Joachim Bohnes

Musiker (Piano, Live-Elektronik, Perkussion), Studio-Operator


Meine Vorlieben sind die Improvisation und elektro-akustische Musik.

Forschung und die Vertiefung ins "neue Medium" Computer haben mein letztes Viertel-Jahrhundert geprägt. Neben der allgemeinen Digitalisierung spielten Interaktivität, Bio-Feedback, künstliche Intelligenz, akustische Täuschungen, Algorithmen und die Chaos-Theorie genauso eine Rolle, wie Architektur, Psychologie, Soziologie oder die Einbeziehung von Licht. Interface-Gestaltung ist das grosse Thema. Mein aktuelles Interesse gilt dem Aufbau (m)eines hybriden, elektronischen Instruments.


Musizieren kann ein spirituelles Erlebnis sein.




Konzerte/Festivals/Personen

Musik der Jahrhunderte, Stuttgart/D; Musikwoche der Akademie der Künste, Berlin/D; RamTamTam, Köln/D; New Jazz Festival, Moers/D; Electromonty, Antwerpen/B; Muzik3, San Diego/USA; Klangart, Osnabrück/D; Drei Tage Musik, Bern/CH; Sampling Rage, Berlin/D; VCF-Festival, Köln/D; VorEcho, Freiburg/D; Unforeseen, München/D und weitere Festivals für Neue Musik in Amsterdam/NL, Paris/F, Wien/A, Basel/CH, Zürich/CH, Rümligen/CH, Luzern/CH, Berlin/D, Köln/D, Stuttgart/D, Saarbrücken/D, Dresden/D, Giessen/D, Freiburg/D...

u.a. mit Umberto Arlati, Hayden Chisholm, Robert Dick, Axel Dörner, Bill Douglass, David Elias, Karlheinz Essl, Muneer Abdul Fatah, Domenico Ferrari, Hardy Fischötter, Gunnar Geisse, Vinko Globokar, Frank Gratkowski, Doug Hammond, Jonas Hellborg, Anna Lindblom, Lars Lindvall, Gareth Lubbe, JoJo Mayer, Bob Moses, Sylvia Nopper, Eric Peter, Dave Peterson, Norbert Pfammatter, Michel Poffet, James Reynolds, Jochen Rückert, Conrad Steinmann, John Voirol, Tim Wells, Nils Wogram, Jimmy Woode, Alfred Zimmerlin, dem Trio Accanto, dem Arosa String Quartet, der Basel Sinfonietta (Leitung: Arturo Tamayo) und dem Symphonieorchester des Saarländischen Rundfunks (Leitung: Diego Masson).

Klangtechnik für Electric Phoenix/Ltg.: Terry Edwards und für Alvin Curran. Software-Entwickung für Peter Ablinger, Luciano Berio, Thomas Kessler, Rolf Riehm, Karheinz Stockhausen, Giorgio Tedde u.a..

Verpflichtungen an Hochschulen in Deutschland, der Schweiz und den USA.

Workshops und Vorträge in Basel, Berlin, Bern, Köln, Luzern, Osnabrück, München, San Diego, Stuttgart, Zürich.

Radio-Produktionen eigener Musik für die BBC, Radio Suisse Romande, DRS, WDR, SWF, SDR und Andere.





Bio

* 1959

Klassischer Klavierunterricht seit dem 5. Lebensjahr, ausserdem Trommel- und Flöten-Unterricht.

Internate (Hermann Lietz Schule) - 1969-72, Buchenau, Hessen, 1972-75, Spiekeroog, Niedersachsen.

1975: Schulabbruch nach Rauswurf. Erste eigene Wohnung. Anschaffung eines Fender Rhodes Pianos.

Bremen 1975/77: aktiv in der Anti-Atomkraft Bewegung. Dort sind auch der grosse Atomphysiker Jens Scheer und der später bekannte, "DJ Dosenpfand" (Jürgen Trittin). Klassischer Klavierunterricht (vorbereitende Kurse) am Konservatorium Hamburg. Arbeit als Roadie der "Frank Zappa Band" und Abkehr von der RocknRoll-Industrie.

Nach einem Konzert von Paul Motian und Charles Brackeen fällt der Entschluss, Jazzmusiker zu werden. Jazz-Unterricht bei Ed Kröger, Sigi Busch, Uli Beckerhoff und Heinz Wendel. Arbeit an der Kasse des Jazzclubs (im Konzert-Raum). Studium indischer Musik und Tabla-Bayan Unterricht.

1977: bestandene Aufnahmeprüfung für den Studiengang "Malerei und Plastik" an der Kunsthochschule Hamburg Lerchenfeld. Studium nicht angetreten wegen Verhaftung in Grohnde (Anti-Atom-Dorf). Politischer Prozess am Landgericht Hannover. Traumatische Erlebnisse mit dem "Verfassungsschutz".

1978: Flucht aus der EG in die EFTA-Staaten wegen Kriminalisierung als (friedlicher) Atomkraftgegner (siehe "Deutschland im Herbst"). Erste Erfahrungen als Pianist in Kneipen mit sturzbetrunkenem Publikum, im Land der Prohibition, Finnland. Aufnahmeprüfung an der Swiss Jazz School in Bern/CH (EFTA).

1979-86: Bern/CH. Musikstudium (Konzertdiplom Klavier, Nebeninstrumente Posaune, Kontrabass) an der Swiss Jazz School bei Fritz Pauer, Joe Haider, Axel Jungbluth, Mladen Gutesha, Umberto Arlati und Billy Brooks. Weitere Kurse bei Paul Motian, Joe Zawinul, Roland Hanna, Joanne Brackeen und Anderen. Geprägt ist diese Zeit durch sehr viele Jazz-"Gigs" (Konzerte) und das persönliche Verhältnis zu den Lehrern (und Direktoren der SJS), Fritz Pauer und ganz besonders Joe Haider.

Sehr aktiv in vielen Bands und noch mehr Stilen: Bebop, Straight Ahead Jazz, Bigband (auch als Posaunist), Salsa, Tango, Free-Jazz und verschiedene Percussion-Bands.

1983: Erster eigener Synthesizer: ein Rhodes Chroma (ARP).

1984: Erste eigene Band mit Synthesizer: Axolotl - mit Lars Rudolph-tp, Michel Poffet-b und David Elias-dr.

1987-89: Köln. Auseinandersetzung mit zeitgenössischer Musik und Computer/Elektronik in der Neuen Musik in Köln. Konzerte als Pianist mit Computer und Band - gelegentlich tumult-begleitet. Aus der Zusammenarbeit mit Frank Gratkowski entsteht C.A.M.R. (Computer Aided Musical Research) für Experimente mit computergesteuerten-, elektronischen- und akustischen Instrumenten. Live-Sampling.

1989: Umzug nach Freiburg im Breisgau. Arbeit als Piano-Lehrer am Konservatorium Biel/CH. Stärkeres Jazz-Fremdeln.

Einzige CD-Veröffentlichung als Pianist unter eigenem Namen (rec @ Radio Suisse Romande, Lausanne) - mit Norbert Scholly-git, Thomas Dürst-b und Norbert Pfammatter-dr.

Ab 1990: Staufen im Breisgau. Arbeiten mit dem MIDI-Programming-Environment Max (IRCAM). Lehrtätigkeiten in der Schweiz (Jazz-Piano). Zweiter Wohnsitz in Berlin. Arbeit in der "freien Szene" - Konzerte mit Axel Dörner, Rudi Mahall, Antonis Artissegos, Wolfgang Fuchs, Paul Lovens u.a.. Kontakte mit dem alten DDR- "Studio der Akademie der Künste" in der Luisenstrasse (Georg Katzer, Andreas Krieger, Hans Tutschku).

1991/92: Zweit-Wohnung in Amsterdam/NL. Freie Szene und Kontakte zu den elektronischen Studios im Swelling Conservatorium und Utrecht/Den Haag.

1993-95 Studien bei Thomas Kessler im "Studio für Elektronische Musik der Akademie für Musik", Basel/CH und am im Biozentrum der Universität Basel (C-Programmierung). Regelmässige Zusammenarbeit mit dem Studio bis 1999.

In dieser Zeit: Arbeiten mit digitaler Musikelektronik in Verbindung mit M.A.R.S. (Musical Audio Research Station) und dem Studio IRIS in Paliano (Rom). Zusammen mit Wolfgang Heiniger entstehen im Studio für Elektronische Musik der Akademie für Musik Basel das European Powerbook Ensemble und das World Powerbook Orchestra mit den Solisten Günter Heinz (tb) bzw. Robert Dick (fl). Begegnungen mit vielen grossen Komponisten durch die sehr aktiven Studios in Basel und Freiburg (SWF). Software-Programmierung und Teilnahme (Klangtechnik, Klangregie, Computer-Instrument) an verschiedenen Aufführungen Neuer Musik mit den Komponisten Thomas Kessler, Luciano Berio, Karlheinz Stockhausen, Andrè Richard, Rolf Riehm, Alvin Curran u.a..

Gelegentliche Arbeiten für das "Experimentalstudio des SWF" (Strobel-Stiftung) unter André Richard - auch für das Festival in Donaueschingen. André Richard und Rudi Strauss sind neben Thomas Kessler und Wolfgang Heiniger zwei weitere, zentrale Persönlichkeiten während der 90er-Jahre.

1995-2001 Aufenthalt hauptsächlich in Berlin, London, Rom und Staufen/Breisgau. Theatermusik-Produktion für das Deutsche Schauspielhaus in Hamburg. Arbeit als "externer Experte" bei Abschlussrüfungen u.a. in der Hochschule für Musik in Luzern/CH. Live-Elektronik-Konzerte auf vielen Festivals, in verschiedenen Besetzungen und Solo.

1997: "Artist in Residence" beim Moers Festival. Nach öffentlichem Kennenlernen auf der Bühne des Festivals folgt im Winter das Hayden Chisholm-WDR-Live-Projekt "Stanzas of Dzyan", mit der Mezzo-Sopranistin Liesel Babette Jürgens). Der Beginn einer 5-jährigen, sehr engen Zusammenarbeit.

1998: WDR-Live-Mitschnitt des Stückes "Massenbach", später als "NGC 2997" auf der ersten Subultra CD veröffentlicht.

1999-2001: London/GB. Verschiedene Kontakte in der Club-Szene. Broken Beats und freie Improvisation.

1999-2003: Subultra - mit Hayden Chisholm und Gareth Lubbe. Während eines Aufenthaltes in La Jolla, San Diego/USA Zusammentreffen von Hayden Chisholm/Jochen Bohnes und Jonas Hellborg/Bob Moses. Hellborg ist auch Bassist des Subultra Ensembles während eines England Aufenthaltes in Plush Manor bei Adrian Brendel, dem Cellisten des Ensembles.

Bei einem Dachkonzert mit Hayden Chisholm in La Jolla/USA entsteht das Stück, das als "Hill" auf der zweiten CD des Duos veröffentlicht wird.

Insgesamt entstehen mit Subultra zwei CDs und vier Live-Mitschnitte - ein, von der BBC mitgeschnittenes Studio-Konzert im Quartett mit dem Cellisten Adrian Brendel (im Studio 1 in London!) und drei für den WDR - zwei davon in grossen Besetzungen.

Seit 1990 Software Entwicklungen auch für Andere, seit 2004 insbesondere für den sardischen Komponisten Giorgio Tedde. Eigene Arbeiten mit dem selbst entwickelten Live-Video-Synthesizer CLUTI (Computer Licht- und Toninstrument).

2003: Basel/CH Einstandskonzert zur Rückkehr in die Schweiz: Remixed-Decomposed-Recomposed. Basierend auf einer Radioshow aus dem Umfeld der Gruppe Negativland. Es geht um Rechte, Bewusstsein, Drogen und Humanismus (als Gruss an die Hoffmann-Roche Familie in Basel). Rückzug aus den Universitäten.

2004: Zusammenarbeit mit der Metal Band Umount.

2005: Leitung eines Recording-Studios in Basel. Recording, Editing und Mastering für verschiedene Künstler, hauptsächlich aus dem Bereich des Jazz. Live-Visualisierungen für TechHouse Veranstaltungen (DJ´s Goran-N, Manon, Pascal Feos).

2006: Umzug nach Wildeshausen/D. Auseinandersetzung mit historischer, analoger Elektronik. Beginn der Arbeit an der Entwicklung eines hybriden, elektronischen Instruments. Kompletter Rückzug "aus dem Circus".

Einzelne Solo-Konzerte in kleinem Rahmen in Holland und Deutschland mit historischen ARP-Synthesizers und Max/MSP-Erweiterung.

Seit 2007 Beginn des technischen Aufbaus für ein eigenes Studio. Vertiefte Auseinandersetzung mit Studiotechnik und historischem Studio-Equipment. (Die variablen Telefunken Verstärker-Kassetten V672 waren 1958 in Bremen, 35km entfernt, entwickelt worden.)

Seit 2010: Arbeiten als mobiler Ton-Ingenieur für Beschallung und Live-Mitschnitte (2012 auch im wunderbaren Sendesaal Bremen). Aufbau eines Modular-Synthesizers (MOTM)

2012: Umstieg auf aktuelle Modular-Synthesizer (MOTM/Eurorack). Vertiefung der Arbeit am Synthesizer-Hybriden.

2015: Trennung von den historischen Synths und Beginn mit Clones der Buchla Series 200.

Volle Funktions-Fähigkeit des Studios.