, technische Umsetzung der Ringmodulation in den beiden Modulen, die sich bei Makenoise bereits im Namen ausdrückt: AM/RM (Betonung auf AM).

Zählt man die Peaks, stellt man beim ModDemix die doppelte Anzahl fest (weil es eben nicht abwechselnd Oben und Unten ist) - der Grund, warum der Klangeindruck mehr höhenbetont und etwas hohl klingt?.

Zum rechten Fenster (Oakley RM 4014) fällt mir nur ein, dass eine Ringmodulation, meiner Meinung nach, genau so aussehen sollte.


2.2 Bild: Träger-Frequenz-Bereich von 40 - 110 Hz

Im zweiten Bild ist zu erkennen, dass es (im Gegensatz zum Doepfer A-114) eine stärkere Ähnlichkkeit der Wellenformen beider Ringmodulatoren gibt. Das der ModDemix insgesamt etwas heller/höher klingt, zeigt die hellere Wellenform (links) - im Oakley RM ist eine differenziertere Verteilung/Staffelung der Frequenzen zu erkennen. Die Helligkeit entspricht auch eher den Frequenzen (40-110 Hz).



2.3 Bild: Träger-Frequenz-Bereich über 300 Hz

Im dritten Screenshot vertieft sich der Eindruck. Man sieht, das (links) durch die dichteren Höhen (der helle Mittelbereich) und die grösseren Leerbereiche oben und unten ein "härteres" und etwas verwischteres Modulationsmuster entsteht. Regelmässig laufen einzelne Linien ausserhalb der Wellen. Auch hier erzeugt Oakley eine facettenreichere Wellenform.



2.4 Bild: Träger-Frequenz-Bereich über 1000 Hz

Im höheren Frequenzbereich sind beim ModDemix extreme Modulationen zu sehen. Man kann gut erkennen, dass es etwas wild zugeht... Der Oakley RM 4014 bleibt cool. Im nächsten Bild lässt sich wieder die grundsätzliche Verschiedenheit der Wellen erkennen. Was aber von grösserer Bedeutung ist, ist die wesentlich feinere (und schnellere) Wiedergabe der Einschwingzeit.



2.5

Beim ModDemix sieht der helle Anfang oben und unten fast aus wie ein Fade - beim Oakley ist der Attack schön zu sehen und viel gerader. Auch der erste Anstieg davor ist viel plastischer wiedergegeben! Immerhin können wir die meisten Instrumente/Klänge in erster Linie durch die ersten 20 bis 40 Millisekunden (Anfang des Attack-Kurvenverlaufs) unterscheiden!



_______________________________________________________________________________________________________________________________________________________________________

Noise-Vergleich I

Doepfer A-118 vs Oakley RM 4014
  • Nach dem aufschlussreichen Ringmodulator-Vergleich interessierte mich brennend, den grossen Unterschied meiner Noise-Generatoren von Doepfer und Oakley sichtbar zu machen, um meinen Höreindruck zu untermauern.

    Die beiden Module sind sehr unterschiedlich: Während das Doepfer A-118 zwei Ausgänge für weisses und farbiges Rauschen hat - das farbige Rauschen kann durch zwei Regler "Blau" und "Rot" variiert werden, hat das Oakley drei Noise-Ausgänge, "Weiss", "Rosa" und "Infra-Rot". Für die Erzeugung farbigen Rauschens hat der Oakley Noise-Generator noch zwei CV-steuerbare 6dB Filter (LP/HP). Das Doepfer-Modul hingegen bietet als Extra noch einen Zufalls-Generator, der durch "Rate" und "Level" justiert werden kann.

    Zum Vergleich kommen hier aber nur das weisse und das farbige Rauschen der beiden Module - also ihre zentrale Aufgabe. Den dritten Noise-Ausgang des Oakley Moduls, "Infra-Red", beziehe ich nicht mit ein. Infra-Red erzeugt einen tiefen "Wumms", der zur Kontrolle von Filtern u.ä. geeignet ist.

    Während das A-118 für den Handbetrieb (keine CV-Eingänge) ausgelegt ist, also eher als nützliches Bauteil eines kompakten Synthesizers, der manuell bedient wird, ist das Oakley Modul eher für die Einbindung in komplexere Systeme geeignet. So etwas ist natürlich auch mit dem Doepfer möglich, aber es müssten eben noch die CV-steuerbaren Filter dahinter geschaltet werden. Der praktische "Taschenmesser"-Eindruck des A-118 wird durch den kleinen Random-Generator verstärkt (= integrierter Korkenzieher). Besonders beim Färben ist das Doepfer Modul unmittelbarer (intuitiver?) einzusetzen als das Oakley Modul, welches dafür aber etwas mehr Messgeräte-Charme mitbringt (im positiven Sinne!).

    Zum besseren Verständnis des farbigen Rauschens: mit "Rot" werden die tiefen- und mit "Blau" die hohen Frequenzen bezeichnet.

Auch in diesem Vergleich sind die Aufnahmen leiser ausgesteuert (max. -3.1 dB), um eventuelle Verzerrungen besser erkennen zu können.


White Noise

Doepfer A-118 (im Bild: linke Hälfte)

Oakley Modular Noise and Dual Filter (im Bild: rechte Hälfte)



Beim Hören fällt sofort auf, dass das A-118 deutlich tiefer klingt. Wie kann das sein? Weisses Rauschen ist doch weisses Rauschen? Beim Nachlesen bei Doepfer wurde ich nicht schlauer, aber im Manual ist von der "Betonung der tiefen Frequenzen" beim Random Generator die Rede - vielleicht liegt also der Grund des tieferen Klanges in der Abstimmung der beiden Funktionen des Moduls. Das weisse Rauschen des A-118 entspricht jedoch eher einem farbigen Rauschen.

Selbst ohne Legende sind die Farbverteilungen im Sonogramm direkt nachzuvollziehen. Es ist wohl der einzig zu überdenkende "Knackpunkt" des Doepfer Moduls: die fehlenden hohen Frequenzen - oder die fehlenden Schärfen des weissen Rauschens. Da führt das A-118 nicht zum Ziel. An sich ist es aber ein gut zu spielendes Modul - auch sehr intuitiv.

Das Weisse Rauschen des Oakley Modular ist das perfekteste, das ich bisher getestet habe. Mehr dazu weiter unten, beim Vergleich von 5 Noise Modulen im Video.

Eine Bemerkung zu "einfachen" Modulen. Für mich, als "Max-ist" und Besitzer eines "Source of Uncertainty Model 266", ist klar geworden, das "einfaches Random" innerhalb kürzester Zeit langweilig wird. Nach einer Weile erkennt man das Modul am "Random". Das ist mir zuviel musikalische Einmischung. Mit Max lässt sich da viel mehr machen. Mit dem Buchla Modul 266 macht es mir das erste Mal Spass, über lange Zeit mit einem Random-Modul zu arbeiten. Wenn es erkennbar ist, dann (immer noch) aus positiven Gründen.


Colored Noise

Das Doepfer Modul bietet kein Rosa Rauschen an, sondern zwei Potis, die (hohe) Blau- und (tiefe) Rot-Anteile zumischen können. Deswegen "Colored".

Doepfer A-118 (wegen der Blau und Rot Mischungen ohne Sonogramm)

Oakley Modular Noise and Dual Filter (siehe Bild)



Auch hier fallen die besser definierten Höhen des Oakley auf. Das Doepfer ist vielseitig, rumpelt aber bei stärkeren Rot-Anteilen auch ziemlich. Das Pink Noise Sonogramm des Oakley Moduls zeigt wieder die gute Auflösung und Frequenz-Staffelung des Oakley Moduls. Es entspricht dem Rosa Rauschen. Interessant, dass es immer noch mehr Höhen zeigt, als das White Noise Sonogramm des Doepfer Moduls.... ;-)

Der Vollständigkeit halber sind hier noch zwei Filter-Sweeps über die beiden Filter (HP/LP) des Oakley Moduls (leider schlechte mp3

Oakley Modular Noise LoPass Sweep

Oakley Modular Noise HiPass Sweep




_______________________________________________________________________________________________________________________________________________________________________



Noise-Vergleich II

6 x White Noise (Max/MSP, Oakley, Analogue Systems, Plan B, Doepfer, Wikipedia)

Zwei Aiff-Audiodateien (AS RS380 und Plan B M25) wurden mir zugeschickt. Da sie mit anderem Setup und Pegeln aufgenommen wurden, sind sie nicht wirklich vergleichbar - dennoch fand ich die Achsen-Ausrichtung so interessant, dass ich ein Video davon gemacht habe.







_______________________________________________________________________________________________________________________________________________________________________



5 x Sinus

MOTM-300 Ultra VCO / Oakley VCO / Intellijel Rubicon / Dixie II / Subconscious "Plan B M15" )



In den Sono- und Spectrogrammen (rechts) sind die relativen Lautstärken der enthaltenen Obertöne zu sehen.








_______________________________________________________________________________________________________________________________________________________________________



LFO-Vergleich

MOTM-300 Ultra VCO / Oakley VCO / Intellijel Rubicon / Dixie II / Subconscious "Plan B M15" )

In diesem Video kommt der eigentliche, eher "klangliche" Aspekt an Licht, der mich am Eurorack gestört hat: Fast alle Module übersteuern und brauchen, um gut zu klingen, Mixer oder VCAs zur Abschwächung. Wenn sie das haben, sind sie viel besser, als man ahnt!