Controller

    MIDI, OSC oder Eucon-Protocol

    Seaboard RISE

    Mein Control-Board für den Modular Synth. Mit Keywaves!
    Dafür habe ich natürlich eine extra Seite:

    das Seaboard RISE





    Euphonix Artist Mix

    mit Eucon Protocol, 10 bit Auflösung

    Der Euphonix MC Mix (inzwischen Avid Artist Mix) ist ein hervorragender und erschwinglicher Controller mit Motorfaders und dem schnellen Eucon-Protocol. Bei gleichzeitigem Gebrauch des Controllers mit verschiedener Software springen die Regler jeweils auf die Positionen der aktiven Software. Wer einmal mit hochwertigen Maschinen gearbeitet hat, kann mit einer MIDI-Steuerung (7bit) nicht mehr zufrieden sein. Das Eucon-Protokoll bietet 1024 Stufen und die Ethernet-Verbindung ist 250 x schneller als MIDI. Die Verbesserung in der Übertragung von Slider-Bewegungen ist vergleichbar mit der klanglichen Verbesserung beim Schritt von 44.1 zu 96 kHz.

    Bei Applikationen, die nicht mit dem Eucon-Protocol arbeiten können, besteht die Möglichkeit, die Faderbank mit dem MackieControl-Protocol einzubinden - das ist zwar MIDI, aber es fühlt sich immer noch besser an, als mit den meisten anderen (MIDI-) Controllers. Das geräuschlose iPad lauert aber, ist die einfachere und auch sehr elegante, vielleicht auch modernere Lösung für die Steuerung - die Faderbank bleibt dann eben für Haptiker und andere Taktile.



    Avid Artist Mix



    Tablets und Smartphones

    ... schon jetzt besser, als auf der Enterprise!

    Still hat sich eine grosse Änderung vollzogen - ähnlich der Zentralheizung rückt die zentrale CPU (der Computer) in den räumlichen Hintergrund und mit ihm auch weit mehr, als nur die Nebengeräusche. Was für ein Segen! Smartphones und Tablets eignen sich perfekt als Controller und sind mit den entsprechenden Apps günstig aufzurüsten. Sie ersetzen aber nicht nur die MIDI-Controller, sie überragen sie dank der freien "Formbarkeit" des Interfaces, der Auflösung (ca. 10bit) und Geschwindigkeit (Pico- statt Millisekunden), und sie sind absolut geräuschlos.


    Für mich sind Tablets vor allem Steuergeräte. Die Klangerzeugung realisiere ich lieber mit leistungsfähigeren CPUs oder mit dem Synthesizer. Über verschiedene Tabs wird die Software gesteuert, samt Preferences und FX-Peripherie. Statt eines Mixers oder einer Motorfaderbank genügt nun schon ein iPad, um auf höchstem Niveau eine Live-Beschallung zu mischen. Bei mir regle und schalte ich das A/B/Mono/Main/Direct- Studiomonitoring inzwischen häufig mit dem iPhone und es fällt nicht mal eine Verkabelung an. Ist das schon das Paradies?!

    Für Haptiker und Taktile bleibt noch die Motorfaderbank - auch in 10bit (siehe oben).

MIRA

Die App der Apps: Max auf dem Mac mit dem iPad steuern
  • MIRA ist eine iPad-App, die Max-Programmierern ein riesiges Stück Arbeit beim Interface-Bau abnimmt, in dem sie einige Max-Objects einfach spiegelt. Auch wenn vie zu wenige Max-Objects unterstützt werden - es lässt sich doch schon sehr viel mehr damit machen. Max wäre sonst nicht Max. Auf dem Foto ist z.B. eine Audio-Waveform zu erkennen, obwohl MIRA das Waveform-Object (noch) nicht abbilden kann. Multislider lassen sich jedoch mit etwas Mathematik missbrauchen, um Wellenformen zu visualisieren, die genug Informationsgehalt besitzen, um das Sample anzuzeigen. Schon nach wenigen Tagen mit MIRA hatte ich den Eindruck, OSC nur noch für ausgewählte Dinge anzuwenden und mich lieber den Segnungen der Object-Spiegelung durch MIRA zuwende - es ist deutlich weniger Arbeit an jedem Patch! Das Konzept von MIRA ist dabei so perfekt, dass es mir leichter fällt, es zunächst durch die (noch?) negativen Punkte zu beschreiben. Noch ist es ausschliesslich für Max/MSP auf MACs, noch wird das iPad ziemlich warm (was vielleicht auf noch nicht optimierte Datenströme hinweist) - am USB-Port des Rechners entlädt sich deshalb, trotz der 5V Versorgung, das iPad langsam (sehr langsam). Kurz: MIRA ist einfach genial und betriebsfähig!


    Links sind die bisher unterstützen Objects zu sehen. Es sind bereits einige M4L-Objects dabei und ich bin mir ziemlich sicher, dass M4L (Max for Live) auch mit hervorgehobenem Interesse behandelt werden wird, weil hier (in der Zusammenführung von Cycling74 und Ableton) eine sehr grosse Kundengruppe vertreten sein dürfte, die speziell mit diesem Controller arbeiten möchte. Zu den Objects ist nichts weiter zu sagen, ausser, dass die Number-Boxes auch mit dem Finger verstellt werden können, also nicht nur der Anzeige dienen. Die Problematik des Verstellens der Dial- und Sliderwerte beim Loslassen (sicherlich einer der kniffligsten Punkte bei der App-Programmierung) ist bereits deutlich verbessert worden. Insgesamt ist der Umgang mit MIRA sehr, sehr angenehm. Besonders hervorzuheben ist auch, dass Max-Patches mit MIRA-Frame automatisch zum iPad übertragen werden. Es muss also nur die App auf dem iPad gestartet werden. Wie in den 60ern: "Alles geht wie von selbst!" MIRA ist ein Riesen-Schritt bei der Individualisierung der Interfaces auf dem Volks-Instrument Computer!

    MIRA bringt nicht nur Max auf das iPad, sondern auch iPad-Fähigkeiten zu Max. Multitouch, Gestensteuerung (Wischen und tappen) und auch die Gyro-Daten, die das iPad durch Neigungen erzeugt, können gesendet werden. Hier wird es sehr interessant. Wie fein diese Steuerungs-Parameter genutzt werden können, lässt sich an manchen Spielen für das iPad eindrucksvoll feststellen. Auch die tolle ThumbJam-App nutzt diese Möglichkeiten auf inspirierende Weise. Zuletzt bleibt zur hoffnungsvollen Zukunft zu erwähnen, dass MIRA nicht der erste Versuch ist, Max und das iPad zu verbinden. Das aber MIRA von Cycling74 direkt angeboten wird (natürlich über iTunes) ist etwas Besonderes und lässt darauf schliessen, dass es sich nicht um eine kurze Liason handelt. Für mich steht MIRA geradezu ausser Konkurrenz und ich ziehe den Hut vor den Entwicklern und Cycling74! So - jetzt muss ich mich aber wieder an die Arbeit machen, um alle meine aktiven Patches auf MIRA umzustellen... MIRA bedeutet für Max-Controller einen Generationswechsel.


TouchOSC, OSCulator und Lemur

Controller-Apps, die mit dem OSC Protokoll arbeiten

    TouchOSC

    ist eine Sammlung von 14 Bedien-Elementen. Sowohl Software als auch OSC (das "Protokoll") sind innerhalb eines Tages zu erlernen und bieten insbesondere für Max-Programmierer eine beglückende Erweiterung der eigenen Software! Warum? OSC ist schneller als MIDI und bietet auch eine höhere Auflösung. Auch wenn MIDI (vor allem durch Standardisierung) immer noch für manche Dinge taugt - das Bewegen eines Sliders oder Reglers mit OSC kann schon viel angenehmer sein....

    TouchOSC kommt mit einer kleinen Computer-Software, einem Editor für die Pad/Pod/Phone-Oberfläche, die nach Fertigstellung ins mobile Gerät übertragen wird. Das Geniale an TouchOSC ist seine reduzierte Form, die sich bis hin zum Preis ($5) auswirkt. Das Einzige, was wirklich fehlt, ist ein Range-Slider (mit zwei Werten für Min/Max). Gerade in Verbindung mit Max/MSP lassen sich aber hervorragende Steuerungen basteln - auch inklusive Text-Übertragungen ala Teleprompter oder Karaoke-Hilfe - auch Gyrowerte lassen sich senden. Absolut empfehlenswert und ein Muss für alle, die schon ein Smartphone, iPod oder Tablet haben! TouchOSC sendet auch MIDI.

    TouchOSC/hexler.net

  • OSCulator

    ist ein hervorragendes Werkzeug zum Addressieren von OSC Messages. Ich benutze es, um Keyboard-Shortcuts an Programme zu senden. Diese Tastenkombinationen hat jedes Programm - iTunes hat z.B. Start/Stop, Vorwärts, Zurück etc.. Mit Hilfe von Max und TouchOSC lässt sich noch etwas mehr aus OSCulator herausholen. Buttons können die Farbe wechseln und dadurch den Status anzeigen - Lautstärkeveränderung muss nicht schrittweise, durch Wiederholung des Befehls erfolgen, sondern kann durch ein Max-Metro-Object automatisiert werden.

    Hierfür wird OSCulator als dritter "Host" eingebunden. Das iPhone sendet an Max, Max realisiert alle Automatismen und sendet an OSCulator, welches die gewünschte Software mit Befehlen versorgt. Die Farben der Buttons auf dem iPhone werden auch von Max aus geändert, damit der aktuelle Status abzulesen ist - in diesem Beispiel alternieren "color blue" und "color gray". Osculator ist ein hervorragendes Tool zur Einrichtung eines optimierten Arbeitsplatzes!

    OSCultator.net

  • Lemur

    ist das umfangreichste Paket, doch bekommt es bei mir nur eine kurze Erwähnung. Der Grund ist, dass die Programmierung von Lemur ziemlich komplex ist und eine umfangreiche Einarbeitung unerlässlich ist. Lemur bietet neben verschiedenen Tabs auch "Koffer", die innerhalb des Tabs geöffnet und geschlossen werden können. Auch hat Lemur eigene "Generatoren" - d.h., Dinge können animiert werden oder es kann eine Art Gravitation eingestellt werden. Also eine wirklich tolle und komplette Sache!

    Auch nach mehreren Jahren habe ich mir nie die Zeit genommen, mich einzuarbeiten, was mich etwas ärgert, denn Lemur war Vorreiter der TouchPanel-Bewegung und bietet wirklich phantastische Möglichkeiten, gute Interfaces zu programmieren!

    Lemur/liine.net

Das Open-Sound-Protokoll "OSC"

Was ist das genau?
  • OSC, kurz erklärt...

    OSC ist eine Entwicklung aus dem "Center for New Music and Audio Technologies" (CNMAT) der Universität Berkeley, Kalifornien. Es handelt sich um ein offenes Protokoll, eine Art Adressierungs-Baukasten.


    Das wichtigste Zeichen ist der Slash (/), mit dem Adressen in verschiedene Bereiche unterteilt werden. Zuerst steht in der Regel eine Nummer für das avisierte oder ausgehende Tab, also z.B. "/1" für das erste Tab. Dahinter kommt der Name des Objekts, zum Beispiel "Slider1", also "/1/Slider1". Die Namen können frei gewählt werden, es könnte also auch "/A/Hermann" oder "/Purg/Nudel" heissen. Der Wert des Sliders erscheint hinter der Adresse und einem Leerzeichen, also z.B. "/1/Slider1 0.76". Die Slashes sind also da, um die Adresse ohne Leerzeichen übersichtlich zusammenzustellen - der Wert folgt nach einem Leerzeichen. Wird nun der Slider auf dem Pad/Phone bewegt, wird die Message (z.B. "/1/Slider1 0.76") an den Rechner geschickt. Umgekehrt wird, wenn vom Rechner die Botschaft "/1/Slider1 0.76" geschickt wird, auf dem iPad der entsprechende Slider auf die Position 0.76 bewegt - unabhängig davon, ob das Tab, auf dem sich der Slider befindet, gerade sichtbar ist oder nicht.

    In Max können die Botschaften dank besonderer Routing-Objects wirtschaftlich verwertet werden. So wäre die erste Aufteilung z.B. "/1/2/3/4". Nun würden alle Daten des ersten Tabs bei /1, die des zweiten- bei /2 usw. anliegen (natürlich nur die "Rest"-Adressen, also statt "/1/Slider1 0.76" nur noch "/Slider1 0.76"). Ein weiteres normales route-Object aus Max, versehen mit dem Attribut "Slider1" könnte nun eine Number-Box mit den entsprechenden Werten versorgen.

  • Für und Wider

    Eigentlich keine relevante Frage - es geht um ein UDP-Protokoll und eher darum. ob man WiFi als Controller-Daten-Highway nutzen will, oder nicht. Fast alle OSC-Apps senden wahlweise auch MIDI.

    Sehr einfach, sehr effektiv, sehr schnell! Gerade für Max-isten eine tolle Sache. 14 Bit Auflösung und das schnelle Protololl sorgen für genügend Feinheit. Wird OSC als ausschliessliches Protokoll eingesetzt, kommt natürlich ein grosser Stapel mit Adressen zustande, der gelegentlich bei mir auch orgiatische Züge trägt - wenn also z.B. ausser den Slider-Werten auch Farb- und Textwechsel, Peakmeters und mehr übertragen werden.

    Natürlich muss man sich ein wenig mit Netzwerk-Technik auseinandersetzen, um die Addressierung der verschiedenen OSC-Stationen sicher einzurichten - das ist aber relativ einfach.

  • Vergleich OSC - MIDI

    Clock-sync Genauigkeit, theoretische Grenze:

    OSC: Pikosekunde (via NTP/IEEE 1588 Sync) - MIDI: 20833 Mikrosekunden

    Übertragungsgeschwindigkeit:

    OSC: >800M bits/sec - MIDI: 31,250 bits/sec

  • OSC - Beispiele in Max

    Clock-sync accuracy, theoretical limit.