Die Studio Hardware

Reverenz Equipment für's Volk!

Das wir heute mit derart hochwertigem Equipment arbeiten können, empfinde ich als einen grossen sozialen Schritt: während früher höchste Qualität nur bei Institutionen, in Studios oder bei Millionären verfügbar war - man musste also Klinken putzen, Tests bestehen und sich durchaus verbiegen - ist es heute zugänglicher geworden. Ausserdem ist es in wenigen Kisten untergebracht - und nicht auf mehreren Etagen.

Meine Hardware muss viele verschiedene Aufgaben erfüllen: sie ist elektronisches Instrument, gleichzeitig Live-Mixer und Aufnahme-Equipment, auch für beteiligte, akustische Instrumente. Für den Alltag optimiert (immer noch Stereo), als Produktions-Studio, bis hin zum Mastering in audiophiler Qualität. Geringe Grösse und Gewicht, sowie simpler Auf-und Abbau sollen die Mobilität gewährleisten.

Mit der im Folgenden beschriebenen, ziemlich exklusiven, aber durchaus reduzierten Hardware, lässt sich mit bis zu 32 Kanälen I/O, technisch in einer Referenz-Klasse arbeiten.

Die von mir bevorzugte Frequenz zum Arbeiten ist 96kHz/24Bit. Der entscheidende Unterschied zu 44,1 kHz vollzieht sich bei ca. 90kHz, der Unterschied von 96- zu 192kHz ist nicht so deutlich.

Die Übersicht ist in vier Teile gegliedert:


AudioInterfaces

Das Zentrum des Setups

  • Metric Halo ULN-8 und LIO-8 sind Audio-Interfaces der Extraklasse und das Herz meiner DAW. ULN-8 und LIO-8 sind technische Zwillinge, die LIO-8 kommt aber ohne Mic-Pre's und +DSP Lizenz. Sie kann nachträglich voll aufgerüstet werden und ist dann identisch mit der ULN-8. Meine Lio-8 hat 4 Mic-Preamps. Bei kaskadierten Interfaces genügt es, wenn nur ein Gerät die +DSP Lizenz hat.

    Phantastische Mikrofon-Vorverstärker, zwei integrierte DI-Eingänge, Referenz-Klasse AD-DA Wandlung, interne 80 Bit Verarbeitung, Hard- und Software hervorragend konzipiert, stabil. Ein Kopfhörerverstärker, der Hifi-Freaks jubulieren lässt. Diese Geräte scheinen beim ersten Blick gross und teuer, doch bei genauer Betrachtung sind sie klein und extrem preiswert! Sie ersetzen Hardware, die, in vergleichbarer Qualität, mehr als 10x teurer wäre und in schweren Flightcases transportiert werden müsste.

    Die mitgelieferte Software "MIO Console" ermöglicht alle erdenklichen Konfigurationen: Monitoring, MS Schaltung, analoge Summierung, beliebige Buss-Strukturen und Kaskadierung mehrerer Interfaces sind möglich. Die wichtigsten Parameter sind extern steuerbar. Es lassen sich über 100 Spuren gleichzeitig mitschneiden. Eine Host-Software wird also erst beim Editing nötig.

    Die +DSP Lizenz beinhaltet eine Fülle feiner PlugIns (EQ, Compressor, Limiter, Gate, Delay, Reverb, Transient-Designer u.m.), teilweise samt guter Presets. Live-, Editing- oder Mastering-Setups lassen sich einfach speichern und abrufen. Zwei ganz entscheidende Punkte: die PlugIns fühlen sich weder an wie PlugIns, noch klingen sie so! Die Interfaces besitzen eigene Prozessoren, wodurch die Computer-Ressourcen geschont werden.

    Das beste PlugIn, der MIO-Strip, steht auch ohne +DSP Lizenz zur Verfügung. Er besteht aus Gate, Compressor und EQ und hat eine Qualität, mit der man eigentlich auch ausschliesslich arbeiten könnte. Auch nach Jahren kann ich das Metric Halo Gesamt-Konzept nur loben und preisen.


    Besondere Ideen lassen sich auf der "Graph-Ebene" umsetzen: ganze Studioprozessoren lassen sich mit den "Building-Blocks" bauen. Building-Blocks sind z.B. Summierer, Addierer, Delays, LFOs, Filter... Ein unglaublicher Werkzeugkasten! Diese Interfaces sind ein komplettes Studio - inklusive Summierung und Monitor-Controller. Klanglich gibt es keine Kritik, nur ein nicht endendes Erstaunen.



    Mit SpectraFoo bietet Metric Halo auch eine Analyse-Software an, die diese Geräte auch für Tontechniker zur ersten Wahl machen. Für die Meisten dürfte die Standard-Version der Software genügen - es gibt auch eine Full-Version, mit der sich auch Säle einmessen lassen und mehr.


    Meine nun schon 13-jährige Erfahrung mit dieser Firma und ihren Produkten - in Deutschland hervorragend durch Anne Goerth und Stefan Bahr vertreten - ist ohne Vergleich - und diese Audio-Interfaces sind wirklich ein Geniestreich!

    Weil ULN-8 und LIO-8 mit sehr vielen Anschlüssen ausgestattet sind, sind diese als D-Sub25 Verbindungen ausgeführt. Das heisst, es werden Multicores und Breakout-Kabel bzw. Stageboxes benötigt.

Patchbay

... für ULN-8 und LIO-8

    Mamba

    Die Mamba XDB ist extra für die ULN-8 und LIO-8 (mit D-Sub25 Anschlüssen) konstruiert worden und ist ziemlich ideal für ein Alltags- Setup im 19' Format.

    Sie bietet 16 analoge Ein- und 8 analoge Ausgänge, sowie 8 AES-EBU IN/OUT, die auf der Rückseite an vier D-Sub25 Buchsen anliegen. Durch ihre geringe Tiefe (Bauweise) erzeugt die Mamba im Case Platz für Netzteile anderer Geräte oder lässt sich rückseitig einbauen. Für mich waren das die Anschaffungs-Gründe, denn, audiophil betrachtet, sind eigentlich zu viele Stecker im Spiel. Jedoch ist die Mamba bei der täglichen Arbeit und beim Transport phantastisch (und ich höre auch keinen Unterschied). Immerhin sind es vier D-Sub25 Stecker, die nun nicht jedesmal abgezogen werden müssen - D-Sub25 Stecker sind nicht für häufigen Wechsel vorgesehen.

    Gerade weil die Mamba für die ULN-8 entwickelt wurde, finde ich es unverständlich, daß auf den ersten acht Eingängen Combostecker verbaut werden. Das ist eine echte Gefahrenquelle, denn Phantomspeisung und Klinkenstecker gehören einfach nicht zusammen! XLR wäre die bessere Wahl. Um sicher zu sein, sollte man eventuell die Klinkenbuchsen der Combostecker mit Gummistopfen versehen - eine einfache und sichere Lösung.

    Networksound - networksound.com

Stageboxes

für Bühne und Recording
  • Stageboxes

    Da ich in der LIO-8 vier Mic-Pre's habe, habe ich eine 12er Stagebox mit 3m Kabel für die Mikrofon-Eingänge beider Interfaces. Die Box hat ein 12 kanaliges Mogami Multicore und am Ende ein Y-Stück mit zwei D-Sub25 Steckern, die an die Audio-Interfaces angeschlossen werden. Beim zweiten D-Sub25 sind natürlich nur die ersten 4 Kanäle belegt: 1-8 ULN-8 und 9-12 LIO-8.

    So speziell konfigurierte Stageboxes kann man natürlich nicht fertig kaufen. Das kann aber durchaus als Vorteil gesehen werden, denn das Innere der konfigurierten Stageboxes, die ich (auch von namhaften Herstellern) gekauft hatte, entsprach qualitativ nicht dem, was ich erwartet hatte. Die Stagebox ist daher Aufgabe für eine gute Manufaktur!





    Für Situationen, in denen ich nur aufnehme (und verstärke), habe ich noch diese grosse Stagebox mit 20m Kabel.

    Die Buchsen sind von Switchcraft und das Kabel von Sommer.

    Das ist grosses Gepäck. Diese Box hat 16 Inputs und 4 Returns, z.B. für Monitor-Signale.


Mikrofon- und Aufholverstärker

Telefunken V672 "Vintage" Mikrofon-Vorverstärker
  • Zwei "gerackte" Telefunken V672 (Baujahr 1970) bilden wahlweise ein "Vintage" Front- oder Backend mit bis zu +70dB Gain. Trotz hohen Gewichts sind diese alten Radiostudio-Verstärker nachwievor eine Hausnummer und hervorragend klingende Lösung. Überzeugend war auch, diesen cleanen Preamp in Verbindumg mit einem passiven Summenbus, als Aufholverstärker zu hören.

    Die drei in der Mitte liegenden Schalter (48v/Pad/Phase), der Lautstärke-Regler, DI-Eingang und das Netzteil waren Bausätze von JLM-Audio. Zum Go Between Kit (48v, Pad, Phase) möchte ich aber anmerken, dass der Pad Schalter vor dem Übertrager liegt und daher nicht zu empfehlen ist - er wirkt sich dort negativ auf Rauschverhalten und Klang aus. Mein 19' Stereo V672 hat deshalb die aussenliegenden Extra-Schalter (Innenseite blau / Pad, aber hinter dem Übertrager).

    Die gediegene Qualität des Telefunken V672 war für mich wirklich überraschend! So ein diskret aufgebauter Verstärker bildet eine ganz andere Art "Körper" aus, als man es von modernen IC-Bauweisen oder gar digitalen Verstärkern gewohnt ist. Von einer Färbung kann man aber nicht sprechen - der Amp ist sehr clean und klingt voll. Schliesslich war der Telefunken V672 1958 beim NWDR in Bremen auch für das Radiostudio entwickelt worden. Er ist nicht nur Mikrofon-Vorverstärker, sondern wurde so konzipiert, dass er verschiedene Funktionen übernehmen kann, was über die Verbindungs-Steckleiste geschaltet wird.

    Was der Spass kostet? Die V672 Cassetten habe ich für ca. 100 € das Stück (sehr günstig) erworben. Die JLM-Bauteile, 2x Go Between Kit, Netzteil (plus Porto und Zoll), Gehäuse, Drehregler und Neutrik Einbau-Buchsen haben zusammen ca. 500 € gekostet. Kommt noch die Arbeit hinzu. Auf dem linken Bild ist ein fertig gebautes Go Between Kit (48v, Pad, Phase) abgebildet.



Primary Source Enhancer

Rupert Neve Designs Portico 5045
  • Der Portico 5045 von Rupert Neve Designs ist ein Feedback-Killer und kann zwei Mikrofonsignale vor Einsetzen des Feedbacks um bis zu 20dB anheben, ohne dabei das Quellsignal negativ zu beeinflussen. Dieser Prozessor "erkennt", wenn Signale ins Mikrofon kommen und lässt das Signal passieren, bzw. verringert die Lautstärke, wenn das Signal verstummt. Bemerkenswert ist, dass der 5045 für diese Aufgabe gänzlich auf Filter und/oder Digitaltechnik verzichtet. Enthalten sind aber Rupert Neve´s hervorragende Übertrager, die das Signal wiedergeben (und auch für ein erstaunlich hohes Gewicht trotz kleiner Ausmaße sorgen).

    Tatsächlich erfährt der Klang durch die Übertrager sogar eine Art Veredelung. In der Live-Elektronik gibt es so viele ungewollte Begegnungen mit Feedback, dass sich der 5045 wie ein Trumpf im Ärmel anfühlt. Hilfreich ist dieser Prozessor z.B. bei Kirchen-Akustik oder Bühnen-Monitoren. Feedback-Probleme gehören mit dem Portico 5045 der Vergangenheit an.

    Rupert Neve Designs - Portico 5045 Website

Back-End / Monitoring

Wichtig ist, was hinten rauskommt. (Dr. h.c. Helmut Kohl)

    Dangerous Music D-Box

    Als sehr hochwertiges und praktisches Backend hat sich die Dangerous D-Box bewährt. Sie bietet ausser der analogen Summierung genau die Dinge, die als Erweiterung eines Audio-Interfaces sinnvoll sind - will man nicht die Hälfte der Ausgänge des Audio-Interfaces für´s Monitoring verbrauchen. Für Stereo-Anwendungen gibt es einen 8 Kanal Summen-Bus, Kanal 7/8 mit Panorama, eine Speaker A/B- und Mono-Schaltung sowie ein Talkback Mikrofon. Ein analoger und zwei digitale Eingänge mit sehr gutem Wandler lassen sich für weitere Abhörpunkte nutzen. Zwei individuell regulierbare, sehr gute Kopfhörerausgänge runden das Gerät ab. Technisch und klanglich bewegt sich die D-Box bereits in einer schwer zu übertreffenden Qualität - sie stellt eine Art Zusammenfassung des phantastischen Dangerous Music Equipments dar und war meine Einstiegsdroge. Die D-Box zu bauen war eine wirklich gute Idee!

    Dangerous Music - dangerousmusic.de


    Hier ist die passive Little Red Cue Box zu sehen - ein praktisches Zubehör zur D-Box. Sie macht aus einem Kopfhörer-Ausgang der D-Box vier Kopfhörer-Anschlüsse mit individueller Lautstärkeregelung. Sehr praktisch auch, dass sie, mit einem Zwischen-Gewinde, auf Mikrofonständer geschraubt werden kann.

    Redco Audio Website


    Überlegungen

    Seit der Behebung DAW-softwareseitiger Kohärenz-Probleme, ist das analoge Summieren nicht mehr DER Trumpf, sofern man über Spitzen-Audio-Interfaces verfügt. Die ITB Summierung z.B. innerhalb der ULN-8 Software-Console V5 klingt "genauso" gut - vielleicht sogar noch etwas klarer (ITB = In The Box=digital). Analoges Summieren (OTB = Out The Box) ist immer ein Zusammenspiel der Komponenten, da sie eine Veränderung der Impedanzen mit sich bringt. Durch diesen Umstand ist auch keine grundsätzliche Aussage über die Qualität analogen Summierens als solches zu treffen. Es ist immer auch eine Frage des Zusammenspiels der Komponenten. Ich verwende den Summenbus eigentlich nie, kann aber den Zauber der D-Box immer noch geniessen!

    Oft wird der Terminus "Konsolensound" im Zusammenhang mit analoger Summierung gebraucht - das ist eher ein Wunsch und entspricht nicht ganz den Tatsachen. Es ist vielleicht ein Schritt in die Richtung, jedoch nicht ultimativ.


Raumsimulation

Nicht Hall: Raumsimulation!
  • Quantec Yardstick

    Der Quantec Yardstick 2496 ist kein Hall sondern ein Raumsimulator. Der Lieblingshall vieler Hall-Hasser. Ein einzigartiges Gerät - gerade da, wo es keinen Hall braucht oder er nicht gut tut, aber der Raum nicht stimmt.


    Quantec verfolgt einen anderen Weg als "die Anderen" und ist durch sein Konzept allein auf weiter Flur.

    Der Yardstick 2496 hat 2 Ein- und 6 AES-Ausgänge (Surround) - er besitzt keine Wandler und nur einen Algorhythmus. Seit der Firmware 3.x lässt sich der Yardstick über den Webbrowser editieren und verwalten.

    Die Entscheidung für den Yardstick fiel, weil mit dem Rechner erzeugtes Reverb sehr viel Rechenleistung verbraucht und modulierte Early Reflections (FX-Reverb) bei der Studioarbeit grosse Zerstörer der Transparenz sind. Ausserdem hatte ich mit den MH-Audio-Interfaces ULN-8 und LIO-8 genügend freie AES I/O's und die perfekten Wandler, um den Yardstick zum klingen zu bringen.

    Insbesondere bei Produktionen mit akustischen Instrumenten ohne Effekte, sind die Maschinen von Quantec schon seit über 30 Jahren eine Hausnummer und lehren uns, zwischen moduliertem Hall (Reverb) und phasenneutraler Raumsimulation zu unterscheiden!

    Auch nach Jahren täglichen Gebrauchs ist es immer wieder faszinierend - ein Gerät, das man nicht hört aber doch deutlich wahrnimmt. Positiv auffallend ist auch, wie unkompliziert perkussive Klänge in neue Räume transformiert werden können - mit "normalen" Reverbs ist das ein zerstörerisches Unternehmen!

    Diese Räume macht kein anderes Gerät. Verblüffend. Die Raumsimulation des Quantec ist immer ein beeindruckendes Kunstwerk!

    Für mich ist der Yardstick unersetzbar geworden.


    Quantec Website


Mikrofone

Feine Technik

    Meine Mikrofone

    Besonders erwähnenswert sind sicherlich die DPA 4021 (3521) und die Brauner Phanthera, Mikrofone der absoluten Spitzenklasse! Meine längsten, treuen Begleiter aber sind die AKG C414 B-ULS, auf deren Fähigkeiten ich mich immer verlassen konnte und die ich aufgrund ihrer Sachlichkeit sehr liebe. Besonders bei den Mikrofonen ist mir im Laufe der Zeit immer deutlicher geworden, daß es keine "genauso gut wie..." Mikrofone gibt, sondern nur gute und weniger gute! Und einfache und weniger einfache! Ich gebrauche verschiedene dynamische- (für laute Quellen) und Kondensator-Mikrofone (Phantomspeisung benötigt). Leider besitze ich keine Ribbon-(Bändchen-) Mikrofone - sie sind anspruchvoll, was die Vorverstärkung angeht, aber in Europa wesentlich seltener im Einsatz, als in den USA und im UK. Zum Vertiefen in die Mikrofon-Technik empfehle ich die Websites der grossen Hersteller (DPA, Schoeps, Neumann etc.). Sie bieten recht informative PDF's frei als Download an.

    Eine Anekdote zur Mikrofonierung, die sich 1995 bei einem Konzert des Experimentalstudios des SWF mit Rudi Strauss zugetragen hat - Rudi Strauss dürfte einigen als Mitarbeiter an Luigi Nono's elektronischem Werk bekannt sein - in Nono's Partituren steht hie und da "Rudi fragen" oder "Rudi hat die Werte" - Rudi befestigte also gerade einige Mikros an von der Decke hängenden Kabeln und mir fiel auf, das es Shure SM57 Mikros waren: dynamische Mikrofone - in der Rockmusik gern für Snare oder Verstärker-abnahme benutzt. Gute, aber einfache und sehr günstige Mikros, die ich in der wohlausgestatteten Umgebung des Südwestfunks im Zusammenhang mit Streichinstrumenten nicht erwartet hatte.

    Es ging um eine leichte Verstärkung des Streichtrios für eine bessere Balance zum elektronischen Part. Rudi erklärte mir, dass die vermeindlich schlechten SM57 optimal für Streichinstrumente seinen, weil sie genau den Anteil aufnehmen, der für eine unauffällige Verstärkung benötigt wird und keine Schärfen erzeugen. Ausserdem sind sie als dynamische Mikrophone so ausgelegt, dass sie nur eine geringe "Hörweite" haben und dadurch nicht zu Rückkopplungen oder zur Aufnahme "fremder" Klänge neigen. Und tatsächlich: das Trio war viel deutlicher zu hören und es klang doch wie unverstärkt. Nur der "Körper" des gesamten Trios war vergrössert worden - nicht die Instrumente. Ich war beeindruckt.

    Diese Situation machte mir deutlich, dass Leistungsbeschränkungen bei Mikrofonen nicht schlechtere Qualität bedeuten - hier werden die Schwächen des Mikros zu Stärken bei der Bewältigung der akustischen Anforderungen. Bernard Parmeggiani hat angeblich einige seiner charakteristischen Sounds gehend, mit einem Mikrofon in der Tasche gemacht. Da spart man sich eine Menge Nachbearbeitung! ;-)

Effekte (FX)

digitale Prozessoren
  • UAD Emulationen

    Für FX-Reverbs und die Emulation von Studioprozessoren habe ich die UAD-Satellite (Quad-Core). Sie ist mittlerweile ein zentraler Posten im Farbzentrum meines Setups geworden! Auch für Live-Beschallung sind die Reverbs Lexicon224, EMT 140 und 250, oder der AKG Federhall BX20 schlicht exzellent!

    Die PlugIns sind teuer und man muss aufpassen, es nicht zu einem Geld-Grab werden zu lassen. Hardware Updates werden nicht unterstützt - neue Hardware muss zum vollen Preis gekauft werden.

    Ärgerlich ist, dass man nicht einzelne PlugIns wieder verkaufen kann. Entweder alle oder keines. Eine harte Lösung für die Kundschaft. Beim Umstieg von UAD1 auf UAD2 und von Solo/Laptop auf Satellite war deswegen der Übertrag der Karte (mit bzw. ohne Lizenzen und Demos) nie so, wie ich es mir wünschte. Mühsam...

    Aber man bekommt herrausragende PlugIns - an so etwas war früher nicht zu denken! Der hohe Preis und die vielen, inzwischen nicht-genutzten, früher erworbenen PlugIns, sind vielleicht als Preis dafür zu sehen, dass das UAD-Konzept im Gegensatz zu den Konkurenz-Veranstaltungen überlebt hat.

    Die beiden digitalen Reverbs EMT 250 und das UAD Reverb-Flagschiff Lexicon 224 (mit Original-Algorithmen) lassen sich grundsätzlich als positiv abhaken, denn auch die Originale waren digital. In Verbindung mit guten Wandlern sind diese Hallprozessoren ein besonderes Erlebnis! Diese Geräte waren sehr teuer und sind vom Markt verschwunden. Die Rückkehr als erschwingliches PlugIn ist sehr erfreulich. Aber auch die "analogen" EMT 140 (Plattenhall) und besonders der AKG Federhall BX20 sind phantastisch.

    Die Tonband-Gruppe ist sehr interessant: mit dem Ampex ATR-102 ist UAD ein Hit gelungen, denn Bandsättigung ist eine Wissenschaft für sich und der Lernprozess ist heute nicht mehr zu bezahlen (Tonbandmaterial). Mit den PlugIns kommen gute Presets, die sehr helfen, sich zurechtzufinden und dazu zu lernen.

    Die Tonband Effekte, wie Space Echo und EP34 finde ich nicht so überzeugend, da diese Effekte davon leben, wie sie bei Randbelastung klingen - digital simulierte Grenzbelastung ist irgendwie schnöde gegen das analoge Original.



    Universal Audio/uaudio.com

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Analoge Nachbearbeitung

Tracking, Summing, Mastering
  • Bis hierher ging es um den Kern des Equipments - das, was in jedem Fall, auch Live, gebraucht wird. Es ist ausreichend für Beschallung und Aufnahme, und eigentlich reicht das bisher erwähnte Equipment auch locker, um alles von A-Z (digital) zu bearbeiten. Aber, genau wie beim Synthesizer, bereitet der Umgang mit analogen Geräten einfach mehr Freude. Im Endergebnis kann es fast ununterscheidbar sein - bei der Arbeit jedoch ist es ein himmelweiter Unterschied. Es lässt sich also über die Notwendigkeit streiten - so soll es ja Menschen geben, die bereit sind, für ein gutes Ergebnis auch auf jegliche Freude zu verzichten. ;-)

    Was mir an meinen Summing-Busses/-Amps (Dangerous 2-Bus LT, D-Box und RMS216 Folcrom) fehlte, war die Möglichkeit, einzelne Spuren analog nachzubearbeiten (Tracking). Auch stellte sich der angepriesene "Konsolensound" durch die Summierer nicht ein - beides kam tatsächlich erst mit der Konsole. Ich benutze die Konsole hauptsächlich für's Tracking und Summing - natürlich ist sie auch erste Wahl beim Recording, wenn die Mobilität nicht im Vordergrund steht. Selbstverständlich eignen sich die folgenden Geräte auch alle für den Live-Betrieb. Es steigert aber Grösse und Gewicht um ein Vielfaches.



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Die Konsole und das Outboard

Tracking, Summing

Studer 961
  • Eine historische STUDER 961 Konsole, die kleinste Variante der 960er Serie, ist ein ganz besonderes Juwel des Studios. Studer 96x-Konsolen gehören auch heute noch zu den bestklingendsten Konsolen der Welt!

    Mir dient die 961 als analoger Summierungs-Mixer. Durch die Bauweise (mit Übertragern) lässt sich beim Tracking eine analoge Ausprägung des Materials erreichen. Auch wird die Problematik der doppelten Wandlung (Latenz) behoben, die durch eine zweite ADDA Wandlung bei analogem Tracking, nur mit Audio-Interfaces, entstünde. Meine 961 ist deshalb als 10/2 I/O konfiguriert: die Masterfader sind ausgebaut und die Ausgänge kalibriert.

    Eine, durch die separate Bearbeitung einzelner Tracks oder Stems entstehende, willkommene Veränderung, ist das Durchbrechen der reinen Summen-Bearbeitung im analogen Weg (Daisy-Chaining). Wenn auch die 961 eigene Equalizer und Compressor/Limiter hat - durch weitere, externe Equalizer, Compressoren, etc. in den Inserts oder Aux I/O's können Tracks oder Sub-Gruppen gesondert bearbeitet werden, bevor es in die Summe geht.

    Für meine Projekte sind 10 Eingangs-Kanäle bei der Arbeit ziemlich ideal und ich habe keinerlei Sehnsucht nach mehr Kanälen. Ich mische allerdings auch sehr selten grosse Projekte.

    Auch wenn die Konsole alles Benötigte bietet - ein wenig "zugeschnittenes" Outboard bringt eine veränderte/modifizierte Charakteristik hervor. Die ausgewählten Prozessoren erzeugen alle einen klaren, analogen Abdruck und unterscheiden sich doch recht deutlich von digitalen Emulationen.

    Das Einschleifen kann über Direct I/O (und Bantam-Steckern an der Studer 961), als AUX (zum Einschleifen) oder einer Mischung aus Beidem geschehen - über Line Eingänge der 961 - bei mir 9/10 (blaue Faderkappen) - kann auch ein eigener Buss erzeugt werden.



    The Pullet Mini Passive Equaliser

    Der Mitten-EQ "The Pullet" von Thermionic Culture ist ein "klassisches Pultec Design" und wegen seiner passiven Bauweise (kein Stromanschluss, keine Aufholverstärkung) in dieser Gattung ein Schnäppchen - es wird aber ein freier Stereo-Mic-Preamp benötigt, um die Ausgangs-Signale wieder um ca. 35dB zu verstärken.

    Wunderbar, wie sich Dinge mit diesem EQ revitalisieren lassen, aber ein paralleler Buss kann hilfreich sein. "The Pullet" ist, z.B. zusammen mit dem Bax EQ, auch durchaus für's Mastering geeignet (und verleiht dem Bax EQ eine Mitten-Regelung mit etwas herberem Charakter). Diese Combo war er mein erster analoger "Mastering-EQ" und diese EQ's ergänzen sich auf eine durchaus spezielle Art, hervorragend. Am Pullet sollte man allerdings dann den Highshelf neutral lassen, da er zu stark greift - das ist aber in der Kombination von Bax und Pullet ohnehin Sache des Bax (s.u.).

    Als Aufhol-Verstärker nehme ich meinen Stereo Telefunken V672 Preamp (s.o.), oder die Mic-Pre's der Studer-Konsole.



    Thermionic Culture Website

  • Stereo Buss Compressor SA-4000

    Dieser Compressor ist ein Remake des legendären SSL G Comp. Es ist ein Stereo VCA Compressor ohne Übertrager, ideal für den Drum-Buss. Das Original hat einen Platz in der Geschichte.

    Er hinterlässt einen deutlicheren Abdruck, als z.B. die UAD-Emulation des SSL G Comp - und das meine ich positiv. Man hört diesen Compressor arbeiten. Das Klangbild wird deutlich belebt. Inzwischen wird er mit XLR-Buchsen gebaut. Stam Audio rules.

    Stam Audio Website - SA-4000



    Leveling Amplfier SA-2A

    Auch der SA-2A zeigt offen die Referenz (Teletronix La-2A). Auch er ist kein 1:1 Clone, sondern eine Replikation mit einigen modernen Bauteilen. Dieses Gerät ist Mono. Ein guter Opto-Compressor im Setup ist eine "Hausnummer". Selbst bei extremer Level-Reduktion erzeugt er keine zusätzlichen harmonischen Obertöne - dem Klang wird nur Grösse und Wärme verliehen. Im SA-2A sind Röhren und eigens gefertigte Cinemag Übertrager verbaut.

    Optische Kompressoren sind vor allem gut für Einzel- und weniger komplexe Signale. Ich benutze den SA-2A gerne für Bass oder Stimme. Natürlich ist er auch gut mit Gitarre, Kick und vielen Mono-Signalen.



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Der Mastering Buss

als Insert im 961 2-Buss oder hinter der 961 Konsole
  • Um den Überblick zu verbessern, sind links zwei Flowcharts des Equipments abgebildet.

    Oberes Bild: oben sind die digitalen- und AES-EBU Geräte, in der Mitte die Konsole, das verbundene Outboard und die Monitor-Sektion. Unten sind die Prozessoren im Mastering Buss. Die gestrichelten Linien sind optionale Verbindungen. Beim unteren Bild (links) ist die Verkabelung zu sehen.

    Was ist der Mastering Buss?

    Im Mastering Buss (oder 2-Buss) findet die finale Bearbeitung der Stereosumme statt. In der Regel sitzen hier noch einmal EQ's, DeEsser, Compressoren und Limiter - die natürlich nur nach Anforderungen eingesetzt werden. Da all diese Geräte noch individuelle Behandlungen einfordern (parallel, m/s, trim, etc.) und die Weitergabe an die Monitore, für's A/B-Abhören, einer Lautstärke-Kompensation bedarf, wird dem 2- oder Main-Buss der Konsole (oder hinter der Summe der Konsole) durch eine Transfer-Konsole, eine Architektur hinzugefügt. Die Transfer-Konsole ist der "Hub" für externe Prozessoren, wie EQ, Compressor und Limiter und ist besonders für's Mastering ausgerichtet. Es gibt nur einen Stereo-Ein- und Ausgang mit Insert-Punkten.



    Dieses Setup erlaubt mir, drei verschiedene Summenbusse (ULN-8, D-Box, Studer 961) zu vergleichen. Deshalb habe ich zwei Switchboxes (s. rechts). Sie ersparen aufwändiges Patchen und lassen (wegen der Umschalt-Geschwindigkeit) echte Vergleiche zu. Es gibt zwar sehr teure Audio DB25 Switchboxes, aber mir genügt die einfache Ausführung. Nach der Entscheidung für das Routing verbinde ich die Geräte ohnehin direkt, um überflüssige Kabel auszuschliessen. Die DB25 A/B/C/D-Switchbox schickt 8 Kanäle an den Summierungs-Buss (D-Box oder Studer). Das summierte Stereo-Signal geht in den Kramer VS-4X (von Studer 961, D-Box oder ULN-8). Von da aus geht es in die Transfer-Komsole.

    Kramer Website - VS-4X

Die Transfer-Konsole

SPL Masterbay S
  • Die Masterbay S von SPL ist vielleicht die minimierteste Transferkonsole auf dem Markt - bzw. eine Rumpf-Transferkonsole. Sie ist absolut transparent/unhörbar und lässt sich entweder direkt mit dem Audio-Interface oder dem analogen Summierer verbinden. Sie kann auch zwischen die Mix-Buss Patch-Points einer Konsole geschaltet werden und verleiht dann diesem Buss ihre Architektur.

    Alle hilfreichen "Kleinigkeiten": Input- und Insert-Trimmer, Swap-Funktion für die Inserts 2&3, Masterfader, Lautstärke-Kompensation, Daw-Return und einen Bypass, der in eine Intervall-Schaltung versetzt werden kann. Für die Inserts 1-3 gibt es eine Parallel-Mix Blende, Insert 4 liegt dahinter (z.B. für Brickwall-Limiting). Alle Funktionen können über Relais-Schaltungen ge-bypassed werden. Der Rec-Out ist durch den Monitor-Out gedoppelt und es gibt einen extra Ausgang für's Metering. Dieses Gerät verbessert den "Workflow" maßgeblich und hilft mir, 95% aller typischen Nickeligkeiten bei der Verkettung von Outboard zu lösen.

    Die Besonderheiten der Swap-Inserts und des Parallel-Mix an der Masterbay S werden oft falsch kommuniziert und in der Folge als Schwäche diskutiert. Es betrifft den Umstand, dass die Inserts 1 bis 3 immer zusammen in den Parallel-Mix laufen. Richtig ist, dass bei aktivierter Swap-Funktion der Insert 2 aus dem Parallel-Mix herausgenommen wird. Das bedeutet, dass die Bezeichnung Swap etwas ungenau ist - man bekommt eher ein "diagonal" umgeschaltetes und daher "anderes" Gerät.

    Für mich ist es perfekt, denn der MBP-Compressor (s.u.) ist durch seinen eigenen Parallel-Buss ideal für den Insert2 der Masterbay geeignet. Durch Swap hinter Insert1+3 und dem Parallel-Mix liegend, erzeugt er im Setup einen zweiten parallelen Buss, über den die parallele Compression mit anderen Anteilen, als der parallele Mix der EQ's, gemixt werden kann. Wer also einen "normalen" Compressor hat, könnte sich bei der MasterBay S evtl. die Anschaffung einer zusätzlichen Parallel-Blende überlegen (z.B. TK-Mini Blender oder Aveson Blend), um diese Funktionsbreite zu bekommen - finanziell wäre es immer noch weit weg von der Konkurrenz.

    Das, was der Masterbay S im Vergleich zu grossen Transfer-Konsolen fehlt, sind eine Mid/Side Funktion und Width/Depth-Regler mit Filtern. SPL hat dafür extra Prozessoren. Ich habe im RND Mastering Buss (s.u.) einen Width/Depth-Regler mit Filtern und und M/S-Operationen kann ich über die ULN-8 realisieren.



    SPL Masterbay S Website



    Da die SPL Masterbay eigene Meter-Ausgänge hat, habe ich ein historisches, analoges Peakmeter angeschlossen. Es ist ein RTW1108 in einem 1120ER Gehäuse und es bewirkt eine deutliche Verbesserung des Setups, weil sich so die Loudness-Compensation genau einstellen lässt. Die Trimmer-Kalibrierungs-Routinen für das RTW1108 habe ich, für den Fall der Fälle, in einem Max-Patch zusammengefasst.

    Leider gibt es nur wenig Infos im Netz. Hier ist das RTW-Archiv und ein PDF des Nachfolge-Modells.

Die Mastering-EQ's

im 2-Buss
  • Weiss EQ1 Dyn/LP

    Der Weiss EQ1-DYN-LP ist wohl der, in Masteringstudios weltweit, am häufigsten anzutreffende Equalizer. Viele Mastering-Ingenieure betrachten ihn als eine Art "Maß der Dinge" und schwören regelrecht auf dieses Präzisionswerkzeug. Sein Ruf ist legendär, wie auch der Ruf der Firma Weiss insgesamt.

    Der 7-bändig ausgelegte Equalizer besitzt keine Wandler und hat nur digitale IO's - daher hat er auch im Setup einen besonderen Platz (in der virtuellen Konsole). Meine Version dieses Equalizers ist die DYN-LP Version - das ist die maximale Ausbaustufe und bedeutet, dass er in verschiedenen Modi gestartet werden kann: als dynamischer Equalizer (im Verhalten einem Compressor nicht unähnlich) oder im Linear Phase Mode - insbesondere bei chirurgischen Eingriffen in dieser Disziplin wohl unübertroffen. Im LP-Mode verdoppelt sich die maximale Flankensteilheit der Cut-Filter auf 24dB.

    Zu den Vorzügen dieses Prozessors wird auch sein gutes Benutzer-Interface gezählt - dank seiner digitalen Natur bietet er viele, die Effizienz betreffende Vorzüge. Trotzdem habe ich mir zum Kennenlernen einen kleinen Editor programmiert, mit dem deutlich schneller eingegeben werden kann (kein "Steppen" und weniger Drehen der MIDI-Encoder am Gerät) - schliesslich versteht der EQ1 MIDI. Rechts ist ein iPad-Screenshot meines Editors zu sehen.

    Es ist verbal schwer zu vermitteln, aber im Gegensatz zu analogen Equalizers (IIR/Infinite Impulse Response) kommt dieser EQ ohne Phaseshifting aus. Dies und die extremen Q-Werte ermöglichen es, das Material präzise vorzubereiten oder zu reparieren (z.B. mit haarfeinen Notches). Der Weiss EQ1 ist einfach so unaufgeregt und souverän - es gibt nicht dieses "Aufschaukeln" der Kurven (auch im Cut). Mit diesem Equalizer ist es, als ob man das Universum aufräumen und neu ordnen könnte! Für's Mastering benutze ich ihn (als letztes Gerät) auch in Nullstellung, da der Weiss EQ1 intern mit up- und downsampling arbeitet. Das Ergebnis klingt eindeutig besser. Beim Überspielen alter DAT-Cassetten fiel mir, im Verhältnis zu den direkt in die ULN-8 überspielten Aufnahmen, der deutlich bessere Klang auf. Wahnsinn! Alles in Weiss-Ordnung.

    Die Weiss Website



    Great River MAQ 2-NV

    Der MAQ-2NV von Great River Electronics ist eine Modifikation des beliebten EQ-2NV, die unter dem Label des (leider geschlossenen) Händlers "Mercenary Audio" in Boston umgesetzt wurde. Die Änderungen basierten auf dem Wunsch vieler Ton-Ingenieure, den EQ-2NV auch beim Mastering einzusetzen. Deshalb wurden Input-Gain, "gerasterte Potis" (=Switches), eine Link-Funktion für einen vereinfachten Stereo-Betrieb, veränderte, bzw. erweiterte Eckfrequenzen, niedrigere Boost-/Cut-Werte und Übertrager mit weniger Färbung ausgewählt. Aufgrund der niedrigen Boost- und Cut-Werte ist der Equalizer daher nicht mehr für chirurgische (surgical) Eingriffe zu gebrauchen. Auffällige Besonderheit sind seine zusätzlichen, unsymmetrischen Ausgänge und Patch I/O Buchsen, über die z.B. ein Compressor eingeschleift werden kann. Bei hohen Eingangspegeln kann er richtig dunkel klingen. Ein starker Charakter und mein analoges EQ-Flagschiff.

    Der MAQ-2NV ist ein äusserst vielseitiger EQ, dessen Stärken im Mitten- und Höhenbereich und besonders im allgemeinen Klangbild liegen - er klingt gross und gut. Ein unauffälliger Riese, der anders klingt, als er aussieht. Seine Vielseitigkeit zeigt sich darin, mit wievielen musikalischen Genres dieser EQ konfrontiert werden kann, ohne zu fremdeln. Technisch ist er ein Nachkomme des legendären Neve 1081 EQ.

    Ist der MAQ-2NV mit 2HE auch doppelt so gross wie das Ausgangs-Modell - sein bescheidenes Aussehen scheint mir der Grund dafür zu sein, dass es so wenig Hype um diesen EQ gibt. In der "Mastering-Szene" sind 4- oder 5HE Geräte mit extra grossen Knöpfen einfach beliebter - so blöd das klingt (und sicher auch ist). Es sind kaum Besprechungen, Tests oder Berichte vom MAQ-2NV zu finden. Die aber, die etwas sagen, sprechen in den höchsten Tönen von diesem EQ. Das Verständnis dieser Sachlage wird zusätzlich durch den Umstand erschwert, dass der MAQ-2NV mindestens 1/3 günstiger ist, als seine, aus meiner Sicht, direkten Konkurrenten.

    Die Great River Website

    Langevin/Manley Mini Massive EQ

    Der Mini Massive EQ von Langevin/Manley (produziert 2006-2011) ist der kleine Bruder des grossen Manley Massive Passive und hat die gleichen Übertrager und Preamps, jedoch keine Röhren, nur 2 statt 4 Bänder und keine Filter. Klanglich ist er aber ganz anders, als der grosse Bruder.

    Bei diesem EQ lassen sich die Ausgänge von +4dB/sym. auf +4dB/unsym. oder -10dB/unsym. umschalten. Zudem gibt es die Möglichkeit, die "Iron" Übertrager auf "Vintage" zu schalten, wobei eine andere Wicklung und andere Stromstärken ein rauheres Klangbild (z.B. gut für E-Gitarre) erzeugen. Zuletzt können die Übertrager auch durch "Bypass" umgangen werden. Dadurch werden die harmonischen Verzerrungen minimiert und der Frequenzbereich erweitert sich von 1Hz-100kHz. Dieser EQ ist VIEL grösser, als er scheint.

    Wichtig ist bei diesem EQ, dass die Rückseite jederzeit erreichbar ist, denn die Schalter für dB und Übertrager machen das Gerät so vielseitig, liegen aber hinten. Ob in Mono, durch Daisy-Chaining zum 4 Band EQ mutiert und mit extra Roll-Off (vintage), als Buss EQ, evtl. durch "The Pullet" um Mitten-Bänder erweitert oder als Übertragerloser Mastering-EQ - es ist ein enorm vielseitiger Prozessor.

    Klanglich klar für's Mastering geeignet, ist er aber wegen der nicht gerasterten Bandwidth- und Level-Regler, die extrem leichtgängig sind, nicht jedermanns Sache. Wären diese Regler gerastert (also Switches), glaube ich, dass er heute noch gebaut würde. Ein zauberhafter EQ.



    Der Langevin Mini Massive Passive auf der Manley Website

  • Dangerous Music Bax EQ

    Der Bax EQ ist kaum zu hören, aber alles klingt besser. Bei mir ist es in der Regel das letzte Gerät in der Mastering-Kette. Die Tiefen sind mächtig, klar, sauber und ganz ohne Wummern, die Höhen schlicht phantastisch! Er räumt unten - und macht oben auf, verleiht Körper, Raum und "teure" Transparenz - auch das Stereobild wirkt erkennbar aufgeräumter.

    Ganz besonders bemerkt man diesen EQ in dem Moment, in dem der "Bypass" aktiviert wird. Dieser EQ scheint eher ein virtuoser HiFi-Loudness-Knopf, als ein EQ zu sein. Er hat zwei "Baxandall"-Kuhschwanz-Kurven, sowie Low- und High-Cut Filter. Über diesen EQ lässt sich ähnlich wenig sagen, wie er Parameter hat. Aber nach dem Hören bleiben keine Fragen offen und es wird klar, warum der Bax in so vielen Mastering Studios anzutreffen ist.

    Will man hauptsächlich ITB arbeiten und nur einen "Sweetener" im analogen Master-Buss, ist der Bax-EQ eine der besten verfügbaren (und bezahlbaren) Lösungen.

    Als Mastering EQ für ein etwas schmaleres Budget ist der Bax eine Überlegung wert - insbesondere, wenn er mit einem Mitten EQ (wie The Pullet) gekoppelt wird, lassen sich sehr überzeugende Ergebnisse erzielen.


Compressor/Limiter

im 2-Buss
  • Rupert Neve Dexigns Portico II Master Buss Processor

    Der Portico II Master Buss Processor ist Compressor, Limiter, Stereo-Width & Depth Editor inkl. "EQ" (Filter), MS, Parallel-Processing und Sättigungs-Blenden, eingebunden in einen Buss - mit vier LED-Meters für Compression und Volumen.

    Der MBP bietet extra hohe Ströme (72V/±36V) und "riesige" Übertrager sorgen für hervorragende Dynamik und Impulswiedergabe. Auch Sidechain I/O's sind vorhanden. Der Stereo-Field-Editor ist der wirkungsvollste, den ich je verwendet habe.

    Dieser Prozessor allein kann bereits als kompletter "Mastering-Buss" (ohne EQ) durchgehen, denn er bietet die entscheidenden Tools und gibt einen sehr soliden, analogen Fingerabdruck - vielleicht genau die Art "Konsolensound", den so viele in der Summierung gesucht hatten. Der integrierte Compressor ist schlicht beeindruckend: man hört ihn nicht arbeiten. Ein Compressor mit eigener Parallel-Blende ist zudem eine super Idee! Bevor ich eine Konsole hatte, war der MBP der grösste Schritt in Richtung des begehrten "Konsolensounds" - technisch ist dieser Prozessor ein Koloss.

    Der Stereo-Field Editor hat eine Längs- und eine Querachse, jeweils mit zuschaltbaren EQ (2 Bänder), damit Phasenprobleme vermieden werden können. Nicht zu vergessen ist der sehr gute Limiter. Wirklich erstaunlich - und es gibt nur einen Regler! Der Master Buss Processor ist eines meiner absoluten Lieblings-Geräte!

    Für mich war dieser Prozessor ein Glücksgriff. Rupert Neve hat immer noch ein Händchen für Compressoren. Phantastisch!

    Die Rupert Neve Designs Website

Die Verkabelung

im Studio
  • Besonders im Studio (und für Aufnahmen) sollte die Qualität der Kabel möglichst hochwertig sein. Die Unterschiede sind erstaunlich! Meine Kabel sind hauptsächlich von Mogami, Sommer, Vovox und Isoda. Stecker und Buchsen sind von Neutrik und Switchcraft.

    Leider (oder: zum Glück) gibt es unzählige, unterschiedliche Kabel von jedem Hersteller und nicht alle Kabel sind geeignet oder gleich gut. Die Vovox Kabel sind für "on the road" eher zu empfindlich und auch für das Konto eine (für mich zu) schwere Belastung, so dass ich sie nur für einige Mikrofone einsetze.

    Während meine Multicores grösstenteils von Mogami sind und die Auswahl nicht schwer ist, ist es bei Sommer ganz anders. Durch Zufall kam ich an ein 2m 16ch Sommer Pegasus Kabel, das ich für die Verkabelung der Transfer-Konsole nahm, weil ich die kurzen Mogami Kabel, die ich dort hatte, woanders brauchte. Die Überraschung war gross: das Pegasus Kabel klang deutlich besser!



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Beschallung

Amps + Speakers

    Studio-Monitore Neumann KH 310A und 810 Subwoofer

    Seit Anfang 2014 arbeite ich mit Neumann KH 310A und bin sehr glücklich damit. Erstaunlich, wie unaufgeregt Alles zu hören ist! Sie bieten ein phantastisches Stereobild und ermöglichen unangestrengtes Hören!

    Die geschlossene Bauweise macht die Handhabung sehr unkompliziert. Durch 3-Wege und 34Hz Untergrenze sind sie auch ohne Subwoofer sehr gut zum Mixen geeignet. Wirkliche Spitzen-Monitore! (Der Einsatz eines Subs macht Phasenabweichungen wahrscheinlich, daher ist das Mixen ohne Sub einfacher, effizienter und weniger ermüdend.)

    Die Neumann KH 310 - Website

    Der KH 810 Subwoofer ist die perfekte Ergänzung der KH 310A Monitore. Er bietet einen 7.1 High Definition Bass Manager™, welcher allen Anforderungen, von Mono bis zu 7.1-HD-Formaten, gerecht wird und ist 65 cm tief!

    Neumann KH 810 - Website



    Utility-Monitore Tannoy Reveal 402

    Die Reveal 402 liegen irgendwo zwischen HiFi-Box, Studio-Monitor und Computer-Anlage und versetzen in Erstaunen: diese kleinen Speakers sind wirklich in der Lage, die ganze Musik abzubilden!

    Natürlich ist aufgrund der kompakten Grösse sowohl die Tiefenstaffelung als auch die Räumlichkeit unvollkommener, als bei den grossen KH310A. Es wäre auch bedenklich, wenn nicht - aber mit diesen Boxen lässt sich arbeiten und sie taugen für mich sogar als B-Speakers.



    Die Bässe sind etwas überbetont, aber, bezogen auf aktuelle Hörgewohnheiten, ist das sicher realistisch. Die Höhen bieten sogar fast eine Art mikroskopierende Ansicht (ohne dabei schmerzhaft zu sein). Natürlich ist alles etwas direkter, weil kompakter.

    Als Utility-Boxes empfehlen diese Speakers, weil auf der Rückseite neben symmetrischen und unsymmetrischen Mono-Eingängen auch ein Stereo-Miniklinken-Eingang und und ein Monitor-Link Ausgang (Miniklinke) sind. Kabel wird mitgeliefert.

    Ich habe diese Monitore für €130.- (Angebot) bekommen. Inzwischen sind sie deutlich teurer und damit nicht mehr so konkurrenzlos.

    Zum "Resetten" des Gehörgangs und für eine bessere Vorstellung, wie es auf "normalen" Anlagen klingen mag, empfinde ich diese Lösung als durchaus gut geeignet.

    Tannoy Reveal 402 - Website

  • Nexo PS-8 PA

    Nexo PS8 - diese Kleinst-PA ist eine Freude! Ihre Leistung (Abstrahlungsweite) und ihr Klangbild stehen den ganz grossen Namen dieser Branche - wie MeyerSound oder D&B - in Nichts nach. Mit der wirklich kleinen PS 8 ist Nexo ein grosser Wurf gelungen! Die PS 8 hat sehr klare Höhen und kann ein stabiles, musikalisches und ausgewogenes Klangbild abgeben! Der Subwoofer ist sehr schnell und früh genug zu hören - dies war ein kleiner Schwachpunkt der PS 10 MkI (in alter Bauweise). Diese PA ist auch hervorragend für "instrumental" verstärkte Live-Elektronik im Kammermusik-Ensemble geeignet. Trotz geringer Grösse leistet sie unglaubliche 1750 Watt. Das Beste: für 4-kanalige oder extra "fette" 2-kanalige Aufführungen habe ich zwei dieser PA's!

    Die Subwoofer sind sogar für den PKW Transport geeignet - und Kofferaum-tauglich. Die abgebildete Nexo Endstufe - mit integriertem Controller - gibt es nicht mehr. Die neue Lösung besteht aus zwei 19' Geräten, Controller und Verstärker, ist noch etwas grösser, schwerer und teurer.

    Nexo Website - PS-Series





    Traynor K4 Keyboard Combo

    Für´s Fender Rhodes fiel meine Wahl auf den, in Europa nur wenig verbreiteten, Traynor K4 Combo-Amp. Durchsetzungsfähigkeit und Klang sind beeindruckend. Dieser Amp ist eine kleine PA in einem Combo. 2 Equalizer, 3 Verstärker, 4 Kanäle, 5 Lautsprecher und sehr laute 300W (200W Low und 2x 50W High). Seine „Ausstrahlung“ auf der Bühne ist souverän, ausgewogen, kompakt und kräftig.

    Auch als Verstärkung von Live Elektronik mag ich diesen Amp sehr! Sehr plastisch und "physisch"!

    Combo-Amps für Keyboards/Synths waren immer ein Problem - das ist Geschichte. Ein Super-Amp!

      Traynor K4 -Website




      Furman AC-210 A E Power Conditioner

      Manchmal - es lässt sich nicht vermeiden - gerät man an ein unsauberes Stromnetz - und Combo-Amps reagieren darauf bekanntermassen sehr empfindlich. Für diese Fälle habe ich einen Furman AC-210 A E Power Conditioner. Der AC-210 lässt sich sogar im Combo-Amp fixieren - Klammern werden mitgeliefert. Es hat schon manchen Abend gerettet!