Musical Audio Research Station

img The best thing (besides the sound quality) with the M.A.R.S. however was/is that the configurations (made with Edit20/ARES software) can be stored as a MIDI file.That made this system the easiest and most transportable system of its time. The M.A.R.S. is noiseless, since it does not have any fans. The achieved sound-possibilities were not conceivable in such dimensions priorly. A software-interface (which also contained the M.A.R.S. configuration as a MIDI file) was programmed in Max and so i could even fly with my first laptop (an Apple C540) and the M.A.R.S. as hand baggage to the USA. At that time i had many unbelievable concerts, because this sounds - such as real-time Sampling, granular synthesis, Physical Modeling etc. - had never been heard before by the vast majority of the concert audiences!

In the following movie i conserved a sound example and a short interview which i made for the magazine KEYS in May 1996. The sound example was on the added CD, the short interview is in the end the film to be reread. I added a picture of the M.A.R.S., as well as the IRIS Text and the TechSpecs.



Durch das elektronische Studio der Akademie Basel und namentlich durch Thomas Kessler kam ich zur M.A.R.S.. Wahrscheinlich 1993. Wir machten damals im Studio eigentlich alles mit der M.A.R.S.. Das Studio hatte zwei und ich eine. Ich glaube, es gab neben mir nur 4 oder 5 Privatpersonen, die eine M.A.R.S. besassen. In der Regel kauften Studios oder Hochschulen dieses Instrument. Eine der letzten M.A.R.S. sah ich Ende der 90er - die habe ich im Freiburger Experimentalstudio des Südwestfunks (Strobel-Stiftung) - damals unter André Richard - eingerichtet.

imgDie MARS klang so gut - und jetzt kommt DAS Kriterium überhaupt -, daß Karlheinz Stockhausen während eines Besuchs im elektronischen Studio Basel, bei dem wir ihm Ringmodulatoren für eine bevorstehende Mixtur Aufführung mit der MARS programmiert hatten, nach dem Hören sagte, sie seien genauso gut wie die analogen (Riesenringmodulatoren), nur rauschten sie weniger. Wer auch nur annähernd eine Vorstellung von Karlheinz Stockhausens Verhältnis zu seinen Ringmodulatoren hat, weiss, was das bedeutet. Die MARS war geadelt. Auch der andere Titan, Luciano Berio, arbeitete bei IRIS in Paliano mit der MARS an seinen Werken und ich hatte das Glück, das miterleben zu dürfen.

Für mich öffnete die MARS die Tür zu meinem eigenen Weg in die Elektronik.

ARES

Die unterste Ebene der Software bildeten die "Algorithms". Hier wurde die Realisation im Kern programmiert. Die Algorithms wurden in "Tones" gebunden und die Tones in "Orchestras". Dazu gab es noch verschiedene Ebenen mit Tables (für LFO, Parameter u.m.). Die Orchestras wurden dann im System-Bus eingebunden. img Auch wenn es freundlich aussieht und übersichtlich scheint - die Programmierung war einigermassen "tricky".

Alles musste irgendwie definiert werden. Eines der Grundprobleme war, dass es nur Fixed Point Algorithms gab - keine Floating Point Algorithms. Fixed Point bedeutet, daß es nur Zahlen zwischen -1. und 1. gibt, alles andere muss mit Formeln über Tables erzeugt werden. Da raucht schon mal die Birne.


img Live Performances mit der MARS waren phantastisch, da der Aufbau extrem einfach war! 3 HE Case, ein Mini-Mackie und ein Laptop - vorher war es ein Mac SE30, zwei 12HE Cases (extrem schwer!) und zwei Tastaturen. Hier ein Bild vom Soundcheck beim VCF Festival in Köln. Wolfgang Heiniger und ich (das World Powerbook Orchestra) gaben "Hosen aus Licht". Im Einsatz waren zwei MARS und viel Max. Auf dem Monitor und der Leinwand lief ein gefakter-Maschinen Text, der nur dazu diente, Teile des (lesenden) Publikums durch (falsche) Fehlermeldungen zeitweise zu beunruhigen. Nach dem Festival wurden wir in grosser Übereinstimmung als DER Ausblick in die Zukunft der elektronischen Musik "gebranded". Das waren grosse Zeiten!


Ich muss mal in der Kiste mit den MARS Unterlagen stöbern. Bis dahin gibt es hier den alten Original-Text (obwohl ich bei der Nennung der MARS Besitzer immer unterschlagen wurde - sie haben mich immer mit dem Studio Basel zusammengeworfen - die MARS wäre sonst wohl auch viel teurer gewesen... ;-).

Hier ist eine Kopie des ersten Werbe- und Informationstextes von IRIS. Von der Edit20 Software habe ich leider keine Bilder (Atari-Zeiten).